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Einen Trabi gibt es hier auch, inklusive Motorengeräusch. Mit dem kann man im DDR-Museum eine simulierte Fahrt durch eine Plattenbausiedlung machen. Oder man betritt ein authentisches DDR-Wohnzimmer samt Karat-Schrankwand. In der Küche steht noch der alte Schnellkochtopf und wer will, kann sich im original DDR-Kinosessel das legendäre Fußballspiel DDR gegen BRD anschauen. Es gibt ein Wiedersehen (oder eine Erst-Begegnung) mit dem Schaumbad „ba-du-san“ in der rosa Plastik-Schweinchen-Verpackung, mit den Tempo-Erbdrn oder der Spreequell-Club-Cola. „Ach die!“, schmunzeln die einen und erinnern sich, während die anderen große Augen machen.
Besucher des DDR-Museums betreten eine Plattenbausiedlung im Maßstab 1:20, werfen Blicke in Wohnräume, öffnen Türen und Schränke und dürfen berühren, was sie sehen. Vieles riecht noch nach DDR. Und darum geht es auch im DDR-Museum: Es zeigt auf 400 Quadratmetern Fläche das Leben in der einstigen Deutschen Demokratischen Republik.
Mauer und Stacheldraht sind ebenso ein Thema wie die Mangelwirtschaft, der die Menschen mit Tausch- und Schwarzhandel und Erfindungsreichtum begegneten. Im Stasi-Bereich erfährt der Besucher Interessantes aus der Täter- und der Opferperspektive. Wie fühlt es sich an, abgehört zu werden?
Natürlich befasst sich das im Juli 2006 eröffnete DDR-Museum auch mit der Freizeitgestaltung – FKK und Lipsi-Tanz inklusive. Denn das Leben in der DDR war nicht nur Alltag in einer Diktatur, sondern die Menschen haben sich Freiräume geschaffen, die ebenfalls Thema der Ausstellung im DDR-Museum sind.
Zu den Zielen des Museums, das auf Steuergelder verzichtet und sich ausschließlich durch seine Besucher finanziert, gehört neben der Erinnerung auch der Versuch, den Besucher dazu zu animieren, sein Wissen zu erweitern und Klischees zu überdenken.
16 Themenmodule, die das Leben in der DDR darstellen, gibt es im DDR-Museum: Grenze, Berlin, Verkehr, Jugend, Bildung, Arbeit, Konsum, Staatssicherheit, Bauen, Wohnen, Familie, Medien, Mode, Freizeit, Kultur und Urlaub. Zu allen Themen hat das Museum Exponate zusammengetragen – sei es der Trabi, der Filmprojektor aus dem Staatsratsgebäude oder die Druckmaschine der oppositionellen Umweltbewegung. Etwa 164.000 Exponate umfasst die Sammlung, die meisten sind Spenden von privaten Haushalten. Seit 2008 gibt es im DDR-Museum zudem ein Besucherzentrum, in dem Vorträge gehalten, Filme gezeigt oder Workshops veranstaltet werden. Außerdem werden regelmäßig Führungen für Gruppen durch das DDR-Museum angeboten.
Adresse: DDR-Museum, im City-Quartier DomAquarée, Karl-Liebknecht-Str. 1, Mitte, Tel. 030/847 123 731. Geöffnet: Mo-So, 10-20 Uhr, Sa bis 22 Uhr, Eintritt 5,50, erm. 3,50 Euro. Anfahrt: S/U-Bhf. Alexanderplatz oder S-Bhf. Hackescher Markt. Bus 100, 200, 248, M48, TXL bis Spandauer Straße, Tram M5, M4, M6 bis Spandauer Straße. www.ddr-museum.de
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