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mehr »Seine schneeweiße Fassade mit Türmchen und der Mischung aus Renaissance-, Empire- und Jugendstil-Elementen fällt weithin auf: Keine Frage, das Theater des Westens ist ein eindrucksvolles Gebäude. Als Opern- und Operettenbühne wurde es berühmt, unter Götz Friedrich und Helmut Baumann in den 1980er Jahren zum legendären Musicaltheater ausgebaut. Inzwischen gehört es der Stage-Holding.
Zwischen 1895 und 1896 wurde das Theater des Westens im Stil des wilhelminischen Historismus von Bernhard Sehring erbaut – vorher hatte die Meierei C. Bolle an diesem Platz ihre Kohlen aufbewahrt.
Eröffnet wurde das Theater des Westens am 1. Oktober 1896 mit dem Märchenstück „Tausendundeine Nacht“ von Holger Drachmann. Als klassisches Theater diente es allerdings nicht lange, denn der Erfolg blieb zunächst aus. Und so war das Theater des Westens ab 1898 erst Opern-, dann Operettenbühne. 1905 erlebte Enrico Caruso hier sein Berlin-Debüt.
1912 wäre die Geschichte des Theaters des Westens beinahe schon zu Ende gewesen: Bei einer Brandkatastrophe wurde das Haus schwer beschädigt. Nach der Wiederherstellung diente der Bau zeitweise als Große Volksoper. Im Keller residierte ab 1921 Trude Hesterbergs Kabarett-Theater „Wilde Bühne“. Der Schlager „Wer soll das bezahlen..?“ erlebte hier seine Uraufführung.
1928 wurde die Wilde Bühne geschlossen und 1931 von Friedrich Hollaender neu belebt: Er gründete hier das „Tingel-Tangel-Theater“, in dem seine berühmten „Revuetten“ gezeigt wurden. Zu den Stargästen zählte Marlene Dietrich, die im Januar 1931 von ihrem Sitzplatz im Publikum aufstand und auf Wunsch der Zuhörer ihre großen Hits aus dem „Blauen Engel“ sang. Auch Curt Bois, Bertolt Brecht, Erich Mühsam,Theo Lingen und andere standen regelmäßig auf der Bühne des Tingel-Tangel oder saßen im Publikum. 1935 sorgten die Nazis für die Schließung des Theaters, nachdem sie die Schauspieler Walter Gross, Günther Lüders und Walter Liek wegen politischer Aussagen verhaftet hatten. Im gleichen Jahr eröffneten sie die große Bühne im Theater des Westens neu. Aufführungen des nationalsozialistischen Programms „Kraft durch Freude“ fanden hier statt.
1944 wurde das Theater des Westens durch Bomben getroffen. Trotz schwerer Zerstörungen zog bereits 1945 die Städtische Oper (heute Deutsche Oper) in das schnell wiederhergestellte Gebäude, weil ihr eigenes Opernhaus in der Bismarckstraße völlig zerstört worden war. Am 4. September 1945 hob sich der Vorhang für die erste Berliner Opernaufführung nach dem Zweiten Weltkrieg - Beethovens „Fidelio“ stand auf dem Programm. Nach der Rückkehr der Oper in die Bismarckstraße entwickelte sich das Theater des Westens zur Operetten- und Musicalbühne. Die erste Show war am 1. Oktober Frederick Loewes Musical „My Fair Lady“.
Seit 1962 gab es immer mal Modernisierungen. 1978 wurde der Zuschauersaal im Theater des Westens nach Originalplänen Bernhard Sehrings restauriert, einige Jahre später folgte die Gestaltung der Fassaden. 1984 begann die Ära des Musicals: Götz Friedrich wurde Intendant, Helmut Baumann künstlerischer Direktor. Stücke wie „La Cage Aux Folles“ sorgten für Begeisterung und volles Haus. Ende 2002 übernahm die Stage Holding das Theater des Westens, das seither als Spielstätte für Musical-Aufführungen gilt. Zu den erfolgreichen Produktionen zählen etwa „Tanz der Vampire“ und „Der Schuh des Manitu“.
Theater des Westens, Kantstr. 12, Charlottenburg, Ticket-Hotline: 01805/44 44. www.stage-entertainment.de
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