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Routenvorschläge

Spaziergänge durch Berlin mit Aufwärmgarantie

Trotz der niedrigen Temperaturen in Berlin lohnt es sich, die Wohnung zu verlassen. Lediglich warme Kleidung ist ein Muss. Morgenpost Online verrät Ihnen, wo es sich am besten durch die Kälte wandern und einkehren lässt.



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Zugegeben, es braucht Überwindung. Und warme Kleidung natürlich, von oben bis unten. Richtig ausgestattet allerdings, kann ein Winterspaziergang wunderbar sein. Der vereiste Boden knirscht unter den Füßen, die Landschaft sieht aus wie im Märchen. Wenn dann noch die Sonne den Schnee glitzern lässt, muss man einfach hinaus – sei es in die Natur oder mitten durch die Stadt. Morgenpost Online hat für den perfekten Spaziergang die schönsten Routenvorschläge zusammengetragen.

 

Über verschneite Felder und Wiesen

 

Festgefrorene Wege sind für den Spaziergang von Hermsdorf nach Lübars gerade richtig, geht es doch durch Feuchtgebiete, die zum Teil nur per Steg durchquert werden können. Immer im Blick haben sollte man die rot-weißen Wanderzeichen. Sie sorgen dafür, dass die Spaziergänger bei allem Staunen über die schöne Winterlandschaft nicht vom Wege abkommen. Idyllisch wechseln verschneite Wiesen und Felder mit eisüberzogenen Bäumen ab. Zum Aufwärmen lädt der „Alte Dorfkrug“ in Lübars ein: Alt Lübars 8, Sbd./So. 12–22 Uhr. Von hier aus fährt der Bus 222 zurück zum S-Bahnhof Hermsdorf. Wer dennoch nicht genug hat von der Winterlandschaft, läuft weiter in Richtung Blankenfelde oder macht einen Abstecher zum Köpchensee, wo sich in der Saison nicht nur besondere Vögel, sondern auch Ornithologen tummeln.

 

An-/Abfahrt: S1, S-Bahnhof Hermsdorf, und Bus 107, Haltestelle Kirche Richtung Hermsdorf

 

Grünzug im Urstromtal

Einer Ausgleichsleistung der Deutschen Bahn für Bauarbeiten an anderer Stelle verdankt Spandau diesen sechs Kilometer langen Weg entlang des schon im siebten Jahrhundert kultivierten und nun renaturierten Bullengrabens. Den Einstieg findet man von der Klosterstraße aus. Beginnend mit der Kulisse der Altstadt Spandau, wechseln sich Hochhaus- und Industriegebiete ebenso wie Laubenkolonien und im Schnee versunkene Wiesen ab. Den friedvollen Endpunkt bildet die Dorfkirche Staaken. Aufwärmen kann man sich an beiden Enden: Das Restaurant „Schaukelpferd“, Hauptstraße 6 in Staaken, bietet ab 14.30 Uhr österreichische Küche à la carte sowie Blechkuchen an. In entgegengesetzter Richtung gibt es eine breite Auswahl an Gastronomie, darunter „Café Fester“ am Marktplatz oder „Altstadtcafé“ am Reformationsplatz.

 

An-/Abfahrt: S- und U-Bahnhof (Rathaus) Spandau sowie Bus M32, Halt Brunsbütteler/Nennhauser Damm

 

Der Mauerweg voll Kirschbäume

Mitten in der Stadt und doch mit – zurzeit – verschneiten Kirschbäumen beginnt dieser Spaziergang am nordöstlichen Ausgang des S-Bahnhofs Wollankstraße. Der ehemalige Kolonnenweg der DDR-Grenztruppen, der durch die Bäume markiert wird, ist allerdings unterbrochen und wird erst kurz vor dem S-Bahnhof Bornholmer Straße als Kirschbaumallee weitergeführt. Wer will, kann den Spaziergang auch dort beginnen. Über die Schwedter Straße und durch den Mauerpark geht es zur Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße. Für eine Detailbeschreibung hilft der Blick auf www.berlin.de/mauer/mauerweg/index/index.de.phpAuf halber Strecke liegt das Café „Niesen“, Schwedter Straße 78/Ecke Korsörer Straße. Eher als Geheimtipp gilt die kleine, aber feine Osteria „Il Santo“ nahe der Mauergedenkstätte, Elisabethkirchstraße 1, Sbd./So. 15–23 Uhr.

