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Best of Berlin

Mit dem Gelben ins Grüne

Auf Sightseeing-Tour unterwegs mit Bus, Tram und S-Bahn: Die Hauptstadt lässt sich auch bestens mit öffentlichen Verkehrsmitteln erkunden. Die interessantesten Linien
 
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Charlottenburg

Klassische Reiseroute

1. Sie ist der Liebling in Reiseführern, die Linie 100. Im großen Gelben, am besten oben und ganz vorne. Das ist Sightseeing auf berlinerisch. Für 2,30 Euro geht es von der zweiten Station der Buslinie, vom Bahnhof Zoo zuerst durch die City-West mit ihren Sehenswürdigkeiten: vorbei an den architektonisch gelungenen Nordischen Botschaften durch den Tiergarten zum Großen Stern und dem Sitz des Bundespräsidenten, dem Schloss Bellevue. Fast jede Station würde den Ausstieg lohnen: Haus der Kulturen der Welt, Reichstag, Brandenburger Tor, Staatsoper. Am Alex endet die Linie 100.

  • Bus 100 Hertzallee bis Alexanderplatz

 

Lichterfelde

Zum Shoppen und zur Kultur

2. Vom grünen Berliner Süden mitten ins Berliner Zentrum. Die Metro-Bus-Linie M85 passiert zahlreiche Bezirksgrenzen und arbeitet sich von Station zu Station vom S-Bahnhof Lichterfelde nach Steglitz vor, wo man zum Einkaufsbummel in der Schloßstraße aussteigen könnte. Die Schloßstraße geht in Hauptstraße und Potsdamer Straße über. Nach Überquerung der Postdamer Brücke passiert man das Kulturforum mit Neuer Nationalgalerie, Philharmonie, Staatsbibliothek und den Museen der Europäischen Kunst. Im Anschluss neue Architektur mit dem Potsdamer Platz und politische Sehenswürdigkeiten wie Reichstag und Bundeskanzleramt. Schon von weitem sichtbar ist die Endhaltestelle, der gläserne Hauptbahnhof.

  • Bus M85 vom S-Bahnhof Lichterfelde Süd bis Hauptbahnhof

 

Kreuzberg

Erst schmuddelig, dann recht ansehnlich

3. Unterschiedlicher können zwei Bezirke kaum sein, als Kreuzberg und Grunewald. Mit dem Metro-Bus M19 kann man den Szenenwechsel vom schrägen Kreuzberger Kiez rund um die Bergmannstraße bis in den schicken, grünen Vorzeigebezirk in etwa einer Dreiviertelstunde erfahren und erleben. Kreuzberg präsentiert sich entlang der Yorckstraße eher nachlässig gepflegt. Schöneberg zeigt mit dem Nollendorfplatz urbane Normalität, bevor es vom Wittenbergplatz aus über den Kudamm geht. Hinter dem Rathenauplatz dann wird es immer hübscher. Bis zum Bahnhof Grunewald kann man zahlreiche prächtige Stadtvillen bestaunen.

  • Bus M19 vom U-Bahnhof Mehringdamm bis S-Bahnhof Grunewald

 

Neukölln

Stadttour der Gegensätze

4. Auch der Metro-Bus M29 verbindet Großstadtchaos mit einer bevorzugten Wohnlage. Neukölln, das ist ein Bezirk, der sich in Teilen zum Szenebezirk wandelt, mit Gegenden wie dem Hermannplatz und der Sonnenallee aber keinen Schönheitswettbewerb gewinnt. Der Kiez um den Görlitzer Bahnhof ist noch ursprüngliches Kreuzberg, allerdings als Touristen-Hot-Spot bei weitem nicht so begehrt wie der Checkpoint Charlie. Im Tiergarten fährt der M29 an einem weiteren Stück deutscher Geschichte vorbei, der Gedenkstätte Deutscher Widerstand. Wie beim M19 wird der gesamte Kurfürstendamm abgefahren, bevor sich der Grunewald mit seinem Schick präsentiert.

  • Bus M29 vom U-Bahnhof Hermannplatz bis zum Roseneck

 

Zehlendorf

Vom grünen Süden ins Herz der Stadt

5. Wahrscheinlich sind die Fahrer der Linie M48 entspannt, wenn sie im grünen Zehlendorf ihre Dienstfahrt antreten. Viel Natur mitten in der Stadt, das prägt den südlichen Bezirk. Zwölf Haltestellen nach der Busseallee wird es dann auch noch exotisch: Der Botanische Garten ist mit seinen rund 22.000 Pflanzenarten weltweit einer der größten und artenreichsten seiner Art. Anschließend wird es von Station zu Station urbaner. Der M48 fährt die Steglitzer Einkaufsmeile, die Schloßstraße, hinauf, die Potsdamer Straße, zum Kulturforum und über den Potsdamer Platz durch Mitte, die Leipziger Straße entlang. Hinter der Spree passiert man das Nikolaiviertel (Foto) und den Sitz des Regierenden Bürgermeisters, das Rote Rathaus. Die Weiterfahrt zur Bahnhof-Alexanderplatz-Endstation kann man sich sparen: Zu Fuß lässt sich schon hier der Alex erkunden.

