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Den besten Auftritt haben ausgerechnet einige Skelette. Hoch aufgerichtet, mit gewagt peitschendem Schwanz, dornigen Rückenpanzern und messerscharfen Szenen begrüßen gefährlich wirkende Jäger in der zentralen Halle den Besucher. Über allem ragt jedoch ein außerordentlich friedliches Exemplar heraus, das sich einst nur von Pflanzen ernährte. Im Berliner Naturkundemuseum steht das weltweit größte Exemplar eines Dinosaurier-Skelettes. Bis in beachtliche 13 Meter erhebt sich der Brachiosaurus brancai (nach neuesten Erkenntnissen gehört das Skelett vermutlich sogar eher zur Gattung Giraffatitanen). Auch in der Länge, von Schnauze bis Schwanz, passt das Skelett so gerade eben in den überdachten Lichthof des Museums. Die anderen Exemplare – Dicraeosaurus, Diplodocus, Kentrosaurus, Allosaurus, Dysalotosaurus und Elaphrosaurus – wirken dagegen beinahe klein, obwohl sie teils ebenfalls mehrere Meter aufragen.
Die Evolution als ThemaDas Naturkundemuseum in der Invalidenstraße (Mitte) widmet sich in erster Linie mit der Entstehung der Erde. Es gibt zahlreiche Exponate, die sich mit der Evolution beschäftigen. Auf zahlreichen Schautafeln und mit Beispielen wird die Entwicklung der Arten anschaulich erklärt. In einigen Vitrinen sind erhaltene Urzeitexemplare zu bewundern. Mehr als 30 Millionen Stücke haben die Forscher des Museums bis heute zusammengetragen, unter anderem 130.000 ausgestopfte Vögel und ebenfalls 130.000 in Alkohol konservierte Fische.
Ein Trakt widmet sich der Geologie und präsentiert abertausende Gesteins- und Mineralienproben.
Das Naturkundemuseum geht bis ins Jahr 1889 zurück, als der Neubau als Teil der Humboldt-Universität eröffnet wurde. Das Museum finanzierte unter anderem die Expedition zum Tendaguru. In diesem Hügel in Tansania fanden die deutschen Forscher von 1909-1913 die rund 150 Jahre Millionen Jahre alten Dinosaurierskelette, die bis heute im Museum ausgestellt werden. Insgesamt 250 Tonnen an Knochenfunden gruben die Forscher und ihre zahllosen Helfer aus der afrikanischen Erde aus.
Auch der Museumsbau allein ist sehenswert. Der ursprünglich dreiflüglige, von August Tiede entworfene Bau steht für das aufstrebende und zugleich preußisch-obrigkeitliche Deutsche Reich. Der Bau vereint dabei die massive Architektur der Kaiserzeit mit der lichten Leichtigkeit eines Museumsbaus. Allein die schweren, schmiedeeisernen Türen oder die Treppenhäuser mit ihren ebenfalls schmiedeisernen Geländern lohnen einen Besuch im Gebäude. In den ersten Jahren des 21. Jahrhunderts wurde der Bau inklusive eines im 2. Weltkrieg zerstörten Flügels komplett saniert und strahlt jetzt in neuer Pracht.
2009 wurde das Museum zudem in eine eigene Stiftung überführt. Der Name: „Museum für Naturkunde – Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung an der Humboldt-Universität zu Berlin“. Häufiger verwendet und weltweit bekannt ist der kurze Titel Naturkundemuseum.
Museum für Naturkunde
Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung an der Humboldt-Universität zu Berlin Invalidenstraße 43, 10115 Berlin Tel. 030 20938591, www.naturkundemuseum-berlin.de
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag von 9.30 bis 18.00 Uhr
Sonnabends, Sonntags und an Feiertagen von 10.00 bis 18.00 Uhr
Montags geschlossen
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