 

An-/Abfahrt: S- und U-Bahnhöfe Wollankstraße und Nordbahnhof

 

Einmal um den Friedhof

Orte der Besinnlichkeit, des Träumens und der Nostalgie sind Friedhöfe besonders im Winter. Vor allem, wenn es dämmert, sehen Kerzen auf schneebedeckten Gräbern besonders schön aus. Die Spuren von Tieren im Schnee, die Stille – kein Grund zum Gruseln, sondern zum Verweilen. Der Jüdische Friedhof Weißensee besticht daneben durch seine historische Bedeutung, die schönen Anlagen und die prachtvollen Grabstellen, wo Berühmtheiten wie der Schriftsteller Theodor Wolff, die Verleger Samuel Fischer und Rudolf Mosse, Warenhausgründer Hermann Tietz und inzwischen auch Schriftsteller Stefan Heym begraben liegen. Er ist mit 115000 Grabstellen der größte erhaltene jüdische Friedhof Europas. 1880 wurde er angelegt. Irdische Freuden bietet das Restaurant „Sarkis“ an der Gürtelstraße 10, geöffnet Sbd./So. ab 12 Uhr.

 

An-/Abfahrt: S-Bahnhof Greifswalder Straße, Tram M4, Halt: Antonplatz

 

Biotop mit Skyline und Kunstcafé

Ganz fern, fast unwirklich wirkt die Kulisse der Plattenbauten, wenn man auf dem – auch kinderwagentauglichen – Wanderweg Wuhletal entlangläuft. Dieser zieht sich malerisch entlang dem kleinen Wasserlauf von Ahrensfelde bis nach Köpenick. Ein für Familien gut machbarer Abschnitt beginnt an der Biesdorfer Höhe im Süden, wo man zunächst durch den verbreiterten Landschaftspark Wuhletal laufen kann. Vorbei am Friedhof Biesdorf geht es Richtung Norden, durch die Wuhleauen bis zu dem 102 Meter hohen Kienberg. Hier grenzt der Erholungspark Marzahn an die Gärten der Welt. An deren Südtor findet sich in der Siegmarstraße 66 das Galerie-Café „Bachmann“, wo nicht nur selbst gebackener Kuchen serviert wird. Auch wechselnde Kunstschauen sind dort zu sehen und eine Malschule.

 

An-/Abfahrt: S5 S-Bahnhof Wuhletal und U5 U-Bahnhof Neue Grottkauer Straße

 

Vom Schloss zum Café an der Spree entlang

Wenn die Königin von Preußen, Sophie Charlotte von Hannover, vom Schloss Charlottenburg (damals Lietzenburg) in die Stadt Berlin wollte, bevorzugte sie die Fahrt über die Spree. Schön ist diese Route immer noch, auch auf dem Weg daneben. Über der Spree erheben sich schicke Bürgerhäuser, zwischendurch geht es an Kleingärten vorbei. Kurz hinter der Röntgenbrücke wechselt der Weg zum Landwehrkanal. Orte zum Einkehren gibt es an beiden Endpunkten, so das Café-Restaurant Kleine Orangerie am Schloss Charlottenburg (Spandauer Damm 20, Di.–So. ab 10 Uhr geöffnet) und im Tiergarten den Schleusenkrug, Müller-Breslau-Straße, Sbd/So. 10–19 Uhr. Wer noch weiter laufen möchte, quert den Landwehrkanal an der Lichtensteinbrücke und kehrt ein im „Café am Neuen See“, Lichtensteinallee 2, Sbd/So. 9–24 Uhr.

