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Komische Oper

Barocker Prunk hinter nüchternem Stein

Die Komische Oper ist das kleinste der drei Opernhäuser in Berlin. Mitten in Mitte pflegt es mit ausschließlich in deutscher Sprache gespielten Werken ein eigenes Profil.
Komische Oper / Berlin



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Auf dem Grund und Boden, auf dem das Gebäude der Komischen Oper in Berlin Mitte steht, wurde im 19. Jahrhundert erstmals den schönen Künsten gehuldigt. Bis 1892 entstand hier ein Theaterbau, in dem zunächst das Theater Unter den Linden eine Heimat fand und anschließend, bis 1933, das legendäre Metropol-Theater. Vor allem nach de Jahrhundertwende und in den wilden 20er Jahren war das Metropol wegen seiner gewagten Revuen und knallbunten Operetten weltbekannt. Die Nazis schlossen das Metropol und ließen in dem Gebäude in der Behrenstraße propagandistische „Kraft-durch-Freude“-Stücke inszenieren.

Walter Felsenstein gründete die Komische Oper

Im Krieg wurde das Gebäude schwer beschädigt: Lediglich der Zuschauerraum überstand die Luftangriffe auf Berlin weitgehend unbeschadet. Bereits 1947 zog dann die Komische Oper ein, gegründet, geleitet und jahrelang geprägt durch den österreichischen Regisseur Walter Felsenstein.

Bis zum seinem Tod 1975 leitete Felsenstein die Bühne und schuf ein Opern- und Operettenhaus von Weltrang. Unter anderem Otto Klemperer, Vaclav Neumann und Kurt Masur gehörten zu den Dirigenten, die das Profil des Hauses schärften. Zu einer Besonderheit der Komischen Oper gehört ein Erlass, der auf Felsenstein zurückgeht: Das komplette Repertoire wird in deutscher Sprache gespielt.

Eine Fassade im Stil der Ost-Moderne

Das Gebäude selber ist in gewisser Weise ein schizophrener Bau. Das Innere, der Zuschauerraum, verströmt bis heute die Pracht und die Dekadenz preußisch-wilheminscher Prunkbauten. Das Äußere wurde bei einer grundlegenden Sanierung in den sechziger Jahren im Stil der Ost-Moderne gehalten. Heller Sandstein, klare geometrische Formen und eine fast fensterlose Fassade verschleiern gekonnt die bunte Welt des Theaters, die sich im Inneren verbirgt.

Nach der Wiedervereinigung begannen zunächst schwierige Jahre für die Komische Oper. Mit Staatsoper, Deutscher Oper und Komischer Oper gibt es drei Opernhäuser in der Stadt. Nach Einschätzung der Haushälter in der Berliner Politik ein Haus zu viel, zumal in einer Stadt, die als notorisch klamm zu bezeichnen ist.

Die Komische Oper hatte es in der Debatte um den „Opernstandort Berlin“ mehrfach schwer. Das Haus in der Behrenstraße ist mit 1190 Sitzplätzen die kleinste der drei Spielstätten. Die Staatsoper galt wegen ihres Namens, ihrer Lage und ihrer Tradition als gesetzt, die Deutsche Oper als Haus Westberliner Kultur ebenfalls. Mittlerweile sind alle drei Häuser in einem gemeinschaftlichen Unternehmen, der „Stiftung Oper in Berlin“, untergebracht und gelten als längerfristig gesichert.

 

Komische Oper Behrenstraße 55-57, 10117 Berlin, 030-47997400

 

 

 

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