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Mitten in Berlin residierten einst die Schergen des Terrors. In der Prinz-Albrecht-Straße hatten die SS und ihr „Sicherheitsdienst“ (SD), die Gestapo und später das Reichssicherheits-Hauptamt (RSHA) ihre Zentralen. Von hier aus wurden Gegner der Nazis, unzuverlässig erscheinende Bürger und andere bespitzelt, überwacht, verfolgt, gefoltert und gemordet. Hier organisierte die SS auch den Völkermord an den Juden und anderen.
Der Schrecken der Täter
Um anden Schrecken, den die Täter von 1933 bis 1945 verbreiteten, zu erinnern, wurde die Stiftung „Topographie des Terrors“ ins Leben gerufen. Bereits in den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurde das Gelände in der einstigen Prinz Albrecht Straße (heute Niederkirchner Straße) geräumt und der Stiftung zur Verfügung gestellt. Die eigentlichen Gebäude, die Kunstgewerbeschule, das „Prinz Albrecht-Palais“ und das „Hotel Prinz Albrecht“ waren bereits unmittelbar nach dem Krieg abgerissen worden.
Ein Quader aus Glas, Stahl und Beton
Heute sind die Kellergewölbe der einstigen Gebäude teilweise freigelegt und Teil der Ausstellung. In den Kellen befand sich auch das Gestapo-eigene Gefängnis, in dem Gegner des Regimes massiv gefoltert worden.
Nach längerer Planungs- und Bauphase steht auf dem Gelände jetzt ein Dokumentationszentrum nach den Plänen der Berliner Architektin Ursula Wilms. Der schlichte Quader aus Glas; Stahl und Beton erinnert entfernt an die Baracken, in denen in den KZs und Lagern die Opfer Nazideutschlands untergebracht worden waren. In dem Gebäude befinden sich auf zwei Etagen eine Bibliothek und eine Dauerausstellung, die über die wichtigsten Instrumente der Nazi-Schreckensherrschaft informiert. Auch das Gelände ist mittlerweile wieder vollständig zugänglich. Jahreszeitenabhängig wird hier vor allem über die Nutzung des Geländes und die Gebäude informiert. Zum Gelände gehört auch ein Teil der Mauer aus der Zeit der deutschen Teilung, die hier Kreuzberg (West) und Mitte (Ost) teilte. Jenseits der Mauer ist noch ein Teil des historischen Fußweges erhalten. Schräg gegenüber befindet sich der Preußische Landtag, heute Sitz des Berliner Landesparlamentes und in der Nazizeit Sitz des Volksgerichtshofes. Ebenfalls in direkter Nachbarschaft liegt das ehemalige Reichsluftfahrtministerium, in dem heute das Finanzministerium untergebracht ist.
Der mühsame Weg der Stiftung „Topograpie des Terrors“
Die Geschichte der „Topographie des Terrors“ als Mahnmal ist langwierig. Von der ersten Idee in den siebziger Jahren dauerte es bis 2010, bis die Gedenkstätte realisiert wurde. Das liegt unter anderem daran, dass zunächst eine Debatte geführt wurde, wie dem Schrecken, wie den Tätern und ihren Opfern angemessen gedacht werden könnte. Das liegt aber auch in einer typisch Westberliner Herangehensweise begründet. Der Architekt Peter Zumthor gewann 1993 einen Wettbewerb mit einem Modell, das in der Realisierungsphase deutlich teurer hätte werden sollen, als vorher angegeben. Es fand sich kein Geld, das Land setzte auf den Bund, der sich lange weigerte. Es wurde gebaut, es gab Stillstand und Treppenhäuser, die ins Nirgendwo führten und später wieder abgerissen wurden. Es gab Klagen und Entschädigungen und langen Stillstand. Erst ab 2005 gab es einen neuen Wettbewerb und wieder Bewegung.
Mittlerweile steht der Wilms-Bau, die Stiftung hat eine feste Heimstatt und die Menschen haben einen weiteren Ort, sich mit dem Terror der Nazideutschen und ihren Opfern zu befassen. Über 500.000 Menschen besuchten die Gedenkstätte im Jahr 2010.
Topographie des Terrors
Niederkirchner Str. 8, 10963 Berlin, Telefon 030-25450950,
www. topographie.de
Öffnungszeiten
täglich 10 - 20 Uhr
Außenbereiche bis Einbruch der Dunkelheit (spätestens 20 Uhr)
Schließtage
24., 31. Dezember und 1. Januar
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