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Gut, dass sie diese Entscheidung gar nicht fällen muss. Denn das Püree von Alexandre Lagarde gibt es nur im Film. Lagarde wird gespielt von Jean Reno, der in "Comme un chef" die Rolle des Meisters am Herd übernimmt. Die französische Komödie von Daniel Cohen über Frankreichs Sternekoch ist der Auftakt des "Kulinarischen Kinos" der 62. Filmfestspiele in Berlin. Vom morgigen Sonntag bis einschließlich Freitag laufen im Kino des Martin-Gropius-Baus 15 Filme über Essen und Umwelt. Nach den Abendvorstellungen wird gemeinsam im Spiegelzeltrestaurant "Gropius Mirror" gegessen. Und zwar von den Filmen inspirierte Menüs, die von fünf Sterneköchen zubereitet werden. Sonja Frühsammer startet.
Zur Premiere will Lagarde-Darsteller Jean Reno ("Leon - Der Profi") persönlich erscheinen. Er wird mit 200 weiteren Besuchern erst den Film sehen und anschließend Sonja Frühsammers Drei-Gänge-Menü probieren. "Es gab sehr viele Szenen, in denen als Tellerdekoration Tropfen gesetzt wurden", sagt Sonja Frühsammer, die gemeinsam mit ihrem Ehemann Peter das "Frühsammers" in Wilmersdorf betreibt.
Neben Sonja Frühsammer kocht dieses Jahr auch wieder Michael Kempf aus dem "Facil" am Potsdamer Platz beim Kulinarischen Kino. Nachdem er im vergangenen Jahr den Film "Toast" über die Kindheit von Koch und Kochbuch-Autor Nigel Slater im kulinarisch dürftigen England der 60er-Jahre begleitet hat, bekocht er die Gäste nun nach dem Film "Entre les Bras" am 14. Februar.
Darin wird der Generationswechsel zwischen Vater und Sohn im französischen Drei-Sterne-Restaurant "Bras" dokumentiert. "Höchst inspirierend" sei das gewesen, sagt Michael Kempf.
"Essen ist Vertrauenssache", sagt Berlinale-Chef Dieter Kosslick, der als Vegetarier Wert auf eine fleischlose Hauptgang-Alternative bei der Kino-Küche legt. Und so lautet der Titel des sechsten Kulinarischen Kinos "Trust in Taste". Thomas Struck, Kurator des Kulinarischen Kinos, sagt: "Erst essen, dann ins Kino gehen, das macht müde. Wir drehen diese Idee um. Essen folgt Film, das schafft Gesprächsstoff."
Erstmals sorgt auch ein internationaler Koch für die Gäste, Andoni Luis Anduriz. Der Baske musste sich Juantxo Sardons Film "Mugaritz B.S.O." für die Menü-Inspiration seines "Baskischen Festmahls" nicht anschauen. Er selbst ist der Protagonist des Films, in dem sich Kochkunst und Musik inspirieren.
Marco Müller aus dem "Rutz" hingegen würde sich seinen Film kein zweites Mal anschauen, sagt er. "Joyful Reunion", ein Melodram von Tsao Jui-Yuan über einen vegetarischen Spitzenkoch, der sein Restaurant aufgeben muss, sei "selbst für harte Kerle sehr bewegend". Berührt habe ihn die Liebe des Kochs zum Essen und der Zubereitung. Und so geht Marco Müllers kulinarische Reise denn auch nach Asien. Am 16. Februar kombiniert er Lotuskerne mit in Zimt geräucherten Shiitake-Pilzen als Gruß aus der Küche, bevor er mit einem tausendjährigen Landei, Reisessig, japanischen Pilzen und Algensalat anschließt.
Huhn verwendet auch Christian Lohse. In seinem Film "Last call at the oasis" von Oscar-Preisträgerin Jessica Yu geht es um den Missbrauch von Wasser. Dafür hat der Zwei-Sterne-Koch aus dem "Fischers Fritz" seine Gerichte ausschließlich mit Wasser zubereitet.
Zweifellos: Jeder der Köche hat sich Besonderes einfallen lassen. Die Karten für 59 Euro waren entsprechend begehrt. Nur ein paar Stunden dauerte es, bis sie am Montag ausverkauft waren.
Foto: Berlinale/Piero Chiussi
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