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Zentrum der Kultur im Herzen Berlins

Staatsoper Berlin

Mehrfach zerstört und immer wieder aufgebaut – die Staatsoper Berlin hat in den über 250 Jahren ihrer Existenz manches miterlebt und vieles überstanden. Beinahe immer war sie ein wichtiger Ort der Kultur im preußischen bzw. deutschen Staat.



 

Die Deutsche Staatsoper Berlin hatte eins als Königliche Hofoper angefangen. Friedrich II., der gerade eben den Thron bestiegen hatte, beauftrage den Baumeister Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff mit dem Bau einer Oper. Knobelsdorff, der unter anderem auch für das Schloss Sanssouci und die Gestaltung des Berliner Tiergartens verantwortlich zeichnete, entwarf einen Bau im klassizistischen Stil. Vom italienischen Architekten Andrea Palladio „borgte“ er sich die an antike Tempel erinnernde Säulenfassade. Knobelsdorffs Bauten zeigen neben der stilistischen Vorgabe in erster Linie die bis heute erkennbare Hingabe an gefällige Proportionen, die den Bau und seine Umgebung gleichermaßen berücksichtigen.

 

Am 7. Dezember 1742 wurde die Spielstätte mit der Uraufführung von Carl Heinrich Grauns „Cleopatra e Cesare“ noch vor der eigentlichen Eröffnung 1743 eingeweiht

 

Mit der Eröffnung konnte die Staatsoper drei Ehrentitel erringen. Sie war das erste königliche Opernhaus Deutschlands, das erste freistehende Opernhaus überhaupt und das seinerzeit größte Operngebäude Europas.

Eine Katastrophe zum 100. Geburtstag

Ziemlich genau 100 Jahre nach der Eröffnung passierte eine Katastrophe, die das Gebäude beinahe völlig zerstört hätte. In der Nacht vom 18. auf den 19. August 1843 brach ein Feuer aus – die Staatsoper brannte bis auf ihre Grundmauern nieder. Carl Ferdinand Langhans wurde mit dem Wiederaufbau beauftragt. Der Architekt verlängerte das Gebäude, verlegte den Haupteingang vom Süden an die Nordseite. Bereits ein Jahr später wurde mit der Uraufführung von Giacomo Meyerbeers Oper „ein Feldlager in Schlesien“ das Gebäude neu eröffnet.

 

In seiner Geschichte wurde das Gebäude noch zwei Mal zerstört, beide Male durch Bombardements im 2. Weltkrieg.

 

Die letzte Rekonstruktion erfolgte dann bereits unter dem Kommando sozialistischer Baumeister. Architekt Richard Paulick griff dabei wesentlich auf die Originalpläne Knobelsdorffs zurück. Heute hat die Staatsoper 1396 Plätze und zählt damit in Deutschland mittlerweile eher zu den kleineren Opernhäusern.

Die Staatskapelle besteht seit über 400 Jahren

Beinahe genauso wichtig wie das Gebäude sind die Künstler, die das Haus mit Leben füllen. Zuständig für die Musik war zunächst die königliche Hofkapelle, deren Wurzeln als Amüsement der Herrscher bis ins Jahr 1570 zurückreichen: Aus diesem Jahr datiert eine Erwähnung als kurfürstliche Hofkapelle. Seit dem 19. Jahrhundert spielten die Musiker des Königs, mittlerweile als Staatskapelle tituliert, auch selbstständig Sinfoniekonzerte: Einer der profiliertesten Dirigenten jener frühen Jahre war Felix Mendelsson Bartholdy. Wie die Musiker wurde auch der Chor professionalisiert: Bis 1821 wurden Kinder aus den umliegenden Schulen für Chöre angefordert. In jenem Jahr wurde dann der Chor der Staatsoper gegründet. Die Staatsoper im Herzen Berlins zog immer wieder profilierte Künstler an. In den 20er Jahren dirigierte Wilhelm Furtwängler hier, später Herbert von Karajan.

 

In den ersten Jahren nach dem 2. Weltkrieg wurden Oper und Staatskapelle gemeinsam von und für beide Stadthälften betrieben. Der große Rundfunksaal in der Masurenallee und der Admiralspalast dienten als Spielstätten. Mit dem Bau der Mauer fiel der künstlerische Austausch dann aus. Den Mangel an profilierten Künstlern, den der Eiserne Vorhang mit sich brachte, versuchte die DDR-Führung durch Zwangsauftritte von Künstlern anderer Städte auszugleichen.

 

Seit der Wiedervereinigung gehört die Staatsoper wieder zu den kulturellen Highlights der Stadt und behauptet sich im Wettbewerb der drei Opern Berlins gut. Intendant ist derzeit Jürgen Flimm; Generalmusikdirektor ist seit 1992 Daniel Barenboim, auf dessen Wunsch derzeit massive Umbauten vorgenommen werden. Von 2010 bis 2013 ist das Operngebäude also mal wieder geschlossen, die Künstler weichen in dieser Zeit in das Schillertheater im Berliner Westen aus.

 

Deutsche Staatsoper Berlin

 

Unter den Linden

 

Spielstätte 2010 bis 2013

 

Schillertheater, Bismarckstr. 118, Telefonischer Kartenservice Mo–Sa 10–20 Uhr, So und Feiertag 12–20 Uhr

 

Tel.: 030-20 35 45 55

 

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