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Am 13. August 1961 errichtete das Regime der DDR die Mauer, die Deutschland teilte. Beim Versuch, diese Grenze zu überwinden, starben bis 1989 weit über 100 Menschen. Bereits seit 1963 besteht in unmittelbarer Nähe der Berliner Mauer, in Sichtweise zum Checkpoint Charlie, dem Grenzübergang in der Friedrichstraße, ein Museum zu Ehren der Opfer.
Der Historiker Rainer Hildebrandt, der unmittelbar nach dem Krieg die „Kampfgruppe gegen die Unmenschlichkeit“ mitgegründet und darin im Kalten Krieg gegen die DDR-Führung gekämpft hatte, war wichtiges Mitglied der „Arbeitsgemeinschaft 13. August“.
Diese Arbeitsgemeinschaft rief das Mauermuseum am Checkpoint Charlie ins Leben. Hildebrandt wurde sein Leiter.
Im Mauermuseum sind Dokumente zur Mauer, zum Todesstreifen und insbesondere zu den Opfern sowie den Fluchtversuchen zu besichtigen. Zu den Exponaten gehören ein Fesselballon, ein Faltboot, ein Pkw mit Kofferraum mit falschem Boden und andere Mittel, mit deren die Bürger aus der DDR flohen bzw. geschmuggelt wurden.
Das Museum befindet sich an prominenter Stelle, dem Checkpoint Charlie, an dem die Mitglieder der Alliierten die Grenze zwischen Ost und West passieren konnten. Heute erinnert an den Übergang die Nachbildung eines Wachhäuschens und Schauspieler, die für Fotos in den Uniformen der alliierten Streitkräfte posieren.
Das Museum war seit seiner Gründung immer umstritten, auch weil Museumsgründer Rainer Hildebrandt und nach dessen Tod im Jahr 2004 seine Nachfolgern, Ehefrau Alexandra, die alleinige Deutungshohheit über die Mauer und ihre Toten in Anspruch nahmen. Die Zahlen, die das Mauermuseum angibt, liegen deutlich über denen anderer Forschungseinrichtungen. Auch das eher plakative Ausstellungskonzept wird gelegentlich kritisiert.
Beide, Rainer und Alexandra gaben, bzw. geben sich – weil sie sich als Freiheitskämpfer – verstanden bzw. verstehen, in Diskussionen mit anderen Wissenschaftlern und den Behörden wenig kompromissbereit. Die Urne mit der Asche Hildebrandts, der 2004 89-jährig verstarb, beispielsweise steht immer noch im Krematorium, weil sich der Wunsch Hildebrandts auf einem behördlich geschlossenen Friedhof in Moabit beerdigt zu werden, nicht erfüllen lässt. Eine Alternative aber kommt für die Witwe nicht in Frage. Wegen der unbestreitbar großen Verdienste Hildebrandts, die ihm unter anderem den großen Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland einbrachten, verzichtet das Land auf die ansonsten in einer solchen Situation üblichen Zwangsmaßnahmen.
Mauermuseum,
Friedrichstraße 42-45, 10969 Berlin, Tel. 030-2537250
www.mauermuseum.de
Öffnungszeiten:
Täglich 9-22 Uhr
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