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Die Goldelse wacht über den Großen Stern

Siegessäule

Sie hat den Ruf, Berlins schwerste Dame zu sein. 36 Tonnen wiegt die goldene Viktoria, die auf der Siegessäule im Tiergarten thront und jährlich Scharen von Touristen anlockt. Wer die 285 Stufen zur Aussichtsplattform auf der Siegessäule erklommen hat, genießt eine phänomenale Aussicht über die Stadt.



„Goldelse“ sagen die Berliner, wenn sie von der Siegessäule sprechen – und meinen das mit allem Respekt, den ein Berliner äußern kann. Schließlich ist das Bauwerk mitten im Grün des Tiergartens eines der Wahrzeichen Berlins. 69 Meter hoch ragt es in den Himmel, gekrönt von der goldenen Siegesgöttin Viktoria. Erbaut wurde die Siegessäule 1873 – sie sollte an die preußischen Feldzüge gegen Dänemark, Österreich und Frankreich zwischen 1864 und 1871 erinnern. Am 2. September 1873 wurde die Siegessäule als Nationaldenkmal eingeweiht. Ursprünglich stand sie auf dem heutigen Platz der Republik vor dem Reichstag, 1938/39 zog sie auf den Großen Stern um, auf den fünf Straßen zuführen, darunter die Straße des 17. Juni. Die Säule selbst besteht aus vier Sandstein-Segmenten. Anfangs waren es in Erinnerung an die drei Siege nur drei Segmente, das vierte fügten die Nationalsozialisten nach dem Sieg gegen Frankreich 1940 hinzu.

285 Treppenstufen führen auf die Aussichtsplattform der Siegessäule

Über einen Fußgängertunnel, erreichbar durch vier Torhäuser, kommen Besucher unter der vielspurigen Fahrbahn hindurch zur Siegessäule und können das Bauwerk, das auf einem Sockel aus poliertem rotem Granit steht, ersteigen. Auf dem Sockel mit bronzenen Reliefdarstellungen der Berliner Bildhauer Moritz Schulz, Karl Keil, Alexander Calandrelli und Albert Wolff steht die Säulenhalle, deren Innenwand mit einem Glasmosaik von Anton von Werner verziert ist. Es zeigt die Geschichte der deutschen Einheit nach dem Krieg gegen Frankreich 1871. Von der Halle aus geht es auf 285 Stufen nach oben auf die 50,66 Meter hoch gelegene Aussichtsplattform der Siegessäule. Zu Füßen der Viktoria hat man einen weiten Blick über den Tiergarten und weite Teile Berlins.

35 Tonnen wiegt die Siegesgöttin, die stolze 8,30 Meter Höhe misst. Friedrich Drake schuf die vergoldete Bronzefigur, die in der rechten Hand einen Lorbeerkranz hält und sich mit der linken Hand auf einen Speer stützt. Auf ihrem Helm thront ein Adler.

Den Krieg hat die Siegessäule weitgehend unbeschadet überstanden, obwohl Frankreich nach dem Zweiten Weltkrieg die Sprengung des Bauwerks gefordert hatte. Die amerikanischen und britischen Alliierten lehnten den Antrag aber ab. Auf Forderung der Franzosen wurden allerdings die Bronzereliefs am Sockel entfernt – zur 750-Jahr-Feier Berlins 1987 wurden sie wieder angebracht.

Berliner und Touristen lieben die Siegessäule, nicht nur wegen ihres Ausblicks. In Wim Wenders’ Film „Himmel über Berlin“ spielte sie eine prominente Rolle und auch beim jährlichen Festival of Lights wird sie in Farbe getaucht. Und als Barack Obama vor seiner Wahl zum US-Präsidenten am 24. Juli 2008 eine Rede hielt, wählte er die Siegessäule als Kulisse.

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