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Als 1770 Doktor Philippe Curtius in Paris eine Ausstellung mit lebensgroßen Wachsfiguren eröffnete, hätte wohl niemand geahnt, was einmal daraus werden würde. Schuld daran war eine gewisse Marie Grosholz aus Straßburg, die von Curtius das Wachsmodellieren lernte und seine Figurensammlung später erbte. Marie, aus der 1795 Marie Tussaud wurde, zog nach England und gründete 1835 in der Londoner Baker Street Madame Tussauds Wachsfiguren-Ausstellung. Neben prominenten Politikern gehört dazu eine Kammer des Schreckens mit gruselig anzuschauenden Opfern der Französischen Revolution.
Inzwischen hat Madame Tussauds Filialen in vielen Städten der Welt, und seit 2008 gibt es auch in Berlin eine Wachsfigurenausstellung. Prominente aus Geschichte und Politik, Kultur und Sport sind hier in Wachs dargestellt, es gibt eine Sportarena, in der man sich wie bei einer Live-Veranstaltung fühlen und auf dem Tennisplatz gegen Boris Becker antreten kann.
Ein Fernsehstudio bei Madame Tussauds macht den Besucher zum Gast bei Jauch & Co., im Musik-Bereich begegnet man Weltstars und kann sich selbst als Sänger probieren. Eine Attraktion ist die Promi-Party, bei der man hinter die Fassaden der Stars schauen kann.
Natürlich können die Besucher auch erfahren, wie die Figuren hergestellt werden und warum die Herstellung so aufwändig ist. Zwar kann man die Produktionsstudios nicht besuchen, aber der Bereich „Hinter den Kulissen“ zeigt den Prozess vom Treffen mit dem Star bis zur fertigen Wachsfigur. Mit Maßband und Tastzirkel werden 226 Maße des Promis genommen und außerdem mehr als 150 Fotos angefertigt. Dabei beobachtet der Künstler die Mimik des Originals, um den Charakter möglichst echt nachbilden zu können. Nun wird ein Metallskelett hergestellt, auf das die Körperform aus Ton modelliert wird. Erst danach kommt Wachs ins Spiel: Es wird in „Negative“ aus Gips gegossen, ausgehärtet und dann mit Farbe, Echthaar und Acrylglas-Augen gestaltet. Die passende Kleidung spenden die Stars selbst.
Mancher wächserne Promi bei Madame Tussauds wirkt so echt, dass der Fan große Augen macht. Und dann natürlich nicht auf ein Erinnerungsfoto verzichten möchte.
Adresse: Madame Tussauds, Unter den Linden 74, Mitte, Tel. 01805/54 58 00. Geöffnet tgl. ab 10 Uhr, letzter Einlass 18 Uhr. Heiligabend geschlossen. Eintritt: 19, ermäßigt 18, Kinder bis 14 Jahren 14 Euro. Anfahrt: S-Bhf. Brandenburger Tor, Bus 100 oder TXL
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