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Best of Berlin

Und nachmittags Tee beim König

Nicht nur bei Regen: In den Berliner Schlössern gibt es jede Menge zu entdecken. Und die Stadt verfügt zudem über eine imposante Festung. Eine Auswahl
 
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Schloss Britz
Schloss Glienicke
Berlin, Schloss Schönhausen, Ansicht von der Gartenseite.
Zitadelle Spandau

Charlottenburg: Große Eile ist geboten

1. Während der Neue Pavillon seit Ende 2011 wieder geöffnet ist, müssen sich die Besucher sputen, wenn sie einen anderen Teil des Charlottenburger Schlosses noch besichtigen wollen. Denn der Neue Flügel mit den großen Gemälden Watteaus, der Weißen und Goldenen Galerie, der Friedrich-Wohnung und der Wohnung von Königin Luise mit den schön rekonstruierten Stoffbespannungen schließt ab dem 1. Dezember für mindestens zwei Jahre. Damit beginnt der erste Abschnitt der Sanierung von Fassaden und Dächern der Hohenzollernresidenz.

Schloss Charlottenburg Spandauer Damm 20-24, Charlottenburg, Bus M 45, 109, 309 Schloss Charlottenburg, Neuer Pavillon Di.-So. 10-18 Uhr, 4 Euro, erm. 3 Euro, Neuer Flügel bis 31. 10. Mi.-Mo. 10-18 Uhr, 6 Euro, erm. 5 Euro, Tel. 0331-969 42 00

 

Neukölln: Gründerzeit und Hofkonzerte

2. Reise in die Gründerzeit: Im Schloss Britz kann man in die Wohnkultur der damaligen Epoche eintauchen. Manche Gutsbewohner beleben den Besuch: Pferde, Kühe, Schafe, Ziege und Gänse, die auf dem 1706 erbauten Gutsgelände leben. Auf der Freilichtbühne finden Konzerte statt, am 22. Juli tritt die Berliner Bluegrass-Band Spare Line auf (17 Uhr). Kunstfreunde merken sich den 1. 9. vor, dann wird eine Chagall-Ausstellung eröffnet.

Schloss Britz Alt-Britz 73, Neukölln, Bus M46 bis zur Fulhamer Allee, geöffnet Di.-So. 11-18 Uhr, 1,50 Euro, Führungen zzgl. 3 Euro, Tel. 60 97 92 30

 

Wannsee: Italienisches Flair an der Havel

3. Prinz Carl von Preußen war von seiner ersten Italienreise 1823 so begeistert, dass er seinen Traum vom Süden an der Havel verwirklichte. Karl Friedrich Schinkel entwarf für ihn eine antike Villa, das Schloss Glienicke in einem von Peter Joseph Lenné bereits zuvor gestalteten Landschaftspark. Kultur gehört zum Schloss-Programm, so Konzerte wie am 28. und 29. Juli Lieder von Robert Schumann (16 Uhr). "Tee beim König" heißt ein Nachmittag über die Kulturgeschichte des Tees am 21. Juli. Das Restaurant Remise im Park wird seit dem Frühjahr von Szenegastronom Josef Laggner bewirtschaftet.

Schloss Glienicke Königstr. 36, Wannsee, S1 Wannsee, dann Bus 316 Schloss Glienicke, Di.-So. 10-18 Uhr, 4 Euro, erm. 3 Euro, mit Führung 5 Euro, erm. 4 Euro, Tel. 80 58 67 50, "Tee beim König", 21.7., 15 Uhr, 38 Euro inkl. Vortrag, Teeverkostung, Gebäck, Sandwiches, Vorprogramm: 13 Uhr Gartenführung 12 Euro, Anmeldung Besucherzentrum Tel. 0331-969 42 00

 

Friedrichsfelde: Das Schloss mitten im Tierpark

4. Rokoko und Tiere? Wie das zusammen passt, zeigt sich am 25. und 26. August beim großen Rokoko-Fest rund um das im Tierpark gelegene Schloss Friedrichsfelde. Der Besuch des zweitätigen Kostümfestes ist im regulären Tierpark-Eintritt enthalten. Neu im Programm ist barockes Dressurreiten. Ab Oktober beginnt wieder die Konzertsaison.

Schloss Friedrichsfelde Am Tierpark 125, Friedrichsfelde, U5 Tierpark, Di., Do., Sbd., So. 11-17 Uhr, Tierpark-Eintritt 12 Euro, erm. 6-9 Euro, Rokoko-Fest 25.+26.8., ab 10 Uhr, Tel. 51 53 14 07

 

Grunewald: Pfauen und Wasserbüffel

5. Erst gaben Kaninchen der Havelinsel ihren Namen. 1793 erwarb Friedrich Wilhelm III. das Eiland und lebte seine Tier-Leidenschaft aus. Er hielt über 900 Tiere, vom Affen bis zum Känguru. Heute sind auf der 67 Hektar großen Insel mit weißem Schloss und weißer Meierei-Ruine Wasserbüffel, Pferde, Schafe, Hühner, Vögel und natürlich die namensgebenden Pfauen zuhause.

