Bookmark and Share
A A A

Millioneninvestition

Zoo und Tierpark bekommen neue Anlagen

Mehr als 24 Millionen Euro werden 2012 für Um- und Neubauten in Berliner Zoo und Tierpark investiert. Das größte Projekt ist das fast 6000 Quadratmeter große Vogelhaus im Zoo. Noch in diesem Jahr soll es eröffnet werden.



Weitere Bilder

 

„Ein Zoo ist immer eine Dauerbaustelle. Stillstand wäre Rückstand – denn einige Gebäude sind mittlerweile Schrott.“ Heiner Klös redet eine klare Sprache. Der 53-Jährige kümmert sich um die Bauprojekte im Zoo – eigentlich ist er Kurator für Raubtiere, Bären und Robben, Nachttiere und Affen. Doch mit den Um- und Neubauten haben Klös und Zoo-Direktor Bernhard Blaszkiewitz genug zu tun. Vogelhaus, Bärenanlagen, Tropenhalle – auf rund 24 Millionen Euro beläuft sich das Investitionsvolumen der Bauten, die sich 2012 für Publikum und Tiere öffnen sollen.

 

Das mit 10,8 Millionen Euro teuerste und größte Projekt ist das Vogelhaus im Zoo. Nach dem Abriss des alten Gebäudes arbeitet man derzeit am Rohbau. „Wenn das Wetter gut bleib, steht Mitte März die Grobfassade. Wir hoffen, das Haus Ende 2012 eröffnen zu können – vielleicht als Nikolausgeschenk“, so Klös. Die Nutzfläche steigt von 4000 auf 5550 Quadratmeter. Besucher bekommen 80 bis 100 Vogelarten zu sehen. Auf der Inventurliste 2011 für alle Zooreviere sind 1944 Vögel aufgelistet – inklusive Pinguine, ohne Graureiher.

 

Das Konzept stammt vom Büro Lehrecke Ges. von Architekten mbH. Es ist eine Mischung aus Altbewährtem und Neuem. Geplant sind weiterhin Käfige, rund 50 Volieren: von der kleinsten mit sieben Quadratmetern bis zur zehn Meter langen für die großen Hornvögel.

Ein Kontinent in jedem Flügel

Neu ist der ganze zweite Stock. Dort entsteht eine Zuchtanlage – „ein Trumpf für uns“, sagt Klös. Vogelnachzucht sei schwieriger als Säugetierhaltung. Deshalb werde das 220 Quadratmeter große Areal zum „Backstage“-Bereich erklärt, wo die Pärchen ungestört turteln können. „Früher hatten wir nur einige kleine Käfige zur Zucht. Das war eine andere Philosophie.“

 

Der Plan des Hauses sieht im Luftbild aus wie ein Schmetterling. Jeder der vier Flügel steht für einen Kontinent: Afrika, Australien und Asien – sowie Südamerika als größter Komplex mit dem Schwerpunkt Papageien. Makrolon-Lichtbänder bringen viel mehr Licht ins Gebäude. „Wir hoffen auf mehr Pflanzenwuchs als im alten Haus“, sagt Klös. Derzeit sind Hunderte von Ex-Bewohnern in Wirtschaftshof und Zusatzquartieren untergebracht. Nur wenige kamen in den Tierpark.

 

In der Mitte des Gebäudes hält für den Zoo die Moderne Einzug: drei Freiflughallen auf 845 Quadratmetern Fläche. Höhe: sieben bis zehn Meter. Die asiatische Regenwaldhalle wird mit mehr als 400 Quadratmetern die größte; dazu kommen eine afrikanische Savanne und eine australische Dornbuschhalle.

