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Eine Heimat für zeitgenössische Kunst

Hamburger Bahnhof

Die bedeutendsten Werke zeitgenössischer Kunst haben im Hamburger Bahnhof eine Heimat gefunden. Der spätklassizistische Bau inmitten von Berlins Zentrum hat allerdings bereits eine lange Tradition als Museum, da er seit seiner Stilllegung 1884 eine der ersten Industrieruinen wurde.

Hamburger Bahnhof




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Hamburger Bahnhof

 

Im Jahr 1835 ging die erste Eisenbahnstrecke, die historische Linie von Nürnberg nach Fürth, in Betrieb. Danach ging es mit der neuen Technologie rasend schnell. Das deutsche Schienennetz wuchs in den Jahren der Industrialisierung unaufhaltsam. So sollten natürlich auch die Städte Hamburg und Berlin verbunden werden. 1846 wurde die Strecke in Betrieb genommen.

 

Ein Prunkstück des Spätklassizismus

 

Natürlich brauchte die Eisenbahn auch einen repräsentativen Bahnhof. So wurde in Berlin der Hamburger Bahnhof geplant und gebaut. Erst ein Jahr später, nach der Inbetriebnahme der Strecke, wurde auch der prächtige, im spätklassizistischen Stil errichtete Bahnhofsbau fertig. Wie beinahe alle Bahnhöfe jener frühen Jahre war der Hamburger Bahnhof eine Kathedrale des Fortschritts, ein Ausstellungsstück moderner Bau- und Ingenieurskunst. Er wurde als Kopfbahnhof angelegt, das heißt, dass die Gleise am Bahnhof in einer Sackgasse endeten. Extra für den neuen Bahnhof wurden der Humboldthafen und der Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal angelegt, um den Bahnhof an Schifffahrtsstrecken anzubinden. Diese Mühe rettete den Hamburger Bahnhof jedoch nicht vor dem schnellen Ende. Bereits 1884 wurde die Station stillgelegt. Die Züge fuhren seither vom nahe gelegenen Lehrter Bahnhof auch Richtung Hamburg. Der Hamburger Bahnhof wurde so – in der Hochphase der Industrialisierung – eine der ersten Industrieruinen des Landes.

 

Bereits 1906 wurde der Hamburger Bahnhof Museum

 

Nur wenige Jahre später wurde der Hamburger das erste Mal als Museum benutzt – so wie es noch heute ist. Zunächst zog hier 1906 das Königliche Bau- und Verkehrsmuseum ein. Der Anspruch war durchaus pädagogisch. Das Museum sollte Studenten, Schülern aber auch Ingenieuren und Architekten zu Aus- und Weiterbildung dienen. In diesen Jahren kamen auch die bahnsteigartigen, lang gezogenen Zwillingsflügel hinzu. Anders als heutige Besucher häufig vermuten, haben diese zweigeschossigen Bauten also nichts mit der ursprünglichen Bahnhofsanlage zu tun. Bei den Berlinern jedenfalls kam der Museumsneuling, der als Vorgänger des Technikmuseums betrachtet werden kann, sehr gut an. Der Hamburger Bahnhof wurde Publikumsmagnet.

 

Eine neue Ära mit der Sammlung Marx

 

Im zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude schwer beschädigt, die Sammlungen geplündert. Nach dem Krieg wurden die Ruinen der Reichsbahn zugesprochen. Damit erlebte der Hamburger Bahnhof seine eigene Teilungsgeschichte. Das Gelände lag im Grenzgebiet West, die Reichsbahn hatte ihren Sitz im Osten. Da die Reichsbahn im Westen laut Alliiertenstatut nur Transportaufgaben übernehmen durfte, kümmerte sich sich kaum um den Bau. Erst in den achtziger Jahren ging das Areal das Bahnhofs an den Westberliner Senat über. Dieser ließ das Gebäude sanieren und für wechselnde Kunstausstellungen verwenden.

 

Eine neue Ära brach für das Museum an, als der Bauunternehmer und Kunstsammler Richard Marx der Stadt seine Kunstsammlung anbot. Der Senat wählte den Hamburger Bahnhof als neue Heimat für die umfangreiche Sammlung moderner Kunst. Paul Kleihues entwarf die Pläne für eine erneute Generalüberholung, die 1996 abgeschlossen wurde. Seither beheimatet der Hamburger Bahnhof die Sammlung Marx, das Archiv Joseph Beuys und seit 2010 über 150 Bilder der „Friedrich Christian Flick Collection“. Dauerhaft sind unter anderem Werke von Andy Warhol, Roy Lichtenstein, Anselm Kiefer und Joseph Beuys zu sehen. Dazu kommen noch Wechselausstellungen.

 

Das Museum, das als Gebäude bereits selber der Star sein könnte, beherbergt so einen Querschnitt durch die moderne Kunst des späten 20. Jahrhunderts und hat sich mit seinen teils plakativen, teils schrägen, teils zum Nachdenken anregenden Ausstellungstücken längst zum Publikumsmagneten unter den Berliner Museen entwickelt.

 

Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin

 

Invalidenstraße 50-51, 10557 Berlin, Tel. 030 - 3978 3411

 

www.hamburgerbahnhof.de

 

 

Öffnungszeiten

 

Mo geschlossen

 

Di 10:00 Uhr - 18:00 Uhr

 

Mi 10:00 Uhr - 18:00 Uhr

 

Do 10:00 Uhr - 18:00 Uhr

 

Fr 10:00 Uhr - 18:00 Uhr

 

Sa 11:00 Uhr - 20:00 Uhr

 

So 11:00 Uhr - 18:00 Uhr

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