 

An-/Abfahrt: Bus M45, Haltestelle Schloss Charlottenburg, und U-/S-Bahnhof Zoologischer Garten

 

Schneeballschlachten im Treptower Park

Zahllose Wege bietet innenstadtnah der große Treptower Park. Das 88,2 Hektar große Gelände wurde von 1876 bis 1888 nach Plänen des städtischen Gartendirektors Gustav Meyer angelegt. Zur damaligen Zeit war es eine Neuheit, dass der Park offen für alle Bürger war. In seiner Mitte hatte er eine große Spiel- und Sportwiese in Form eines Hippodroms. Auch heute noch laden große Wiesen dazu ein, Spuren in den Schnee zu ziehen und sich Schneeballschlachten zu liefern. Eine Sehenswürdigkeit ist das Sowjetische Ehrenmal, das die Militäradministration zwischen 1946 und 1949 errichten ließ. Es ist eine Gedenkstätte für die im Zweiten Weltkrieg gefallenen Soldaten der Roten Armee und nimmt eine Fläche von etwa 100000 Quadratmetern ein. Im Wald drum herum lassen sich Tierspuren suchen, und wer richtig durchgefroren ist, erwärmt sich wieder in der Gastwirtschaft „Zenner“, Alt-Treptow 14.

 

An-/Abfahrt: S-Bahnhof Treptower Park

 

Zauber zwischen Berg und See

So verwunschen und versteckt liegt der Teufelssee in den Müggelbergen, dass man die alte Sage fast glauben mag. Demnach steigt bei Vollmond ein Schloss aus dem See, das eine traurige Prinzessin beherbergt – nur verliebte Menschen sollen es sehen können. Nach einem Rundweg um den See holt einen die Wirklichkeit aber wieder ein, wenn man die Treppe auf den 88 Meter hohen Kleinen Müggelberg bestiegen hat. Danach ist man ziemlich außer Atem, aber dafür entschädigt das Panorama: Vom Müggelturm aus bietet sich ein wunderbarer Rundblick über das Umland. Wer auch nach dem Anstieg weiterlaufen möchte, findet unzählige kleine Wege durch das schöne Gelände. Im Anschluss an die lange Wanderung bieten etwa die Müggelsee-Terrassen Rübezahl am Müggelsee Erholung, am Müggelheimer Damm 143, Sbd/So von l1.30 bis 18 Uhr geöffnet.

 

An-/Abfahrt: S3 S-Bahnhof Köpenick und Bus X69, Haltestelle Rübezahl

 

Rund um den Nullpunkt

Eine wenig bekannte Sehenswürdigkeit verbirgt sich inmitten der kleinen, aber hübschen Grünanlage Marienhöhe in Tempelhof. 73 Meter hoch ist der Trümmerberg, der über den beiden natürlichen Hügeln der „Rauhen Berge“ aufgeschüttet wurde und um den sich heute verschiedene Wege ziehen. Auf dem Gipfel erinnert ein Denkmal an den „Trigonometrischen Punkt Rauenberg“, der sich früher auf den Rauhen Bergen befand. Er war so etwas wie der Nullpunkt, den von 1832 an Kartografen für das heutige sogenannte Deutsche Hauptdreiecksnetz mit den Gebrauchskoordinaten der Landvermessung wählten. Seit inzwischen rund 100 Jahren liegt der „Trigonometrische Punkt Rauenberg“ allerdings auf dem Potsdamer Telegrafenberg. Stärkung für müde Spaziergänger gibt es in der recht deftigen Pizzeria Il Gambero, in der Attilastraße 20, Sbd/So 12–23 Uhr geöffnet.

 

An-/Abfahrt: S2, S-Bahnhof Attilastraße

 

Vier Seen und verträumte Wälder

Rund neun Kilometer führt dieser Wanderweg durch die verträumte Stille des Waldes entlang der Gewässerkette von Kleinem Wannsee, Pohlesee, Stölpchensee und Griebnitzsee. Fast auf halber Strecke liegt das Hotel „Forsthaus Hubertusbrücke“, Stölpchenweg 45. Wegen Umbaus ist die Gastronomie eingeschränkt, zwischen 12 und 21 Uhr wird aber Kaffee und Kuchen serviert. Wer hier bereits umkehren möchte, findet, wenn ihm eine etwas längere Strecke nichts ausmacht, auch andere Wanderwege durch den Forst Düppel zurück. Die komplette Vier-Seen-Tour führt weiter am Griebnitzsee entlang bis zum Schloss Glienicke, dessen Restaurant und Café derzeit allerdings Winterpause machen. Eine Tourbeschreibung bieten die Berliner Forsten, www.stadtentwicklung.berlin.de/forsten/ausflugstipps/de/2005/oktober.shtml.

 

An-/Abfahrt: S1, S-Bahnhof Wannsee und Bus 316, Haltestelle Schloss Glienicke

 

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