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Die Architektur erinnert an einen Schulbau aus den sechziger Jahren, als Neubauten in erster Linie noch schnell und nicht schön entstehen mussten. Die Fassade aus Glas, Beton und wenig Stahl wirkt eher abweisend. Nichts lässt darauf hindeuten, dass hier in der Bismarckstraße unweit des Hardenbergplatzes seit längerer Zeit Kultur geschaffen wird.
Gegenentwurf zur StaatsoperTatsächlich gehen die Anfänge der deutschen Oper bis in den Beginn des 20. Jahrhunderts zurück. Im Berliner Vorort Charlottenburg entstand 1911/1912 das „deutsch Opernhaus“ und wurde von einem bürgerlichen Kreis, der seinerzeit reichsten Stadt Preußens ganz bewusst als Gegenentwurf zur kaiserlich-repräsentativen Staatsoper unter den Linden initiiert. Die Eröffnung erfolgte denn auch mit Beethovens „Fidelio“, der ersten „bürgerlichen“ deutschen Oper.
Als Charlottenburg mit der großen Stadtreform an Berlin ging und seine Unabhängigkeit verlor, musste auch die Oper ihren Namen lassen und wurde zur bloßen „städtischen Oper“. Der Name sollte noch einige Male wechseln. Die Nazis kehrten dann zu Namen Deutsche Oper zurück, nach dem Krieg hieß es wieder städtische Oper, als symbolischer Akt nach dem Mauerbau beschlossen die Verantwortlichen die Rückkehr zum bis heute gebräuchlichen Bezeichnung Deutsche Oper.
Neubau der Deutschen Oper in den fünfziger JahrenIm Krieg wurde das Gebäude des Theaterarchitekten Heinrich Seeling, das einst 2300 Sitzplätze hatte, komplett zerstört, das Ensemble wich zunächst in den Admiralspalast nach der deutschen Teilung dann in das Theater des Westens aus.
Am 24. September 1961 wurde mit einer Inszenierung von Mozarts „Don Giovanni“ der Neubau in der Bismarckstraße eröffnet. Architekt Fritz Bornemann hatte den klotzigen Bau entworfen, der knapp 2000 Plätze hat und damit in Berlin das größte und in Deutschland das drittgrößte Opernhaus stellt.
Die massive Steinfront des Gebäudes hat neben dem (umstrittenen) ästhetischen Aspekt noch den zusätzlichen Nutzen, die Bühne komplett vom Straßenlärm der sechsspurigen Bismarckstraße abzugrenzen. Der Zuschauerraum ist am ehesten den modernen Zeiten angepasst und bietet – anders als beispielsweise die Staatsoper einen Sitzkomfort der beinahe an moderne Multiplex-Kinos erinnert. Architekt Bornemann bezog bei seinem Neubau auch die gewachsene Bedeutung von Foyer und Wandelhalle mit ein. Die Bauten um den eigentlichen Opernraum sind außerordentlich weitläufig gestaltet. Auch deshalb übernahm die Deutsche Oper die repräsentative Rolle, gegen die sie ursprünglich gegründet worden war.
Das Repertoire passt zu der neuen repräsentativen Charakterisierung der Deutschen Oper. Der Spielort an der Bismarckstraße legt einen Schwerpunkt auf Wagner-Inszenierungen und ist deshalb auch eng mit den Bayreuther Festspielen verbunden.
Deutsche Oper
Bismarckstrasse 35, 10627 Berlin, Tel. 030-343 84 343
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