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Elisabeth Herrmann: Krimi-Autorin mit Erfolg im Fernsehen

Elisabeth Herrmann ist erfolgreiche Krimi-Autorin, ihre Bücher werden regelmäßig fürs Fernsehen verfilmt. Ein Porträt der Berlinerin – und was wir 2015 von ihr erwarten können.
wazzup!Elisabeth Herrmann
Die Berliner Krimi-Autorin Elisabeth Herrmann feiert mit ihren Büchern und im Fernsehen Erfolge

Elisabeth Herrmann schreibt nicht nur erfolgreich spannende Bücher, sie liefert auch regelmäßig Stoffe für Fernseh-Unterhaltung zur besten Sendezeit. Ende Januar erscheint der neue Thriller „Der Schneegänger“. Und 2015 sollen gleich drei ihrer Bücher verfilmt werden: „Die siebte Stunde“, „Das Dorf der Mörder“ und „Schattengrund“. Außerdem strahlt das ZDF am 12. Januar als Fernsehfilm der Woche „Der Mann ohne Schatten“ aus, für den Elisabeth Herrmann das Drehbuch geschrieben hat. Die Hauptfigur verkörpert Jan Josef Liefers – eine Besetzung, über die die Autorin sehr glücklich ist, wie sie sagt.

Jan Josef Liefers spielt die Hauptrolle in „Der Mann ohne Schatten“

Jan Josef Liefers spielt in der „Mann ohne Schatten“ den Berliner Anwalt Joachim Vernau, eine Serienfigur in den Romanen der Krimi-Autorin – und ein Sympathieträger mit kleinem Konto und großem Herzen. Vernau war auch schon im Debütroman von Elisabeth Herrmann die Hauptfigur, „Das Kindermädchen“, das 2005 erschien und sich bis heute etwa 120.000 mal verkauft hat. Eine spannende Geschichte über alte Schuld und neue Moral, die schon damals aus der deutschen Krimiflut herausragte. In der ZDF-Verfilmung verfolgten das „Kindermädchen“ rund sieben Millionen Zuschauer. „Die letzte Instanz“, ebenfalls eine Joachim-Vernau-Geschichte, hatte acht Millionen Zuschauer. Im „Mann ohne Schatten“ spielt Jan Josef Liefers also bereits zum dritten Mal den Berliner Anwalt, dessen Fall ihn auch dieses Mal in ein heikles Kapitel deutscher Geschichte zurückführt.

Die Autorin schöpft aus der „Schatzgrube an nicht erzählten Geschichten“

Historische Bezüge sind typisch für die Romane von Elisabeth Herrmann, die sagt: „Unsere Geschichte ist eine wahre Schatzgrube an nicht erzählten Geschichten.“ Die Autorin fördert sie zu Tage, ob nun aus der Zeit des Nationalsozialismus oder den Jahrzehnten der deutschen Teilung. Der „Mann ohne Schatten“ etwa erzählt von Methoden der Staatssicherheit. „Versunkene Gräber“, 2013 erschienen und ebenfalls ein Roman aus der Joachim-Vernau-Reihe, führt zurück in die deutsch-polnische Vergangenheit.

Sie liebt das Weltstädtische an Berlin – und lebt in Schmargendorf 

Vielleicht ist Berlin auch einfach ein besonders guter Ort, um der Schatzgrube an Geschichten nahe zu sein – wobei Elisabeth Herrmann vor allem das Weltstädtische der Stadt mag, die jungen Leute in Mitte, die vielen Sprachen. „Berlin war“, sagt Elisabeth Herrmann, „die einzige Stadt, in die man gehen konnte, wenn man jung war.“ Das war 1984. Seitdem hat sich vieles verändert – in Berlin genauso wie für die Krimi-Autorin. Sie selbst, sagt sie, sei „aus West-Berlin nie rausgekommen“. Mit ihrer 16-jährigen Tochter lebt sie in Schmargendorf, wo die Mieten für charmante Altbau-Wohnungen zumindest vor ein paar Jahren noch bezahlbar waren.

Elisabeth Herrmann: Krimi-Autorin aus „sturer Hartnäckigkeit“

Die 1959 in Marburg an der Lahn geborene Autorin ist gut im Geschäft. In den Schoß gefallen ist ihr der Erfolg nicht. Zum Schreiben kam die gelernte Bauzeichnerin über das Abendgymnasium und ein Studium der Germanistik und Theaterwissenschaften. Während sie als Radio- und Fernseh-Journalistin das Geld für sich und ihre Tochter verdiente, hat sie an dem „Kindermädchen“ gearbeitet, fünf Jahre lang. Mehr als 50 Absagen von Verlagen hatte sie im Briefkasten. Mit „sturer Hartnäckigkeit“ habe sie weitergemacht. Inzwischen gibt es von ihr insgesamt neun Bücher, darunter zwei Thriller für Jugendliche. Und man kann sicher sein, dass Elisabeth Herrmann noch mehr Themen finden wird in der Schatzgrube an nicht erzählten Geschichten.

Autor:
Birgit Warnhold