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Meist sind es die Bewohner, die ein Haus prägen und ihm Bedeutung verleihen. Das gilt insbesondere für Schlösser, sind deren Besitzer doch meist gekrönte Häupter oder zumindest Fürsten. Beim Schloss Glienicke ist das anders. „Hauptmieter“ Carl von Preußen ist ein weitgehend unbekannter Prinz, der dritte Sohn von König Friedrich Wilhelm III.
Schinkel prägte das Schloss GlienickeDer Architekt, der das Schloss zwar nicht ursprünglich erbaute, aber sein Aussehen bis heute prägte, genießt dagegen bis heute Weltruhm. Karl Friedrich Schinkel, der das Stadtbild des preußischen Berlins entscheidend geprägt hat, gestaltete ein größeres Gutshaus, das 1753 errichtet worden war, 1825 im klassizistischen Stil zum Schloss um. Schinkel konnte beim Schloss Glienicke auf die Vorarbeit eines anderen bedeutenden Berliner Architekten zurückgreifen. Landschaftsgärtner Peter Joseph Lenné hatte 1816 den Park, in dem das Gutshaus stand, neu gestaltet. Der Park gehört damit zu den frühen Arbeiten Lennés, der in jenen Jahren noch „Gartengeselle“ war. Bewohner im Schloss Glienicke war, während Lenné seine Arbeiten ausführte, ein weiterer bedeutender Zeitgenosse, dessen Name bis heute guten Klang hat. Karl August Graf von Hardenberg war zusammen mit dem Freiherrn zum Stein einer der beiden Reformer, die Preußen in der Zeit der napoleonischen Kriege widerstandsfähig gemacht hatten und dafür vom König in den Fürstenstand erhoben worden waren.
Italien-Fan und Preußen-PrinzNach dem Tode Hardenbergs kaufte dann Preußenprinz Carl das Grundstück. Zwar war ihm weder Herrschaft noch Bedeutung beschieden, aber dafür ein langes Leben. Bis 1883 bewohnte der Königsspross sein Sommerschloss. Carl war ein Bewunderer Italiens und der Antike. Das schlug sich im Schloss nieder. Der Prinz sammelte antike Skulpturen und ließ von Schinkel ein klassizistisches Schloss errichten, das eine außerordentlich gelungene südländische Leichtigkeit besitzt.
Nach dem Tod des Preußen ging es mit der Anlage bergab. Die Erben ließen das Schloss Glienicke verfallen. Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein gab es wechselnde Eigentümer und Streit um den Besitz. Seit 1935 war die Stadt Berlin Eigentümerin des Geländes. Im Krieg war hier zeitweilig ein Lazarett untergebracht, anschließend nutzte für kurze Zeit die Rote Armee das Gebäude als Kasino, auch Pferde wurden in den Räumlichkeiten beherbergt.
Seit 1987 sichert die Nutzung als Museum den Bestand. Park und Schloss Glienicke sind Weltkulturerbe. Seit der Wiedervereinigung kümmert sich die Stiftung Preußischer Kulturbesitz um das Areal. Im Schloss finden regelmäßig Konzerte statt, in einem Nebengebäude, der Remise befindet sich ein Restaurant, der „Goldene Greif“.
Schloss Glienicke
Königstraße 36, 14109 Berlin, Tel. 030-805 86 75-0
Öffnungszeiten
April bis Oktober
Dienstag bis Sonntag, 10–18 Uhr
Montag geschlossen
Mit Führungsangebot
November bis März
Samstag, Sonntag und Feiertag, 10–17 Uhr
Besichtigung nur mit Führung
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