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Gegründet wurde das Maxim-Gorki-Theater 1952, als erstes Stück lief am 30. Oktober die deutsche Erstaufführung des sowjetischen Stückes „Für die auf See“ von Boris Lawrenjow. Auf dem Programm des Hauses stand Gegenwartstheater, in den ersten Jahren unter dem Intendanten Maxim Vallentin gab es hauptsächlich Texte des russischen und sowjetischen Realismus. Ab Ende der fünfziger Jahre hatte das Maxim-Gorki-Theater auch Stücke wie Alfred Matuschkes „Nacktes Gras“ oder Heiner Müllers „Der Lohndrücker“ auf dem Programm. 1968 übernahm Albert Hetterle die Intendanz und machte das Theater zu einer Bühne, die sich kritisch mit der Gegenwart auseinandersetzt. In seiner Amtszeit inszenierte hier etwa Thomas Langhoff seine gefeierte Version von Tschechows „Drei Schwestern“. Zu den Höhepunkten seither gehörten etwa Andres Veiels „Der Kick“ und Lutz Hübners „Bankenstück“.
Inzwischen hat das Maxim-Gorki-Theater mit Armin Petras seinen fünften Intendanten. Er setzt auf eine Mischung aus Klassikern und Experimenten. Zu den Schauspielern, die am Gorki auftreten, gehören etwa Fritzi Haberlandt und Peter Kurth. Mit dem Gorki-Studio in der Straße Hinter dem Gießhaus hat das Maxim-Gorki-Theater noch eine weitere Spielstätte. Hier gibt es immer mal wieder Lesungen, Performances, Diskussionen und Begegnungen von Kunst, Politik und Wissenschaft.
Die Sing-Akademie ließ das Gebäude 1827 als Konzertsaal errichtenAuch das Gebäude, in dem das Maxim-Gorki-Theater residiert, ist sehenswert. Schließlich gilt es als ältester Konzertsaalbau Berlins. Erbaut wurde es 1825-27 für die Sing-Akademie zu Berlin, der Architekt Carl Theodor Ottmer verwendete dafür Pläne Karl Friedrich Schinkels. Das klassizistische Bauwerk bekam neben dem großen Saal einen kleineren Wintersaal. 1865 gestaltete Martin Gropius den Saal um, dessen großartige Akustik weithin gerühmt wurde. Neben der 1791 gegründeten Sing-Akademie, die die älteste gemischte Chorvereinigung der Welt ist, waren große Künstler zu Gast, darunter Niccolò Paganini, Clara und Robert Schumann, Franz Liszt, Anton Rubinstein oder Johannes Brahms. Die Plattenfirma Electrola nutzte den Saal für Aufnahmen, darunter auch Einspielungen der Berliner Philharmoniker unter Wilhelm Furtwängler.
Humboldt und Virchow nutzten die Singakadamie für VorträgeDoch nicht nur musikalisch hatte der Saal Bedeutung: So hielten hier Alexander von Humboldt oder Rudolf Virchow wissenschaftliche Vorträge, und 1848 tagte hier die Preußische Nationalversammlung.
Im Zweiten Weltkrieg wurde das Haus schwer beschädigt, allerdings konnte die wertvolle Notenbibliothek der Sing-Akademie, die 5170 Kompositionen u.a. von Georg Philip Telemann, Carl Heinrich Graun oder den Söhnen Johann Sebastian Bachs enthält, rechtzeitig ausgelagert werden (Allerdings gerieten sie in die Hände der Roten Armee und wurde erst 1999 in der Ukraine wiederentdeckt und inzwischen zurückgegeben). Die Sänger verlegten ihr Domizil in den Titania-Palast. Das Gebäude stand nach dem Krieg unter sowjetischer Verwaltung und war Teil des Hauses der Kulturen der Sowjetvölker, bis das Maxim-Gorki-Theater einzog.
Die Sing-Akademie kämpft seit 1991 um die Rückgabe ihres Eigentums – in den sechziger Jahren hatte die DDR-Verwaltung den Chor als Besitzerin aus dem Grundbuch gestrichen und das Gebäude zum Eigentum des Volkes erklärt.
Maxim-Gorki-TheaterAm Festungsgraben 2, Mitte
Gorki-Studio, Hinter dem Gießhaus 2, Mitte. Tel. 030/20221-0, Tickets: 030/20 221-115. www.gorki.de
Informationen zur Sing-Akademie: www.sing-akademie.de
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