 

„Das hat nicht die Ein-Hektar-Dimension von Gondwanaland“, warnt Klös jene, die sich in Berlin den Leipziger Zoo der Zukunft herbeisehnen. „Anders als in Leipzig sollen bei uns Vögel in den Hallen fliegen können – und die Besucher diese auch sehen“. Im Tropenareal werden ein Wasserfall gebaut und ein Teich angelegt. „Der Clou ist unser Baumwipfelpfad“, so Klös, begehbar von der ersten Etage. „Besucher durchqueren den asiatischen Luftraum und blicken zugleich nach Afrika und Australien“, sagt Klös. Ziel des Tri-Weges ist ein kleiner Versammlungsplatz – etwa für Hochzeitsfeiern. „Die Kosten in Höhe von 10,8 Millionen Euro zahlen wir aus Eigenmitteln“, betont Zoo-Direktor Blaszkiewitz. Beteiligt ist der Förderverein von Zoo und Tierpark: „Wir haben in den vergangenen zwei Jahren 110.000 Euro zur Verfügung gestellt“, sagt der Vorsitzende Thomas Ziolko.

 

In diesem Jahr unterstützen die Förderer mit 65.000 Euro den Umbau der Tropenbärenanlage. „Aus vier Anlagen machen wir zwei. Es bleiben nur zwei Tropenbär-Arten im Zoo: Kragenbär und Lippenbär. In Tierpark sind Malaienbär und Brillenbär zu sehen“, sagt Blaszkiewitz.

 

Die zwei neuen Anlagen werden verglast, ihre Wassergräben zugeschüttet. Eine der beiden Anlagen ist trennbar. Die Fläche verdoppelt sich. „Teilweise nehmen wir Felsen weg und legen Naturboden. Denn Bären leben nicht nur auf Felsen – das galt Ende der 60er-Jahre noch als schick“, erklärt Blaszkiewitz. Für die Kragenbären sind 1080 Quadratmeter vorgesehen, für die Lippenbären 610 Quadratmeter. Die Gesamtkosten betragen knapp zwei Millionen Euro. Tätig ist das Ingenieursbüro Schimke, Kant & Partner. Vogelhaus und Bärenanlage rausgerechnet, plant der Zoo weitere 2,3 Millionen Euro ein: Kosten für Reparaturen, Sanierung und kleinere Projekte.

 

Begehbare Baumkronen – so lautet auch das Motto im Tierpark. Dort ist die Mittelhalle im Alfred-Brehm-Haus das größte Projekt. Im September 2011 war Spatenstich, zu Weihnachten 2012 ist die Eröffnung geplant. Schon zu sehen sind die Stützen und Metallunterlagen für den Rundgang in fünf Meter Höhe. Von ihm kann man Indische Riesenflughunde beim Abhängen in den Bäumen beobachten. 9,7 Millionen Euro kostet der Umbau – inklusive Energiesanierung.

 

Dafür hat der Tierpark drei Finanziers gefunden. 3,3 Millionen Euro hat die Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin für den Umbau gegeben. „Das Geld konnten wir als Eigenanteil deklarieren“, sagt Blaszkiewitz, „dadurch haben uns auch die Europäische Union über ihr Umweltentlastungsprogramm UEP und das Land Berlin gefördert.“ Beide bringen zusammen mehr als 6,3 Millionen Euro auf.

 

Nicht in luftige Höhen, sondern ab ins Erdreich graben sich Arbeiter vor der Eisbärenanlage. „Wir planen einen barrierefreien Tunnel“, sagt Blaszkiewitz. Zur Mitte der Anlage soll eine Einsichtscheibe eingebaut werden, hinter der die Bären Troll, Aika und Tonja schwimmen. „Die Gesamtkosten schätzen wir auf 140.000 Euro“, sagt Blaszkiewitz. Davon zahlt der Förderverein 105.000 Euro. Drittes Projekt im Tierpark ist die Steinadlervoliere. Sie liegt hinter dem Eingang am Bärenschaufenster auf der rechten Seite. Auch bei ihrem Umbau soll sich die Fläche vergrößern. Das Projekt bezahlt der Förderverein komplett mit 110.000 Euro.

 

Berlin-Tops

Die schönsten Kiezkinos, die beliebtesten Currywurst-Buden

Erleben Sie das Beste von Berlin...

Restaurantempfehlungen

Von der Currywurst bis zur Gastronomie der Spitzenklasse

Für alle, die besser Essen wollen...

Geschäfte, Märkte, Shoppingviertel

Modelabels, Buchhandlungen, Einkaufsstraßen

Alles, was zum Stöbern einlädt...