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mehr »Der Fernsehturm wurde am 3. Oktober 1969 eröffnet und avancierte mit seiner Gaststätte und der 360-Grad-Aussicht auf die Stadt zum beliebten Ausflugsziel. Seine Errichtung verdankt der Turm, der im Innern einer Rakete nachempfunden ist, mehreren Umständen: Die DDR suchte für ihr Fernsehen eine Sendeanlage und zudem ein Prestigebauwerk an zentraler Stelle als Ersatz für das gesprengte Stadtschloss. Walter Ulbricht, SED-Parteichef und damaliger Staatsratsvorsitzender der DDR, soll Gerüchten zufolge den Standort für den TV-Turm persönlich ausgesucht haben. Der sandige Untergrund am „Alex“ eignete sich ohnehin besser als Untergrund als der sumpfige Boden am Schlossplatz.
Der Fernsehturm hat gleich mehrere Architekten. Der ursprüngliche Entwurf stammt von Hermann Henselmann. Seine Kugel sollte an die sowjetischen Sputnik-Satelliten erinnern und die Hauptstadt in sozialistischem Rot überragen. Fritz Dieter und Günter Franke überarbeiteten den Entwurf. Auch der ehemalige Präsident der Bauakademie, Gerhard Kosel, ließ seine Ideen einfließen.
Neben der Eleganz des schlanken Turms war der Bau eine Meisterleistung der Ingenieure. Der Fernsehturm wurde in „Kletterbauweise“ errichtet, d.h. sein inneres Stahlskelett wuchs schneller in die Höhe als seine Betonschale, die um das Gerüst herumgebaut werden musste. Die Kugel entstand am Boden und wurde dann hoch gehievt und mittels Plattform und Hängevorrichtung befestigt.
Der Schaft des Fernsehturms misst am Grund 16 Meter im Durchmesser und verjüngt sich auf neun Meter. Schwankungen durch den Wind werden mittels eines Schwingungstilgers und Teleskopstoßdämpfern gering gehalten.
Zu DDR-Zeiten kursierte in Ost-Berlin hinter vorgehaltener Hand dieser Witz über den „Telespargel“: „Wie kommt man am schnellsten in den Westen?“ Antwort: „Man knickt den Fernsehturm um und nimmt den Fahrstuhl.“ Für Spott sorgte die Tatsache, dass bei bestimmtem Einfall des Sonnenlichts ein riesiges goldenes Kreuz auf der Aussichtskugel erscheint. Das christliche Symbol war von den sozialistischen Erbauern des Fernsehturms sicher nicht gewollt.
Zwei Fahrstühle beförderten schon damals die Gäste auf den Turm. 1996 wurden sie erneuert. Die Lifte brauchen heute bis zur Aussichtsetage nur 40 Sekunden. Im Notfall muss man 986 Stufen absteigen. Der Touristen-Magnet zählt alljährlich 1,2 Millionen Besucher aus rund 86 Ländern. Über diverse nicht sichtbare Antennen werden mehr als 60 Radio- und TV-Programme vom Fernsehturm gesendet.
Auf 203 Meter Höhe lädt die Panaroma-Etage mit Bar zu Drinks über Berlin ein. Auf 207 Meter Höhe liegt das Restaurant, das sich innerhalb einer halben oder auch einer Stunde einmal um die Achse dreht und somit den Rundblick über Berlin garantiert. Zu sehen sind das Rote Rathaus oder das Ephraim-Palais ebenso wie der ehemalige Flughafen Tempelhof oder das Olympiastadion.
Die Gaststätte bietet internationale Speisen und Berliner Küche. Um das Schlangestehen zu vermeiden, wird eine Reservierung empfohlen. Im Foyer hat der Turm einen Souvenirshop, inzwischen gibt es auch einen Online-Souvenirshop.
Eintritt und Adresse: Berliner Fernsehturm, Panoramastr. 1A, 10178 Berlin-Mitte, geöffnet: März-Oktober, 9-24 Uhr, November-Februar, 10-24 Uhr. Eintritt: Kinder bis 16 J.: 8,00 €, Erw. 12,50 €, Kinder bis drei frei; VIP-Tickets: (mit Reservierung, ohne Warten) Kinder bis 16 J.: 11,50 €, VIP-Ticket Erw. 19,50 €; Gruppen ab 20 Pers. auf Anfrage. Tel. 247 57 50, www.tv-turm.de
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