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Ein unbekannter Soldat wacht über Russlands Gefallene

Sowjetisches Ehrenmal

Mitten im Treptower Park steht das Sowjetische Ehrenmal, mit dem der russischen Gefallenen im 2. Weltkrieg gedacht wird. Das Mahnmal, das zugleich als Soldatenfriedhof dient, ist seit der Wiedervereinigung nicht unumstritten.



Der Kampf um Berlin war der Schlusspunkt des 2. Weltkrieges auf den europäischen Schlachtfeldern. Bei diesen letzten Gefechten im Frühjahr des Jahres 1945 fielen unter anderem über 80.000 russische Soldaten. Zu Ehren dieser Gefallenen ließ die sowjetische Militärführung in Berlin drei Ehrenmale errichten. Eines steht in Pankow, in der Schönholzer Heide, eines in den ehemaligen Westsektoren, nahe des Brandenburger Tores im Großen Tiergarten, und das vermutlich bekannteste im Treptower Park.

Denkmal und Soldatenfriedhof

Wie seine beiden „Geschwister“ ist das Sowjetische Ehrenmal im Treptower Park nicht nur Denkmal, sondern auch Soldatenfriedhof für 7000 gefallene Russen.

Beinahe unmittelbar wurde ein Wettbewerb zur Gestaltung des Denkmals ausgeschrieben, 1946 mit dem Bau begonnen und 1949 Einweihung gefeiert. Das Sowjetische Ehrenmal steht mitten im Treptower Park auf dem Gelände einer ehemaligen Sport- und Spielwiese. Im Zentrum des Mahnmals ragt eine zwölf Meter hohe und siebzig Tonnen schwere Statue eines unbekannten Soldaten empor, der in den Armen Schwert und gerettetes Kind hält und mit seinen Stiefeln ein Hakenkreuz zerbricht: Die Statue selber ruht auf einem begehbaren Pavillon. Zu dem Pavillon auf einem Grabhügel inmitten des Ehrenmals führt der Weg an 16 Sarkophagen vorbei, die einerseits Szenen aus dem Zweiten Weltkrieg illustrieren und andererseits Sätze des einstigen Machthabers Josef Stalin zitieren. Zu dem Denkmal gelangt man von der Puschkin-Allee. Der Eingang wird durch einen Triumphbogen und weitere Statuen markiert.

Streit um Stalin-Zitate

Insbesondere die Stalin-Zitate waren nach der Wende 1989 umstritten. Sie wurden von Unbekannten zugemalt und von einigen offiziellen Vertretern der DDR, insbesondere der SED-Nachfolgepartei PDS, verteidigt, da sie für den würdigenswerten „Kampf gegen den Faschismus“ stünden. Immerhin 250000 Bürger der DDR beteiligten sich noch im Januar 1990 an einer entsprechenden Demonstration.

Größeren symbolischen Wert erlangte das Ehrenmal einige Jahre später. 1994 fand hier ein Teil der Zeremonien anlässlich des Abzuges der russischen Truppen aus Deutschland statt. Vorher ließ sich Moskau noch versichern, dass Deutschland die Pflege der Sowjetischen Ehrenmale übernimmt. Auch Veränderungen dürfen nur mit Zustimmung der russischen Föderation vorgenommen werden.

Bis heute werden jedes Jahr am 9. Mai, dem Tag der Kapitulation Nazi-Deutschlands, Kundgebungen am Sowjetischen Ehrendenkmal in Treptow abgehalten. Den Rest des Jahres ist es Touristenattraktion und Anlaufstelle für erholungsbedürftige Berliner.

Sowjetisches Ehrenmal

Zwischen Puschkinallee und Am Treptower Park, 12435 Berlin

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