Bookmark and Share
A A A

Potsdamer Platz

Heute pilgern vor allem Touristen zum Potsdamer Platz

Der Potsdamer Platz mit seinen Hochhäusern steht für das vereinte, neue Berlin. Er ist wiederbelebter Verkehrsknotenpunkt, Amüsiermeile mit Kinos, Theatern und Gastronomie, sowie Hotel- und Bürostandort. Der Platz verbindet die beiden Stadtzentren im Osten und Westen der Stadt und schafft eine neue Mitte. Sein Wahrzeichen: eine Verkehrsampel aus den 20er-Jahren

Berlin, Potsdamer Platz Arkaden




Weitere Bilder
Berlin, Potsdamer Platz Arkaden

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts war der Potsdamer Platz nur ein Verkehrsknoten an der Reichsstraße 1. Bis zum Zweiten Weltkrieg hatte er sich zu einem der belebtesten Plätze Europas entwickelt. Doch der Krieg und die Teilung der Stadt sollten ihn für Jahrzehnte in eine von Mauer und Stacheldraht gesäumte Brache mitten in der Stadt verwandeln. Zu Mauerzeiten flitzten nur Wildkaninchen durch die Sperrzone auf dem Potsdamer Platz. Die West-Berliner durften ihn unterirdisch passieren. Sie fuhren mit der U-Bahn durch dunkle, zugemauerte Bahnhöfe ohne anzuhalten und sahen dort Grenzpolizisten auf Patrouille. Auch der Bahnhof Potsdamer Platz war so ein Geisterbahnhof.

 

Bis zum Fall der Mauer gab es auf der Westseite nur Imbissbuden, Aussichtspodeste und Souvenir-Kioske. Schon wenige Tage nach dem Mauerfall wurde am 12. November 1989 auf dem Potsdamer Platz die Mauer aufgebrochen, ein Straßenstück asphaltiert und ein provisorischer Grenzübergang geschaffen.

 

Von 1823-24 hatte der königliche Baumeister Karl Friedrich Schinkel zwischen Potsdamer und Leipziger Platz ein klassizistisches Stadttor Richtung Potsdam gebaut. Seine Torhäuschen blieben noch bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges stehen. Der „Verkehrsturm“ mit seinen horizontal angelegten Signalen prägte ab 1924 das Bild des Platzes. Er war wegen des dichten Verkehrs aufgestellt worden. 1937 wurde er demontiert. Heute steht eine Nachbildung auf dem Platz.

 

Potsdamer Platz war in den 20er Jahren Berlins quirligster Ort

 

Die Fertigstellung des Potsdamer Fernbahnhofes 1838 machten den Potsdamer Platz noch quirliger. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts schossen Hotels und Gaststätten aus dem Boden - das „Grand-Hotel Bellevue“, ebenso wie das „Palast Hotel“, der „Fürstenhof“, das „Pschorr-Bräu“ oder der Künstlertreff „Café Josty“. Der Architekt Franz von Schwechten entwarf das sechsstöckige „Haus Potsdam“.

 

In den 1920er-Jahren wurde es unter Leitung der Familie Kempinski als „Haus Vaterland“ zu Deutschlands größtem Amüsierpalast. Während tagsüber Angestellte, Geschäftsleute und Touristen das Bild des Platzes bestimmten, waren es nachts Prostituierte und Varieté-Besucher. Rund um den Platz blühte das Rotlichtmilieu. Der expressionistische Maler Ernst Ludwig Kirchner setzte dem Potsdamer Platz 1914 mit seinem gleichnamigen Gemälde ein Denkmal.

 

Der Verkauf der Grundstücke des Potsdamer Platzes an den Automobilkonzern Daimler-Benz AG und die städtebauliche Entwicklung des Areals wurden nach dem Mauerfall ab 1990 rasch vorangetrieben. Das lief nicht ohne Streit ab. Während Senatsbaudirektor Hans Stimman sich für eine postmoderne Architektur stark machte, setzten die Investoren mit Hilfe des Stararchitekten Richard Rogers eine „Hochhaus-City für das 21. Jahrhundert“ durch. In den 1990er-Jahren wurde der Potsdamer Platz zur größten Baustelle Europas. Baukräne dominierten die Skyline Berlins. Touristen und Berliner konnten aus einem Aussichtscontainer den Fortschritt der Bauarbeiten beobachten.

 

Am Potsdamer Platz entstanden so markante Bauten wie das Sony Center des US-Amerikaners Helmut Jahn, in dem heute Cafés, Restaurants, Apartments, Büros und das Filmmuseum Berlin mit der Deutschen Kinemathek untergebracht sind.

 

Die Deutsche Bahn hat für ihre Holding einen BahnTower errichtet. Der beherrschende Gebäudekomplex mit 70 000 Quadratmetern ist das südlich davon liegende Quartier Daimler. Der italienische Stararchitekt Renzo Piano entwarf das debis-Haus. Heute hat dort die Daimler Financial Services ihr Firmendomizil. Gegenüber dem BahnTower steht der 103 hohe, vom Architekten Hans Kollhoff entworfene Kollhoff-Tower, der dem Betrachter einen schönen Rundblick über Berlin beschert.

 

Um den Marlene-Dietrich-Platz gruppieren sich mehrere Kinos und Theater, Shopping-Arkaden, und ein Hotel mit Spielcasino. Eines der letzten Gebäude des Potsdamer Platzes, das Weinhaus Huth, wurde in die Neubebauung integriert. Auch die Überreste des alten Hotels Esplanade wurden ins Sony Center eingebaut. Dafür musste der „Kaisersaal“ um 75 Meter verschoben werden.

 

Im Beisheim-Center ist das Ritz Carlton und das Marriott Hotel untergebracht, in den Park Kolonnaden Büros. Im Delbrück-Hochhaus von Kollhoff finden Kunden Büros von Wirtschaftsprüfern, Steuerberatern und Rechtsanwälten.

Stadtplan, Zahlen und Fakten

Interaktiver Stadtplan, das Wetter von morgen und noch mehr Fakten zu Berlin

Für alle, die mehr wissen wollen...

Ausflüge, Radtouren, Spaziergänge

Ausflüge in und um Berlin und die Lieblingsplätze prominenter Berliner

Für alle, die mehr unternehmen wollen...

Geschäfte, Märkte, Shoppingviertel

Modelabels, Buchhandlungen, Einkaufsstraßen

Alles, was zum Stöbern einlädt...