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Ein Paradies für Filmliebhaber

Filmmuseum Berlin

13.000 Filme, eine Million Fotos, 30.000 Drehbücher und vieles mehr sind im Filmmuseum Berlin zu sehen. Die Einrichtung am Potsdamer Platz bietet Filmfans das volle Programm.

Berlin: Blick auf den Eingang des am 26.09.2000 am Potsdamer Platz in Berlin eröffneten neuen Filmmuseums.

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Berlin: Blick auf den Eingang des am 26.09.2000 am Potsdamer Platz in Berlin eröffneten neuen Filmmuseums.

Das Begrüßungskomitee ist aus Bronze und guckt nett: Heinz Rühmann empfängt die Gäste des Filmmuseums Berlin mit einem verschmitzten Lächeln. Und lädt sie ein zum Rundgang durch mehr als 100 Jahre Film- und Fernsehgeschichte. Vom Filmplakat über Fotos und Kostüme bis zu Requisiten sind auf vier Etagen am Potsdamer Platz ausgestellt. Die fünfte Etage dient als Bibliothek.

Schon lange hatte die Deutsche Kinemathek, ein in Berlin ansässiges Filmarchiv, dessen Aufgabe die Dokumentation der Geschichte des Films und Fernsehens ist, die Einrichtung eines Filmmuseums geplant. Das Archiv, 1963 gegründet, hatte Sammlungen etwa des Regisseurs Gerhard Lamprecht zusammengetragen. Heute besitzt die Deutsche Kinemathek etwa 13.000 deutsche und ausländische Stumm- und Tonfilme, eine Million Fotos, 30.000 Drehbücher, 20.000 Plakate, 60.000 Filmprogramme und vieles mehr.

Billy Wilder signierte den Grundstein für das Filmmuseum

Schon 1983 plante man, ein Filmmuseum einzurichten. Ein Grundstück wurde mit dem Gelände des ehemaligen, teilweise erhaltenen Hotels Esplanade direkt an der Berliner Mauer gefunden. 1987, im Rahmen der 750-Jahr-Feier Berlins, lud die Kinemathek zu einer Filmausstellung im Esplanade ein. Dabei zeigte Billy Wilder seinen Film „Eins, zwei, drei“ und signierte einen Grundstein für das Filmhaus.

Doch der Mauerfall machte das Gebiet des Potsdamer Platzes zum begehrten Bauland, der Baubeginn des Filmhauses verzögerte sich. 1991 kaufte der Sony-Konzern das Areal und verpflichtete sich zum Bau eines Filmhauses. Fast zehn Jahre später, Mitte 2000, wurde in dem vom Stararchitekten Helmut Jahn entworfenen hochmodernen Gebäudekomplex mit der gläsernen Fassade das Kino Arsenal an der Potsdamer Straße eröffnet, einige Monate später das Filmmuseum Berlin, dessen Trägerin die Stiftung Deutsche Kinemathek ist.

Drehbücher von Fritz Lang und Fassbinder

Im Gebäude untergebracht ist auch eine der größten Bibliotheken zu Film und Fernsehen in Deutschland, mit etwa 48.000 Werken. Die Themen reichen von der frühen Geschichte bis zu Literatur über einzelne Menschen.

Zu den Attraktionen des Filmmuseums gehören Sammlungen aus den Nachlässen von Marlene Dietrich sowie Drehbücher von Fritz Lang oder Rainer Werner Fassbinder. Zu sehen sind aber auch Kostüme – etwa jenes, das Jennifer Lopez im Film „The Cell“ trug -, Masken, Requisiten und Animationszeichnungen. In der Sammlung Rolf Giesen wurden etwa Masken aus „Planet der Affen“ oder „Enemy Mine“ zusammengetragen, außerdem Modelle, die Bewegungen darstellen und die sogenannte Stop Motion Animation (die natürlich wirkende Bewegung einer Trickfigur) erklären. Modelle von Luftschiffen oder Tauchbooten sind im Filmmuseum zu sehen und außerdem Gemälde, die als Hintergründe für Filme dienten (z.B. aus „Die unendliche Geschichte“).

Kinofans freuen sich über historische Kino-Eintrittskarten, Filmplakate oder alte Kameras, Schneidetische, Projektoren und andere Filmtechnik.

Das Museum feiert auch das Fernsehen

Seit 31. Mai 2006 ist das Filmmuseum Berlin auch ein Fernsehmuseum. In der Ständigen Ausstellung gibt es Sternstunden der Fernsehgeschichte oder Informationen zur Entwicklung des Fernsehens in Ost- und West-Deutschland, außerdem einen Saal, dessen Seitenwände und Decken mit 141 Spiegeln verkleidet sind – auf sie wird eine Fernsehprogramm-Revue projiziert. Über bedeutende Weltereignisse, von der ersten Mondlandung bis zum Attentat auf das World Trade Center am 11. September 2001, wird im sogenannten Zeittunnel informiert.

Regelmäßig gibt es im Filmmuseum Berlin Ausstellungen über Filme, Stars oder zu anderen Themen. Die 1966 gegründete Deutsche Film- und Fernsehakademie bildet im 8. und 9. Stockwerk des Filmmuseums Berlin junge Menschen in den Bereichen Film und Fernsehen aus.

Das Arsenal-Kino im Filmhaus zeigt in zwei Sälen Bestände der Kinemathek, darunter Klassiker der Filmgeschichte, Retrospektiven oder Länderreihen, hier wird außerdem das Internationale Forum des Jungen Films – Teil der Berlinale – ausgerichtet.

Besucher des Filmmuseums finden zudem einen Museumsshop mit Büchern, Videos und anderen Produkten zu den Themen Film, Kino und Fernsehen. Außerdem gehört noch das Bistro „Billy Wilder’s“ im Erdgeschoss dazu.

Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen, Potsdamer Str. 2, 10785 Berlin, Tel. 030/300 903-0.

Geöffnet Di-So, 10-18 Uhr, Do bis 20 Uhr, Mo geschlossen. Anfahrt: U2 bis Potsdamer Platz, S1, S2, S25 bis Potsdamer Platz, Bus M48, M85, 200 bis Varian-Fry-Straße. Führungen so, 14 Uhr, Gruppenführungen buchbar unter Tel. 247 49 888 (FührungsNetz).

Arsenal-Kino, Programm: www.arsenal-berlin.de

Billy Wilder’s Bistro, tgl. 12-2 Uhr, Tel. 030/265 548 60,

 

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