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Die Waldbühne gilt als eine der schönsten Freiluft-Arenen Europas. Mitten im Wald gelegen erinnert sie an ein griechisches Amphitheater. Der Architekt Werner March, der u.a. auch das nahegelegene Berliner Olympiastadion und das Deutsche Sportforum erbaute, schuf die Waldbühne 1934 bis 1936 nach Plänen von Conrad Heidenreich. March nutzte dafür die von dichtem Wald umgebene Murellenschlucht, einen natürlichen, 30 Meter tiefen Talkessel am Murellenberg im Ortsteil Westend.
Eröffnet wurde die Waldbühne, die als Kult- und Feierstätte der Nationalsozialisten genutzt werden sollte, am 2. August 1936 unter dem Namen „Dietrich-Eckart-Bühne“. Namenspate war ein nationalsozialistischer Schriftsteller. Während der Olympischen Spiele 1936 wurden in der Waldbühne Wettbewerbe im Boxen und Geräteturnen ausgetragen, außerdem gab es Opern- und Theateraufführungen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg bekam die beschädigte Waldbühne ihren heutigen Namen. Hauptsächlich Boxveranstaltungen gab es dort zu der Zeit, etwa am 31. Oktober 1948 Max Schmelings legendärer Boxkampf gegen Richard Vogt, der das Ende seiner Karriere markierte. Die Trauerfeier für Kurt Schumacher fand 1952 in der Waldbühne statt. Die Arena diente aber auch als Freiluftkino, etwa während der Berlinale 1951. Zehn Jahre später wurde der Bühnenbereich restauriert, die Waldbühne wurde zum beliebten kulturellen Veranstaltungsort.
1965 verwüsteten Fans der Rolling Stones die WaldbühneVor allem Rockkonzerte gab es hier. Eines davon endete am 15. September 1965 mit Tumulten und einer zerstörten Waldbühne: Nach einem Konzert der Rolling Stones legten Fans die Arena in Schutt und Asche, weil sie den Auftritt zu kurz fanden. Drei Jahre lang blieb die verwüstete Waldbühne ungenutzt. 1969 wurde sie renoviert, aber erst 1978 gab es wieder regelmäßig Konzerte. Dazu gehörten auch legendäre Auftritte wie jener von Bob Marley im Jahre 1980. Zwei Jahre später wurde der Bühne das auffällige weiße Zeltdach mit den beiden Spitzen aufgesetzt.
Selbst die Berliner Philharmoniker haben die Waldbühne als Freiluft-Konzertsaal entdeckt. Am 30. Juni 1984 gaben sie hier ihr erstes Saisonabschluss-Konzert unter Leitung von Reinhard Peters. Der Erfolg war so groß, dass die Philharmoniker seither alljährlich im Juni in der Waldbühne auftreten, immer mit wechselnden Dirigenten. Daniel Barenboim, Claudio Abbado, Sir Simon Rattle und andere Stars standen hier schon am Pult und genossen die besondere Atmosphäre, zu der abendliches Vogelgezwitscher ebenso dazugehört wie die Picknickkörbe der bis zu 22.000 Besucher, die auf den 88 Stufen mit Sitzreihen oder auf der Wiese vor der Bühne Decken ausbreiten, Feuerzeuge schwenken und dem klassischen Konzert eine ausgelassene Stimmung verleihen. Zum Abschluss erklingt als liebgewonnene Tradition Paul Linckes „Berliner Luft“.
Adresse: Glockenturmstraße 1, Charlottenburg
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