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Wowereit-Ausstellung im Schwulen Museum

Das Schwule Museum in Tiergarten zeigt eine Ausstellung über Klaus Wowereit. Der Noch-Regierende-Bürgermeister hat sie selbstverständlich eröffnet. Und das war auch gut so.
wazzup!Klaus Wowereit im Schwulen Museum
Klaus Wowereit anlässlich der Ausstellungseröffnung im Schwulen Museum

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Kaum tritt Klaus Wowereit von seinem Amt als Regierender Bürgermeister zurück, kommt er auch schon ins Museum, genauer gesagt ins Schwule Museum.

Ausstellung „Und das war auch gut so – 13 Jahre Klaus Wowereit“  

Dort ist in der Schau „Und das war auch gut so – 13 Jahre Klaus Wowereit“ zu sehen, wie sich das Bild der Schwulen in der öffentlichen Wahrnehmung verändert hat, seit sich Wowereit als erster deutscher Spitzenpolitiker zu seiner Sexualität öffentlich bekannte. „Ich bin schwul, und das ist auch gut so“ ist inzwischen ein viel zitiertes Bonmot geworden.

Höhen und Tiefen des Partymeisters

Die Ausstellung dokumentiert in Fotos die Höhen und Tiefen seiner Karriere sowie die Wahrnehmung seiner Person in den Klatschspalten, in denen er schnell als  Partymeister verspottet wurde. So zeigte die Illustrierte Neue Revue 2002 auf ihrem Titel Klaus Wowereit gemeinsam mit der mit ihm befreundeten Fernsehmoderatorin Sabine Christiansen eng umschlungen tanzen und fragte „Kann sie ihn umdrehen?“

Wowereit auf dem Christopher Street Day

Weitere Fotos zeigen Wowi in verschiedenen Situationen, etwa auf dem Christopher Street Day, der jährlich im Juni stattfindenden Schwulen- und Lesbendemonstration, die Klaus Wowereit als Landesvater eröffnete. Zu sehen ist auch ein Brief eines Herrn aus dem Aachener Raum, der gar nichts davon hielt, dass ein Schwuler Berlins Bürgermeister werden sollten.

Wowereit wird peinlichster Berliner

Dokumentiert sind auch Tiefpunkte in seiner Ära, etwa die nicht enden wollende Geschichte um den immer noch nicht eröffneten Flughafen BER oder die Steueraffäre seines inzwischen zurückgetretenen Kulturstaatsminister André Schmitz. 2012 wählte das Stadtmagazin Tip Wowereit sogar zum peinlichsten Berliner. Selbstverständlich ist auch die Gedenkmünze zu sehen, die anlässlich seines Rückzugs aus der Landespolitik nach 13 Jahren herausgegeben worden war.

Schwules Museum zeigt Wowereit-Ausstellung

Die Ausstellung wurde gemeinsam mit dem Schwulenmagazin "Männer" realisiert. Deren Leserschaft hatte den scheidenden Regierenden zum Homo-Helden gekürt. In seinem großen Abschiedsinterview sagte Wowereit dem Magazin: „Die Ämter sind keinen Quotenämter für Schwule. Von daher ist das was ganz Normales. Ich bin nicht gewählt worden, weil ich schwul war, sondern weil ich Klaus Wowereit war, der dann auch schwul war – nicht in der anderen Reihenfolge.“ Die Wowereit-Schau ist wie die Ausstellung Porn that way bis zum 31. März 2015 zu sehen.

  • „Und das war auch gut so – 13 Jahre Klaus Wowereit“, bis 31. März 2015
  •  Schwules Museum, Lützowstraße 73, Tiertgarten, 10785 Berlin, 030/69.59.90.50, www.schwulesmuseum.de, Mo., Mi., Do., Fr., So., 14-18 Uhr, Sbd., 14-19 Uhr, di. geschlossen
  • Bus: M29, 100, 106, 187 (bis Lützowplatz)
Autor:
Andreas Vollbrechtshausen