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Hasen gibt es hier schon lange nicht mehr. Nur noch ihre kleineren Verwandten, die Kaninchen, hoppeln über die weitläufigen Wiesenflächen der Neuköllner Hasenheide und erinnern an die Zeiten, in denen es hier ein Hasengehege gab. Das war um 1678. Der Große Kurfürst ging hier gern zur Jagd und ließ das Gehege anlegen.
Heute sind die Kaninchen sicher – gejagt wird hier nicht mehr. Stattdessen dient die Hasenheide als Ausflugsziel, Sonnenbank, Joggingstrecke oder Sportplatz. Und das nicht erst in jüngerer Zeit: Am 19. Juni 1811 eröffnete Friedrich Ludwig Jahn an dieser Stelle den ersten preußischen Turnplatz. Aus den Geräten und Übungen entwickelte sich das heutige Geräte-Turnen. Das Jahndenkmal auf einer kleinen Anhöhe im Nordosten der Hasenheide erinnert seit 1872 an den Turnvater. Am Sockel haben Turnvereine aus aller Welt Ehrentafeln angebracht.
Friedlich ging es in der Hasenheide allerdings nicht immer zu: Am 27. November 1886 lieferten sich in der Hasenheide der Baron Armand von Ardenne und der Amtsrichter Emil Hartwich ein Duell, das für Hartwich tödlich ausging. Theodor Fontane beschrieb die Geschichte in seinem Roman „Effi Briest“.
Zum Volkspark gestaltet wurde die etwa 50 Hektar große Hasenheide ab 1936 vom Stadtgartendirektor Joseph Pertl. Er schuf weiträumige Wiesenflächen zwischen Baumreihen – Erinnerung an die historischen Schießstände und Exerzierplätze, die es hier im 19. Jahrhundert gegeben hatte. 1951 wurde der Park durch die 69,50 Meter hohe Rixdorfer Höhe erweitert, die aus Trümmerschutt entstand. Am Eingang Graefestraße erinnert eine Skulptur von Katharina Szelinski-Singer an die Berliner Trümmerfrauen.
Reizvolle Bereiche der Hasenheide sind der Heidegarten mit Rhododendronhain, der von labyrinthartigen Pfaden durchzogen wird, ein Rosengarten und der Rixdorfer Teich. Dazu gibt es ein Tiergehege. Außerdem entstanden zahlreiche Sportbereiche – von der Minigolfanlage über die Skateboard-Strecke bis zum Schach-Platz. Fußballer nutzen die Wiesen zum Kicken, Jogger den ganzen Park als Trainingsstrecke. 1954 wurde das Naturtheater im Volkspark Hasenheide eröffnet. Seit den 80er-Jahren dient es im Sommer als Freiluftkino mit 1100 Sitzplätzen und idyllischem Ausblick.
Doch leider hat die Hasenheide auch eine dunkle Seite: Sie gilt nicht nur als „Hundeklo Deutschlands“, sondern ist auch ein Schwerpunkt der Berliner Drogenszene. Mit verstärkter Präsenz versucht die Polizei, dieses Problem in den Griff zu bekommen.
Freiluftkino Hasenheide, Im Volkspark, Tel. 030/283 46 03, www.freiluftkino-hasenheide.de
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