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Die Keimzelle Berliner Museumskultur

Altes Museum

Mit dem Alten Museum schuf Karl Friedrich Schinkel einst einen Tempel für die Kultur. Auch heute noch pilgern die Menschen auf die Museumsinsel. Das Gebäude ist dabei mindestens genau so wichtig, wie die darin ausgestellte Antikensammlung.



Der Architekt und Baumeister Karl Friedrich Schinkel hat wie kaum ein anderer Berlin geprägt. Mit seinen Ideen, seinen Schülern und seine Bauten bestimmt er bis heute das Stadtbild des alten Berlin. Mitten in Mitte setzte er sich mit einem seiner wichtigsten Gebäude ein Denkmal für die Ewigkeit. Das Alte Museum auf der Museumsinsel ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Tempel für die Kultur.

Ein Bau für das Humboldtsche Bildungsideal

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts fand das Humboldtsche Bildungsideal, das einen aufgeklärten und gebildeten Bürger im Zentrum hatte, immer mehr Anhänger. Zu diesem Bildungsideal gehörten auch öffentliche, für jedermann zugängliche Kunstsammlungen in Museen. 1822 zeichnete Schinkel also erste Pläne, von 1825 bis 1828 wurde das Alte, ursprünglich „Königliche Museum“ genannte Gebäude dann gebaut.

Schinkel verwirklicht beim Alten Museum die Tempel-Idee

Schinkel schuf mit dem Museum ein Musterbild eines klassizistischen Gebäudes. Mit seiner Säulenhalle, den Fresken, dem flachen Dach und seinem massiven Sockel scheint das Gebäude geradewegs von einem Tempelberg griechischer Hochkultur nach Berlin verpflanzt worden zu sein. Auch wenn das 87 Meter lange und 55 breite zweigeschossige Gebäude mehrfach umgebaut, zwischenzeitlich schwer beschädigt und wieder restauriert wurde, strahlt es noch immer die zeitlos schöne Erhabenheit aus, die Schinkels Bauten auszeichnen.

Das Museum war zudem ursprünglich Teil eines Ensembles rund um den Lustgarten, bestehend aus Zeughaus, Dom und Stadtschloss. Jedes Gebäude sollte dabei eine der Kräfte im Land repräsentieren. Das Schloss den König, der Dom den Klerus, das Zeughaus das für die Preußen wichtige Militär und das Museum als letzter Bau das noch junge Bürgertum.

Antikensammlung steht im Zentrum des Museums

Schinkel greift auch im Gebäude-Inneren die Tempelidee wieder auf. Die Ausstellungsräume gruppieren sich um zwei Innenhöfe. Im Zentrum des Gebäudes steht wiederum eine über zwei Stockwerke reichende, 21 Meter hohe Rotunde mit einem runden Kuppeldach: Die Kuppel ruht ihrerseits wieder auf zahlreichen korinthischen Säulen und ist ganz bewusst dem Pantheon in Rom nachempfunden.

Ursprünglich wurde hier sämtliche Kunst der Stadt ausgestellt, mit dem wachsenden Ensemble der Museumsinsel, weshalb das Königliche Museum als ältester Bau auch die Bezeichnung Altes Museum erhielt, wurde die Sammlung spezieller. Von 1904 an und heute wieder ist hier die Berliner Antikensammlung untergebracht.

Das Bürgertum hat sich mittlerweile das Museum auch in einem Sinne angeeignet, der das frühe Bildungsbürgertum vermutlich hochgradig schockiert hätte. Vor allem im Sommer sitzen die Menschen in Scharen auf der großen Freitreppe, die vom Lustgarten zum Eingang führt, bestaunen die Gebäude, picknicken oder genießen einfach nur die Sonne.

Altes Museum

Am Lustgarten 12¸10178 Berlin, Tel. 030-20905577

Öffnungszeiten

Mo 10:00 Uhr - 18:00 Uhr

Di 10:00 Uhr - 18:00 Uhr

Mi 10:00 Uhr - 18:00 Uhr

Do 10:00 Uhr - 22:00 Uhr

Fr 10:00 Uhr - 18:00 Uhr

Sa 10:00 Uhr - 18:00 Uhr

So 10:00 Uhr - 18:00 Uhr

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