Stadtplan, Zahlen und Fakten
Interaktiver Stadtplan, das Wetter von morgen und noch mehr Fakten zu Berlin
Für alle, die mehr wissen wollen...
„Tränenpalast“ nannten die Berliner die einstige Ausreisehalle des Grenzüberganges im Bahnhof Friedrichstraße, der am 13. August 1961 vom Durchgangs- zum Kopfbahnhof für beide Seiten der Stadt geworden war. Die Ausreisehalle, im Ost-Teil der Stadt gelegen, war der Ort, an dem Ost-Berliner ihren Besuch aus dem Westen verabschieden mussten – oft flossen dabei Tränen. In dem schlichten Gebäude, das an den Bahnhof Friedrichstraße angrenzt, standen die Abfertigungsschalter der DDR-Grenztruppen. Bevor sie den Tränenpalast betraten, mussten die Menschen den Volkspolizisten ihren Ausweis zeigen.
Neben den Abfertigungsschaltern gab es im Tränenpalast eine Zollkontrolle. Wer sich vom Zwangsumtausch in Höhe von zuletzt 25 DDR-Mark Waren in Ost-Berlin gekauft hatte, hatte eine Zollausfuhrerklärung vorzulegen, manchmal wurden die Reisetaschen durchsucht. Der Grenzübergang am Bahnhof Friedrichstraße stand allen Nationalitäten offen.
Der Tränenpalast als Kulturklub
Nach der Wiedervereinigung blieb die denkmalgeschützte Ausreisehalle bestehen und wurde 1991 offiziell Tränenpalast genannt. Fortan flossen aber eher Lachtränen: Aus dem Gebäude war ein Kulturklub geworden, in dem Kabarettisten und Musiker aus unterschiedlichen Nationen auftraten, in dem Lesungen abgehalten und Partys gefeiert wurden. Superstars wie Prince und The Temptations gastierten im Tränenpalast ebenso wie der Dichter Heiner Müller oder der Musiker und Kabarettist Georg Kreisler. Es gab zudem seit 2000 das Jazz-, Weltmusik- und Popfestival „blue nites“. Der Charakter der einstigen Abfertigungshalle blieb erhalten.
Im Sommer 2006 wurde das Grundstück, auf dem der Tränenpalast steht, vom Berliner Senat verkauft, der Klub musste schließen. Das Tränenpalast-Team veranstaltet seine Programme seither als Gastspiele in verschiedenen Berliner Theatern und Clubs. Das Tränenpalast-Gebäude wird seither zum Erinnerungsort gestaltet. Als Dokumentationsstätte über die Teilung und Wiedervereinigung ist es Teil der Bonner Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland geworden, die dort eine Dauerausstellung einrichten und den Tränenpalast teilweise mit Originalteilen rekonstruieren wird. Im Spätsommer 2011 soll die Dokumentationsstätte eröffnet werden.
Stadtplan, Zahlen und Fakten
Für alle, die mehr wissen wollen...
Ausflüge, Radtouren, Spaziergänge
Für alle, die mehr unternehmen wollen...
Geschäfte, Märkte, Shoppingviertel
Alles, was zum Stöbern einlädt...