Pfaueninsel Nikolskoer Weg, Grunewald, S1 Wannsee, dann Bus 218 Pfaueninsel, dann Fähre (8-21 Uhr, Sept. 9-19 Uhr, 3 Euro, erm. 2,50 Euro), Schloss Di.-So. 10-17.30 Uhr, nur mit Führung, 3 Euro, erm. 2,50 Euro, Tel. 0331-969 42 00

 

Tegel: Das Familienschloss der Humboldts

6. Mit rund 900 Jahren ist die "Dicke Marie" am Tegeler See Berlins ältester Baum. Den Spitznamen gaben ihr die Brüder Wilhelm und Alexander von Humboldt, der Universitäts-Begründer und der Naturforscher, als Kinder. Es war eine Anspielung auf die Köchin des nahegelegenen Herrensitzes ihres Vaters. Nachdem Wilhelm von Humboldt das Anwesen 1797 übernommen hatte, wurde der Renaissancebau 1820-1824 nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel im klassizistischen Stil umgestaltet.

Humboldt-Schloss Gabrielenstraße/An der Mühle, Tegel, Bus 124, 125, 133, 222 An der Mühle, bis Sept. mit Führung Mo 10, 11, 15, 16 Uhr, 10 Euro

 

Grunewald: Herrscher in Öl verewigt

7. Kurfürst Joachim II. von Brandenburg wusste, wo es schön ist: 1542/43 ließ er sich im Grunewald sein Jagdschlösschen bauen. Im April 2012 wurde die Herrschergalerie eröffnet: Passend zum Jubiläumsjahr von Friedrich dem Großen sind in der neuen Dauerausstellung "Kurfürsten und Könige im Porträt. Bildnisse der Hohenzollern vom 16. bis 19. Jahrhundert" auch Bilder des Preußenkönigs zu sehen (nur mit Führung). Für die Pause sei das Café im Schlosshof empfohlen.

Jagdschloss Grunewald Hüttenweg 100, Grunewald, Bus 115, X10, X83 bis Clayallee/ Ecke Königin Luise Straße, Di.-So. 10-18 Uhr, Führungen Herrschergalerie Di.-Fr. 10.20, 11.30, 15 Uhr, Sbd.+So. 10.20, 13, 16.30 Uhr, 5 Euro, erm. 4 Euro mit Führung, 4 Euro, erm. 3 Euro ohne Führung, Tel. 813 35 97

 

Niederschönhausen: Ein Schloss zum Geburtstag

8. Das Gedenkjahr zum 300. Geburtstag Friedrichs des Großen ist in vollem Gange. In Pankow zeigt sich, womit der Preußenkönig andere an deren Ehrentagen überraschte. 1740 schenkte er seiner Gattin Elisabeth Christine das friderizianisch-barocke Schloss Schönhausen. Bis zu ihrem Tod 1797 wohnte sie dort. Imposant: der Stuck-Festsaal und das geschwungene Treppenhaus.

Schloss Schönhausen Tschaikowskistr. 1, Niederschönhausen, S2, U2 Pankow, Di.-So. 10-18 Uhr, Di.-Fr. nur mit Führung, 6 Euro/erm. 5 Euro, Tel. 0331 969 42 00

 

Köpenick: Zu Konzerten und Führung

9. Für einen Ausflug nach Köpenick gibt es viele Gründe, nicht zuletzt das am Rande der pittoresken Altstadt und an der Dahme gelegene barocke Schloss. Als Dependance des Kunstgewerbemuseums im Kulturforum kann man in bürgerliche und höfische Wohnwelten der Renaissance, des Barocks und Rokokos eintauchen. Zum Schlossprogramm gehören neben Führungen regelmäßig auch Konzerte.

Schloss Köpenick Schloßinsel 1, Köpenick, S47 Spindlersfeld, Di.-So. 10-18 Uhr, 4 Euro, erm. 2 Euro, Tel. 266 42 42 42

 

Spandau: Warum nicht mal Feste feiern auf der Burg

10. Die Zitadelle gilt als eine der besterhaltenen Renaissancefestungen in Europa. Um das komplett vom Wasser umgebene Gemäuer kennenzulernen, empfiehlt sich ein Rundgang mit einem Audioguide. Doch die Zitadelle ist nicht nur ein Anschauungsobjekt, mit ihren vielen Veranstaltungen, Festen und Ausstellungen ist sie eine äußerst lebendige Sehenswürdigkeit, das beweist das Interesse von 250.000 Besuchern im Jahr. Aktuelle Höhepunkte: ungewöhnliche Bilder von Christian Hahn (bis 2.9.), das Museumskinderfest (2. 9., 14-18 Uhr) und das "Burgfest" (8.+9. 9., ab 10 Uhr).

Zitadelle Am Juliusturm 64, Spandau, U7 Zitadelle, S9, 75 Spandau, tägl. 10-17 Uhr, 4,50 Euro, erm. 2,50 Euro, Tel. 354 94 40

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