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1,3 Kilometer lang ist die East Side Gallery, Berlins längstes Mahnmal für Frieden und Versöhnung, größter erhaltener Rest der einstigen Berliner Mauer und außerdem die längste dauerhafte Freiluftgalerie der Welt. Entstanden ist sie im Frühjahr 1990, als 118 Künstler aus aller Welt ein Stück Hinterlandmauer in Friedrichshain bemalten. Auf den Mauersegmenten hielten sie mit Phantasie und insgesamt 4114 Litern Farbe ihre politischen und poetischen Ansichten zu den Veränderungen zwischen 1989 und 1990 fest.
Die East Side Gallery war das erste gesamtdeutsche Kunstprojekt und entstand nach dem Zusammenschluss der Künstlerverbände beider deutscher Länder. Eine internationale Künstlergruppe, zu der etwa Kani Alavi und Jim Avignon gehörten, gründete die East Side Gallery, die am 28. September 1990 feierlich eröffnet und wenig später unter Denkmalschutz gestellt wurde.
Zu den berühmtesten Gemälden der East Side Gallery gehören Dmitri Wrubels Bruderkuss zwischen Breschnew und Honecker, Birgit Kinders durch die Mauer brechender Trabi oder Rosemarie Schinzlers Friedenstauben. Wer an der East Side Gallery entlang schlendert, findet Abstraktes und Naives, Eindringliches und Freches – auf alle Fälle ist die Galerie ein Ort, der zum Innehalten einlädt.
Allerdings beschränkten sich nicht alle Menschen aufs Betrachten. Immer wieder verewigten sich Besucher mit Graffitis oder Schmierereien, Mauerspechte schlugen Stücke heraus. Auch Autoabgase und die Witterung sorgten dafür, dass die Gemälde einige Jahre später stark angegriffen waren. Auch Durchbrüche, wie sie etwa im Rahmen der Bauarbeiten für einen Spree-Zugang der O2 World durchgeführt wurden, machten der East Side Gallery zu schaffen.
Einige besonders brüchig gewordene Gemälde wurden im Jahr 2000 restauriert, und im Oktober 2008 begann die vollständige Sanierung der East Side Gallery. 83 der ursprünglich 118 Künstler kamen einige Monate später nach Berlin und malten ihre Bilder erneut an die Mauer. Im März 2009 wurde mit Vyatcheslav Schlyakhovs „Die Masken“ das erste wiederhergestellte Bild enthüllt, am 6. November 2009 waren die Arbeiten an der East Side Gallery beendet und sind künftig hoffentlich vor Graffiti-Sprühern und M auerspechten sicher.
Adresse: Mühlenstraße zwischen Ostbahnhof und Oberbaumbrücke, Friedrichshain, Anfahrt über S-Bhf. Ostbahnhof oder S/U-Bhf. Warschauer Straße. Die Künstlerinitiative bietet auch Führungen an, Informationen unter www.eastsidegallery-berlin.de
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