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Deutsches Theater

Auf Reinhardts Bühne spielten alle Stars der Weimarer Republik

Das Deutsche Theater in Berlin Mitte gehört zu den wichtigeren Bühnen des Sprechtheaters, die vom Land Berlin geführt werden. Max Reinhardt führte die Spielstätte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zum Theater von Weltrang

Das Deutsche Theater in Berlin

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Das Deutsche Theater in Berlin

Es gibt schöne alte Wörter in der deutschen Sprache: Die Posse gehört dazu. Eine der wichtigsten kulturellen Einrichtungen Berlins, das Deutsche Theater in Berlin, begann einst als „Possentheater“, also als Spielstätte mit besonders leichter Unterhaltung.

Der Casinobesitzer Friedrich Wilhelm Deichmann ließ 1849/1850 in der Friedrich-Wilhelm-Stadt, dem nordwestlichen Teil des Bezirkes Mitte ein volkstümliches Theater erbauen, in dem ab 1860 auch Operetten gespielt wurden.

Zum Ende des 19. Jahrhunderts wandten sich die Besitzer ernsthafteren Themen und Stücken zu. Die weiter privat betriebene Bühne wurde anspruchsvoller, die Leiter setzten Stücke von Strindberg, Schnitzler und Hauptmann durch.

Max Reinhardt schuf eine Bühne von Weltrang

Der Durchbruch des Deutschen Theaters kam mit der Ära von Max Reinhardt. Reinhardt war schon seit 1895 als Schauspieler an der Bühne aktiv gewesen. 1905 übernahm er zunächst die künstlerische Leitung, ein Jahr später kaufte er das Theater. Reinhardt öffnete das Theater für die Moderne, auch indem er in einem Nachbargebäude die Kammerspiele einrichten ließ – und holte einige der profiliertesten Schauspieler jener Jahre auf seine Bühne. Die Liste ist lang und liest sich wie das „Who is Who“ des deutschen Theaters des 20. Jahrhunderts. Sie beginnt mit Curt Bois, Marlene Dietrich und Heinrich George, führt weiter mit Marianne Hoppe, Heinz Rühmann und Adele Sandrock und ist mit Namen wie Paul Dahlke, Otto Gebühr oder Willy Fritsch lang noch nicht am Ende. Zu den wichtigsten Regisseuren jener Jahre gehört Gustaf Gründgens, der von 1928 bis 1933 am Deutschen Theater inszenierte.

Max Reinhardt, der nebenbei noch die Schauspielschule des Deutschen Theaters gründete, das Josephs-Theater in Wien und zeitweise die Volksbühne leitete und an anderen Bühnen inszenierte, schuf einen neuen Theaterstil und mit dem Deutschen-Theater, das damals gerne Reinhardtsche Bühnen genannt wurde, ein Theater von Weltrang. Reinhardt, der ursprünglich Maximilian Goldmann hieß, musste vor den Nazis fliehen. Damit endete diese erste Blütezeit des Theaters.

Aufmüpfiges Ensemble in der DDR

Nach dem 2. Weltkrieg war das Deutsche Theater die erste Bühne, die wieder Aufführungen anbot. Bereits im September 1945 wurde „Nathan der Weise“ von Schiller aufgeführt. Während der Deutschen Teilung wurde die Bühne von der DDR-Führung vereinnahmt, wobei das Ensemble im Rahmen seiner Möglichkeiten immer aufmüpfig blieb.

Nach der Wiedervereinigung behielt das Deutsche Theater seinen Ruf, eher klassische Stücke für ein bürgerliches Publikum zu inszenieren. Tatsächlich war das Repertoire des Theater in den neunziger Jahren beinahe zweigeteilt. Auf der großen Bühne wurde meist vor einer mäßig interessierten Zuhörerschaft das Pflichtprogramm des Bildungsbürgertums gespielt, während in Kammerspielen und der neu hinzugekommenen Theater-„Baracke“ wild experimentiert wurde. Schaubühnen-Intendant Thomas Ostermeier beispielsweise wagte hier seine ersten Inszenierungen. Seit 2009 ist Ulrich Khuon Intendant des Deutschen Theaters.

Deutsches Theater

Schumannstraße 13a, 10117 Berlin, Tel 030 28441-0¸ Tel 030 28441-225

www.deutschestheater.de

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