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Große Namen brachten Kultur in den Südwesten Berlins

Schlossparktheater

Etwas außerhalb des Trubels liegt das Schlosspark-Theater, das seit 2009 unter Leitung von Dieter Hallervorden steht. Er verwirklicht in dem seit 1921 hier ansässigen Theater seinen Traum vom klassischen Theater.



Große Namen sind mit dem Schlosspark-Theater verbunden: Hildegard Knef, Klaus Kinski und Martin Held gehörten einst zum Ensemble des Theaters, das 1921 im 1804 fertiggestellten Wirtschaftstrakt des Gutshauses Steglitz („Wrangelschlösschen“) Unterkunft fand. Dafür wurde das im klassizistischen Stil errichtete Haus umgebaut und mit 440 Sitzplätzen ausgestattet. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Boleslaw Barlog 27 Jahre lang Intendant des Theaters – in dieser Zeit traten die schon erwähnten Schauspieler im Schlosspark-Theater auf. Hildegard Knef erlebte hier ihr Theaterdebüt, und Samuel Becketts „Warten auf Godot“ hatte im Schlosspark-Theater seine deutschsprachige Erstaufführung – inszeniert von Beckett persönlich.

1953 gab es für das Ensemble den Deutschen Kritikerpreis für die Uraufführung von Max Brods Fassung des Kafka-Stückes „Das Schloss“. Zu der Zeit diente das Schlosspark-Theater als Staatstheater und war „Kleines Haus“ des Schillertheaters. 1991 wurde das Schlosspark-Theater renoviert, doch schon zwei Jahre später geschlossen und danach von Heribert Sasse als Privattheater genutzt. Doch der Erfolg blieb aus.

2003 gab es eine neue Ausschreibung für das Schlosspark-Theater. Der Zuschlag ging an die Toys-Musicalproduktion, deren Partner der Konzern Stage Entertainment ist. Die Europa-Premiere des Broadway-Hits „Pinkelstadt“, in der deutschen Fassung mit Ilja Richter in der Hauptrolle, war 2004 ein riesiger Erfolg – doch er hielt nicht lange an. Für Stage Entertainment war das Haus bald zu klein, und schon im Sommer 2006 gab es keine Theatervorstellungen mehr. Das Ende des geschichtsträchtigen Theaters im Berliner Südwesten schien besiegelt.

Der Kabarettist Dieter Hallervorden rettete das Schlosspark-Theater

Doch dann kam Dieter Hallervorden. Der Schauspieler und Kabarettist hatte den Traum, das Schlosspark-Theater neu zu beleben. Sein Ziel war es, die Tradition des Hauses fortzuführen. Klassisches Theater statt Boulevard, auch deutsche Erstaufführungen und Uraufführungen. Dafür setzte er, wie es heißt, mehr als eine Million Euro aus seinem Privatvermögen ein, um das Theater zu sanieren. Im Dezember 2008 mietete er das Theater für zehn Jahre von der Stadt Berlin, am 1. September 2009 begann der Spielbetrieb.

Am 2. September hatte „Die Socken opus 124“ von Daniel Colas Deutsche Erstaufführung im Schlosspark-Theater – Regie führte Katharina Thalbach. Hallervorden spielte selbst eine der Hauptrollen. Große Namen gibt es auch wieder in dem kleinen Theater. Schauspieler wie Ingid van Bergen, Suzanne von Borsody, Katharina Thalbach oder Walter Sittler stehen hier ebenso auf der Bühne wie Kabarett-Kollegen von Dieter Hildebrandt über Hagen Rether bis Josef Hader.

Adresse: Schlosspark-Theater, Schloßstr. 48, Steglitz, Tel. 789 56 67 100. Anfahrt: S1 bis Rathaus Steglitz, U9 bis Rathaus Steglitz, Bus M85, Bus M48. Kassenöffnungszeit: Mo-Fr, 10-19 Uhr, Sa/So, 14-19 Uhr www.schlosspark-theater.de

sb

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