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Berliner als Playmobilfiguren: Echte Typen

Berliner als Playmobilfiguren - wenn das nichts ist! Dorit Bialer, die aus Tel Aviv stammt, gestaltet sie in kleiner Serie. Ihre Berliner in der Box sind echte Typen.
wazzup!Playmobil-Friedrichshainer Punks
Friedrichshainer Punks aus der Berliner-Serie von Dorit Bialer

Die Prenzlauer Berg Prinzessin, Friedrichshainer Punks, der Kreuzberg Anarchist, der Hipster Grafikdesigner vom Hermannplatz und die depressive Aldi-Mitarbeiterin - sie alle sind Berliner Typen, aus denen die Künstlerin und Grafikdesignerin Dorit Bialer Playmobilfiguren macht. Genauer gesagt, für ihre Serie „Berliner in a box“ gestaltet die 33-Jährige gebrauchte Playmobilfiguren um, bemalt sie und bastelt passende Accessoires dazu.

Kreuzberger Anarchist und Prenzlauer Berg Prinzessin

Der Kreuzberger Anarchist hat ein Megaphon und eine Fackel in der Hand. Pflastersteine und ein Polizist gehören ebenfalls zu ihm. Den Hipster Grafikdesigner von Dorit Bialer erkennt man an den austauschbaren Bärten und den Kopfhörern, die Punks aus Friedrichshain an den Hunden und daran, dass sie Geld schnorren. Zu den Utensilien der beschwingt aussehenden Prenzlauer Berg Prinzessin in Rosa gehören ein Baby im Kinderwagen, Babyfläschchen, ein Einkaufswagen mit Biogemüse und ein Spiegel.

Berliner als Playmobilfiguren in der Box

Natürlich sind  diese Playmobil-Berliner Stereotypen, aber eben durchaus häufig im wahren Leben anzutreffen. Die Berliner und die anderen Figuren in der Box kosten 75 Euro. Zum Spielen eignen sich die Playmobil-Installationen - alle einzeln von Hand hergestellt - nicht, aber als besonderes Geschenk.  Man kann sie im Internet unter iwanteverything.de bestellen.

Wie Dorit Bialer die Berliner Playmobilfiguren erfand

Dorit Bialer kommt aus der Nähe von Tel Aviv, seit 2009 lebt sie in Berlin und hat schon in mehreren Bezirken gewohnt. Konnte also gut die Typen studieren, die sie kreiert. In Israel hat Bialer visuelle Kommunikation studiert. Neben ihrer Arbeit als Grafikerin kam ihr an der Spree die Idee, "gebrauchtes Spielzeug zu neuem Leben zu erwecken". Playmobilfiguren, die sie aus ihrer Kindheit kennt, schienen ihr geeignet. Sie kauft sie gebraucht auf Flohmärkten und in Second-Hand-Läden. Ihr erste Figur war der Kreuzberger Anarchist.

Eine Box zur Hochzeit oder mit Dirty Dancing

Auf die Frage, was für sie typisch an Berlin sei, meint  sie, „das ist schwer zu sagen“ und gibt doch indirekt eine Antwort, „es gibt hier so viele Facetten“. Die Künstlerin und Grafikerin bietet auch andere Figuren und Themen an - Hochzeit und Nostalgie, den Film Dirty Dancing oder die Band Depeche Mode gehören dazu. Wenn man einen eigenen Charakter vorschlägt, womöglich sich selbt gern als Playmobilfigur hätte, erfüllt Dorit Bialer diesen Wunsch.

Autor:
Bettina Göcmener