  • Bus M48 von Busseallee bis S- und U-Bahnhof Alexanderplatz

 

Niederschönhausen

Mit der Tram M1 nach Pankow

6. Knapp zwölfeinhalb Kilometer ist die Metro-Tram-Linie Nummer 1 lang. Sie startet im Nordosten Berlins, fährt über 39 Haltestellen vom traditionellen Wohnbezirk Niederschönhausen nach Pankow. Ein Erlebnis ist die Strecke durch Prenzlauer Berg, wo die Tram 1 unter dem Viadukt der U-Bahn ihre Fahrt ins Zentrum fortsetzt. In der Kastanienallee können Biergartenfans einen Stopp im Prater einlegen. Wieder zugestiegen, mit neuem Fahrticket, geht es nach Mitte, zu den Hackeschen Höfen, die Oranienburger Straße entlang, die Friedrichstraße hinunter, bevor die Endhaltestelle erreicht ist. Am Kupfergraben ausgestiegen, steht man zur Rechten auf dem Schlossplatz und muss nur die Straße Unter den Linden überqueren, um zur Museumsinsel zu gelangen.

  • Tram 1 von Schillerstraße bis Am Kupfergraben

 

Westend

Fahrt entlang der prallen Natur

7. Es gibt immer noch Berlin-Besucher, die glauben, die Hauptstadt bestehe nur aus Hauptverkehrsstraßen und Gebäuden. Die sollte man vom Zentralen Busbahnhof aus in den Bus 218 setzten, fährt der doch in die Berliner Natur, mitten in den Düppeler Forst, an die Anlegestelle zur Pfaueninsel (Foto). Erst einmal geht es die mehrspurige Heerstraße hinunter. Auch sie ist nicht das, was man von Berlin erwartet. Wald und Wasser säumen den Fahrtweg. Passend dazu sind Haltestellen-Namen wie Havelweg, Havelchaussee, Wannseebadweg, Badeweg, Wannseebrücke und Am Kleinen Wannsee. Auch märchenhafte Stations-Namen bietet die Linie 218: Kronprinzessinnenweg und, als vorletzte Haltestelle vor der Pfaueninsel, der Rübezahlweg.

  • Bus 218 von Messedamm/ZOB/ICC bis Pfaueninsel

 

Tegel

Beschauliche Tour durch den Wald

8. Auch der Berliner Norden ist ein wald- und seenreiches Gebiet. Das lässt sich auf einer Bustour mit der Linie 133 erkunden. Steigt man am U-Bahnhof Tegel aus und wartet dort auf den aus Spandau kommenden Bus, ist man in zwölf Stationen im beschaulichen Heiligensee. Die meiste Zeit geht es durch den Tegeler Forst, dort wo die Dicke Marie steht, der vermutlich älteste Baum der Stadt, und das Freibad Tegel mit Sandstrand und Strandkörben aufwartet. An der vorletzten Station, der historischen Dorfaue Heiligensee, fühlt man sich nicht mehr in der Großstadt. Auf der Rücktour sollte man noch einen Spaziergang durch das hübsche Tegeler Zentrum hinunter zur Greenwichpromenade einlegen, wo die Ausflugsdampfer ablegen.

  • Bus 133 U-Bahnhof Tegel bis Alt-Heiligensee

 

Köpenick

Wasser und der Hauptmann

9. Mit der S-Bahn kommt man bequem nach Köpenick (Foto). Dort lässt sich mit der Tram 68 der Stadtteil erkunden. Nach drei Stationen erreicht man das Rathaus, berühmt durch den Hauptmann von Köpenick. Die Geschichte des Schusters Wilhelm Voigt wird mittwochs und sonnabends um elf Uhr vor dem Rathaus aufgeführt. Zwei Stationen später gibt es ebenfalls eine Station, die den Ausstieg lohnt: der Schlossplatz. Im Schloss Köpenick befindet sich eine Dependance des Kunstgewerbemuseums. Regattastraße und Wassersportallee sind Haltestellen, um einen Spaziergang am Wasser einzulegen. Alt-Schmöckwitz zeigt, dass Berlin aus vielen Dörfern besteht. Wegen Bauarbeiten ist diese Tour nur zwischen dem 17. Juni und dem 5. August möglich.

  • Tram 68 von S-Bahnhof Köpenick bis Alt-Schmöckwitz

 

S-Bahn-Tour

Die City von der Schiene aus

10. Der Bahnhof Westkreuz ist ein guter Startpunkt fürs City-Sightseeing. Die S5 und die S7 bringen Stadtfans auf Schienen durch City-West und City-Ost. Der Bahnhof Savignyplatz ist die Station für das alte West-Berlin, der Bahnhof Zoo nicht mehr von Heerscharen Reisender mit Koffern übervölkert. Man muss keinen Eintritt für den Zoo bezahlen, um durchs Zugfenster einen Blick auf die Heimat von fast 18.000 Tieren zu werfen. Über den Hauptbahnhof geht es durch das politische Zentrum der Stadt, vorbei an der Museumsinsel, durch den hübschen Bahnhof Hackescher Markt, über den quirligen Alexanderplatz.

  • S-Bahn 5 und 7 Teilabschnitt von Westkreuz bis Alexanderplatz

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