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Volkspark Friedrichshain

Erholung im Sammelsurium deutscher Geschichte

Der Volkspark Friedrichshain war der erste kommunale Park Berlins. Gewidmet wurde das heute 52 Hektar umfassende Areal Friedrich dem Großen. Heute ist der reizvolle Park ein wichtiges Erholungsgebiet im dichtbesiedelten Bezirk Friedrichshain.

Volkspark Friedrichshain

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Volkspark Friedrichshain

Wer Märchen liebt, der sollte dem Volkspark Friedrichshain einen Besuch abstatten. Hier nämlich steht der Märchenbrunnen, in dem Figuren aus den Grimmschen Märchen in Stein gemeißelt wurden. 1913 wurde die 90 mal 172 Meter große Brunnenanlage nach Plänen des Berliner Stadtbaurats Ludwig Hoffmann erbaut. Im Wasserbecken hocken wasserspeiende Frösche und ein Froschkönig, umrahmt wird das Becken von Figuren wie Hänsel und Gretel, dem gestiefelten Kater, Hans im Glück, Aschenputtel und einigen mehr. Halbkreisförmige Arkaden bilden im Osten den Rahmen des Märchenbrunnens, der bis 2007 für etwa 1,3 Millionen Euro saniert wurde.

Berlins ältester Bürgerpark

Der Brunnen ist nicht die einzige Attraktion im 52 Hektar großen Volkspark Friedrichshain, der ältesten öffentlichen Parkanlage Berlins. Zu dem weitläufigen Idyll gehören auch noch die Freilichtbühne, eine Weltfriedensglocke und der sogenannte Mont Klamott, der eigentlich Großer Bunkerberg heißt. Entstanden sind der 78 Meter hohe Berg und sein 48 Meter hoher kleinerer Bruder 1946 aus etwa 2,1 Millionen Kubikmetern Trümmerschutt.

Peter Joseph Lenné war es, der die Berliner Stadtväter auf die Idee brachte, auf einem ehemaligen Weinbergs-Gelände einen Volkspark anzulegen. Passender Anlass war 1840 der 100. Jahrestag der Thronbesteigung Friedrichs des Großen – der Monarch wurde auch zum Namenspaten des Parks. Der Lenné-Schüler Gustav Meyer entwarf die Pläne für das Areal, das zwischen 1846 und 1848 fertiggestellt wurde. Meyer schuf ein hügeliges Gelände mit Spazierwegen und Grünflächen. Ein Denkmal mit bronzener Büste erinnert an Friedrich den Großen.

1848 entstand im Volkspark Friedrichshain zudem der Friedhof der Märzgefallenen – eine Ruhestätte für die Opfer der kämpfe vom 18. März 1848 im Rahmen der Märzrevolution.

20 Jahre später büßte der Volkspark Friedrichshain bereits Fläche ein: Das Krankenhaus am Friedrichshain wurde auf einem Teil des Geländes erbaut. Als Ersatz durfte Gustav Meyer den Park bis 1875 um den Neuen Hain erweitern. 1913 entstand schließlich der bereits erwähnte Märchenbrunnen.

Flakbunker beherbergte im Krieg bedeutende Gemälde

Der Zweite Weltkrieg veränderte den Volkspark Friedrichshain vollkommen. Das lag nicht nur an Luftangriffen, sondern auch an den beiden Flaktürmen, die 1941 im Volkspark Friedrichshain erbaut wurden – viele Bäume mussten dafür gefällt werden. Der kleinere Turm diente als Lagerstätte für bedeutende Gemälde der Berliner Gemäldegalerie, von denen allerdings viele 1945 verbrannten. Ein Jahr später sprengte die Rote Armee die Türme, konnte sie allerdings nicht völlig zerstören. So wurden sie mit Trümmerschutt aufgefüllt – die Bunkerberge entstanden. Auf der Kuppe des Großen Bunkerberges sind noch Teile des Gefechtsturmes zu sehen. Heute sind die Berge beliebte Laufstrecken.

Nach dem Krieg wurde der Volkspark Friedrichshain wieder zum Erholungspark. 1950 entstand die Freilichtbühne, die heute als beliebtes Sommerkino dient, und ab 1969 kamen Sport- und Spielflächen dazu, später ein Beachvolleyballfeld, ein Kletterfelsen und eine Skate-Anlage. Auch Kriegs-Mahnmale – die „Gedenkstätte der 3000 Interbrigadisten im Spanischen Bürgerkrieg“ mit einem bronzenen Kämpfer (entstanden 1968) und das „Denkmal des gemeinsamen Kampfes polnischer Soldaten und deutscher Antifaschisten“ (erbaut 1972) - wurden eingerichtet. Zudem steht ein hölzerner Tempel mit der Weltfriedensglocke im Volkspark Friedrichshain. Sie wurde am 1. September 1989, zum 50. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkrieges, eingeweiht. Die Glocke stammt von der japanischen World Peace Bell Association. Um den Tempel herum entstand ein japanischer Garten.

Ein wichtiger Anziehungspunkt im Volkspark Friedrichshain ist das Café Schönbrunn, das nahe des Schwanenteichs liegt. Umgeben ist der ehemalige DDR-Pavillon von einem Rosengarten. Die Retro-Atmosphäre des Lokals lockt vor allem junge Leute an, die hier im Sommer Kaffee, Cocktails oder österreichisch-mediterrane Speisen genießen.

Adressen

Volkspark Friedrichshain, zwischen den Straßen Am Friedrichshain, Danziger Straße, Landsberger Allee und Friedenstraße

Freiluftkino, Eingang von der Landsberger Allee aus, Anfahrt S-Bhf. Landsberger Allee, weiter mit Tram M4, M5, M6, M8. Sommersaison zwischen Mai und September. Tickets an allen Theaterkassen, www.freiluftkino-berlin.de

Café Schönbrunn, Straße Am Friedrichshain, Tel. 030/45 30 565 25, tgl. 10-24 Uhr (wetterabhängig), im Winter Sa/So, 10-19 Uhr. www.schoenbrunn.net

 

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