Stadtplan, Zahlen und Fakten
Interaktiver Stadtplan, das Wetter von morgen und noch mehr Fakten zu Berlin
Für alle, die mehr wissen wollen...
Der Checkpoint Charlie an der Kreuzung Friedrich- und Zimmerstraße war der wohl bekannteste aller Grenzübergänge zwischen West- und Ost-Berlin. Kaum ein Ort ließ die Atmosphäre des Kalten Krieges so deutlich spüren wie dieser. Zwischen Mitte und Kreuzberg gelegen, verband er den sowjetischen Sektor mit dem amerikanischen. Im August 1961, mit dem Bau der Mauer, wurde der Kontrollpunkt Checkpoint Charlie eingerichtet, über den ausschließlich alliiertes Militärpersonal, ausländische Diplomaten, Ausländer, Mitarbeiter der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland in der DDR und DDR-Funktionäre in den Ostteil der Stadt gelangen konnten. Kontrolliert wurde er von den Amerikanern. Der Checkpoint Charlie schnitt auch die Friedrichstraße in zwei Teile. Den Namen „Charlie“ verdankt der Ort der Tatsache, dass die Amerikaner drei Kontrollpunkte in Deutschland hatten. Checkpoint A, auch „Alpha“ genannt, stand in Helmstedt, Checkpoint B („Bravo“) in Berlin-Dreilinden und Checkpoint C („Charlie“) eben im Zentrum der geteilten Stadt.
Am 27. Oktober 1961 standen sich am Checkpoint Charlie sowjetische und alliierte Panzer mit scharfer Munition gegenüber – beide Seiten, so heißt es, hatten den Befehl, die Panzer notfalls einzusetzen. Grund für die Auseinandersetzung war der Versuch der SED-Führung, alliierte Rechte der Westmächte in Berlin einzuschränken.
Der Checkpoint Charlie war auch Schauplatz zahlreicher Fluchten aus Ost-Berlin. Viele davon endeten tragisch. So wurde der 18jährige Peter Fechter am 17. August 1962 angeschossen und verblutete vor den Augen westlicher Beobachter. Wenige Meter vom Checkpoint Charlie entfernt entstand eine provisorische Gedenkstätte, an der Menschen Blumen niederlegten und ein Holzkreuz aufgestellt wurde. Zum 13. August 1999 wurde der Gedenkort mit einer Pflastermarkierung und einer von Karl Biedermann geschaffenen Stele umgestaltet. Gestiftet wurde die Stele von der Axel Springer AG.
Die Baracke des Checkpoint Charlie steht heute im Alliiertenmuseum
Auffälligstes Bauwerk des Checkpoint Charlie war die Grenzkontrollbaracke mit den aufgemalten Länderfahnen der Westalliierten. Sie wurde am 22. Juni 1990, noch vor der Wiedervereinigung, abgebaut und ist inzwischen im Alliiertenmuseum in Zehlendorf zu besichtigen. Heute steht am einstigen Checkpoint Charlie ein Nachbau des Grenzhäuschens, ein Stapel Sandsäcke wurde davor drapiert. Als Grenzposten verkleidete Schauspieler lassen sich gegen Bezahlung fotografieren. Daneben bieten seit 20 Jahren Straßenverkäufer „originale“ Rote-Armee-Relikte an.
Obwohl 20 Jahre nach dem Mauerfall vom einstigen Grenzverlauf nicht mehr allzuviel zu sehen ist, pilgern jährlich Scharen von Schulklassen und Touristen aus aller Welt zum Checkpoint Charlie. Seit 2006 erinnert an der Zimmerstraße eine Open-Air-Ausstellung an die Zeit des Kalten Krieges. Sie informiert über gescheiterte und geglückte Fluchtversuche, gibt einen Überblick über die Bedeutung des Checkpoint Charlie und dokumentiert die wichtigsten Erinnerungs- und Gedenkorte sowie Museen. Lohnenswert ist auch ein Besuch im Mauermuseum, dem Museum Haus am Checkpoint Charlie (Friedrichstr. 43, täglich geöffnet von 9 bis 22 Uhr, Eintritt 12, Schüler 9,50 Euro). Es zeigt, wie erfinderisch die Menschen waren, denen die Flucht per Ballon, Mini-U-Boot oder Tunnel gelang. Außerdem erzählt es die Geschichte des Checkpoint Charlie, gibt Dokumentationen über die Mauer, zeigt Ausstellungen, lädt zu Vorträgen, Kinovorführungen und befasst sich mit den Menschenrechten. Auch einige der spektakulären Flucht-Objekte werden gezeigt.
Adresse: Friedrichstraße, Ecke Zimmerstraße
Stadtplan, Zahlen und Fakten
Für alle, die mehr wissen wollen...
Ausflüge, Radtouren, Spaziergänge
Für alle, die mehr unternehmen wollen...
Geschäfte, Märkte, Shoppingviertel
Alles, was zum Stöbern einlädt...