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Ein Kasino des Militär als Museumsbau

Museum für Fotografie

Mit dem Museum für Fotografie hat Berlin seit 2004 eine neue kulturelle Attraktion. Ein besonderes Highlight des Museums ist die Sammlung der Helmut-Newton-Stiftung, die das fotografische Vermächtnis des in Berlin geborenen Künstlers enthält.

Fotoausstellung der Helmut Newton Stiftung




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Fotoausstellung der Helmut Newton Stiftung

Seit 2004 haben Foto-Fans ein Lieblingsziel in Berlin: das Museum für Fotografie an der Jebensstraße in Charlottenburg. Hier finden sie auf 2000 Quadratmetern Informationen über die Geschichte der Fotografie von der Frühzeit über den Piktorialismus mit seinen romantisch-verschwommenen Bildern um 1900 bis zur Gegenwart, die Sammlung Fotografie der Kunstbibliothek sowie die Ausstellungen der hier ebenfalls ansässigen Helmut-Newton-Foundation.

 

Fotokunst im Kaisersaal

 

Mehr als 700.000 Besucher kamen seit 2004 ins Museum für Fotografie, das zu den Staatlichen Museen Berlin gehört. Untergebracht ist es im einstigen Kasino des Offizierscorps der Landwehr-Inspektion Berlin, das 1908/9 nach Plänen von Heino Schmieden und Julius Boethke im neoklassizistischen Stil erbaut wurde. Obwohl es von außen eher schlicht gestaltet ist, wurde sein Inneres schon damals sehr prachtvoll eingerichtet – von Wand- und Deckenmalereien über antike Pilaster bis zu Jugendstilelementen. Der eindrucksvollste Raum war der gewaltige Kaisersaal mit 665 Quadratmetern Fläche und einem elf Meter hohen Tonnengewölbedach.

 

Der Saal, der zwischenzeitlich als „Neues Theater am Zoo“ gedient hatte, wurde, im Zweiten Weltkrieg fast völlig zerstört. Seit 1950 ist das Gebäude im Besitz der Stadt, die es der Kunstbibliothek und der Galerie des 20. Jahrhunderts übergab. Vier Jahre später zogen die beiden Institutionen ein. Später, von 1978 bis 1986, nutzte die Berlinische Galerie das Gebäude für Ausstellungen.

 

Das Museum für Fotografie zog 2004 in das Charlottenburger Gebäude

 

Die Galerie des 20. Jahrhunderts wurde zum Grundstock für die Neue Nationalgalerie, die Sammlung zog 1968 an den heutigen Ort, den Mies-van-der-Rohe-Bau am Kulturforum Berlin. 1993 zog auch die Kunstbibliothek aus dem Gebäude an der Jebensstraße aus. Anschließend diente der Bau nur noch als Museums-Werkstatt – bis es 2004 aus seinem Dornröschenschlaf geweckt wurde: In jenem Jahr eröffnete hier das Museum für Fotografie, als dessen Hauptattraktion die im Erdgeschoss und in der ersten Etage untergebrachte Sammlung der Helmut-Newton-Stiftung gilt.

 

Der Fotograf, der in Berlin geboren wurde, hatte die Stiftung kurz vor seinem Unfalltod im Januar 2004 noch selbst gegründet. Die Sammlung enthält das fotografische Vermächtnis des Künstlers. In der Dauerausstellung „Helmut Newton’s Private Property“ werden auch Gegenstände wie Kameras, Notizbücher und anderes gezeigt. Seit der Eröffnung des Museums für Fotografie waren zudem Werke von Newtons Witwe June, einer begabten Fotografin, die unter dem Namen Alice Springs bekannt wurde, zu sehen. 2010 bekam sie eine eigene, große Ausstellung im Museum.

 

Der Kaisersaal im Museum für Fotografie, in dem vier Jahre lang zeitgenössische Fotografie und Kunst etwa von Raimund Kummer, Regina Schmeken oder Reiner Leist zu sehen war, wurde inzwischen umgebaut und mit moderner Lichttechnik versehen. Am 26. Mai 2010 war Wiedereröffnung. Auch in Zukunft werden in dem 650 Quadratmeter großen Saal zeitgenössische fotografische Arbeiten und Ausstellungen zu verschiedenen Themen der Fotografiegeschichte gezeigt.

 

Museum für Fotografie

 

Jebensstr. 2, Charlottenburg, Tel. Kasse: 030/31 86 48 25, geöffnet Di-So, 10-18 Uhr, Do, 10-22 Uhr. Anmeldung Führungen: Tel. 266 42 42 42, Termine auch unter www.smb.museum/mf

 

Helmut-Newton-Stiftung, Tel. 030/31 86 48 56, Kasse 31 86 48 25, geöffnet Di-So, 10-18 Uhr, Do, 10-22 Uhr, Führungen Do 18 Uhr, So, 16 Uhr, Anmeldung: Tel. 030/266 3666. www.helmut-newton.de

 

Anfahrt: U/S-Bahnhof Zoologischer Garten, Hinterausgang Jebensstraße

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