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Friedrichstadtpalast

Die größte Ansammlung langer Beine weltweit

Der Friedrichstadtpalast in Mitte ist Berlins Revue-Bühne Nummer 1. Das Ballett ist ebenso legendär wie die Girlreihe, gebildet aus 32 Tänzerinnen. Wo früher DDR-Sendungen wie „Ein Kessel Buntes" stattfanden, gibt es heute prächtig-bunte Shows für Kinder und Erwachsene.
Friedrichstadtpalast - Schriftzug



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Die längste Girlreihe der Welt ist in Berlin zuhause. Genauer gesagt, im Friedrichstadtpalast, in dem 32 Tänzerinnen ihr Können und ihre langen Beine zeigen. Aber sie sind nicht die einzige Attraktion des Revuetheaters, das seit 1984 in dem Neubau an der Friedrichstraße zu sehen ist. Schließlich gibt es noch ein ausfahrbares Wasserbecken, eine Eisfläche, das 60köpfige Ballett oder das Kinder- und Jugendensemble des Hauses, dessen Bühne im Großen Saal mit 2854 Quadratmetern als größte Theaterbühne der Welt gilt.

Vom Zirkus zur Revue

Seinen Anfang hatte der Friedrichstadtpalast ein Stück vom heutigen Standort entfernt, zwischen dem heutigen Bertolt-Brecht-Platz und der Straße Am Zirkus. Hier wurde 1867 die erste Berliner Markthalle eröffnet. Ihre eigentliche Aufgabe erfüllte sie nur kurz, danach stand sie leer und wurde 1873 zum Zirkusgebäude umgebaut.

Der Zirkusdirektor Ernst Renz übernahm das Haus 1879, bot hier Zirkusvorstellungen an und ließ sogar einen Flussarm der Panke durch das Gebäude fließen. Großen Erfolg brachte die originelle Idee indessen nicht – der Zirkus musste 1897 schließen. Die nachfolgenden Besitzer machten ein Theater daraus, anschließend wurde es wieder Zirkus. 1918 gab es die letzte Vorstellung, danach übernahm Max Reinhardt das Gebäude, ließ es von Hans Poelzig umbauen, nannte es Großes Schauspielhaus und eröffnete es am 28. November 1919 mit dem Stück „Die Orestie“ von Aischylos. Später gab es „Im weißen Rößl“, „Charellrevue“ und Erwin Piscators politische Revue „Trotz alledem“.

Bolschoi-Ballett und „Ein Kessel Buntes“ im Friedrichstadtpalast

Die Nazis nutzten das Gebäude als „Theater des Volkes“. Im Zweiten Weltkrieg wurde es schwer beschädigt, anschließend saniert und als Palast am Bahnhof Friedrichstraße wiedereröffnet. Am 2. November 1947 feierte die FDJ hier ihre Gründungsfeier, zwei Jahre später wurde der Komplex in Friedrichstadtpalast umbenannt. 1954 legte der Direktor Gottfried Herrmann den Grundstein für die heutige Form des Revuetheaters. So traten u.a. das Bolschoi-Ballett oder der Moskauer Staatszirkus auf. Außerdem entstanden hier DDR-Shows wie „Ein Kessel Buntes“.

Marode Fundamente sorgten dafür, dass der Friedrichstadtpalast Ende Februar 1980 geschlossen werden musste. Fünf Jahre später wurde er abgerissen. Nach der Schließung dauerte es nur vier Jahre, bis Ersatz geschaffen war: Auf einem Gelände, das bis 1960 dem DDR-Zirkus Barlay gedient hatte, entstand der neue Friedrichstadtpalast, der am 27. April 1984 eröffnet wurde und mit seiner Betonfassade bis heute noch ein bisschen DDR-Charme ausstrahlt.

Eine Bühne der Superlative

Innen ist er heute ein hochmoderner Bau der Superlative: Fast 1900 Zuschauer finden im großen Saal Platz, in dem schon Weltstars wie Charles Aznavour, Ella Fitzgerald, Ute Lemper, die Pet Shop Boys oder Phil Collins auftraten. Auf dem Claire-Waldoff-Platz vor dem Friedrichstadtpalast finden sich die Handabdrücke vieler Stars, die hier aufgetreten sind. Heute werden im Palast, der seit 1995 eine landeseigene GmbH ist, wieder hauptsächlich Revues mit prächtigen Kostümen, Artistik und bunter Lichtshow gezeigt.

In der Kleinen Revue im Keller des Friedrichstadtpalastes residiert seit 2002 der Quatsch Comedy Club. Der Comedian und Moderator Thomas Hermanns etablierte hier einen Club für Stand-up-Comedy, bei dem ebenfalls viel Prominenz ein- und ausgeht: Ingo Appelt war hier ebenso zu Gast wie Michael Mittermeier oder Mario Barth. Zwischendurch bekommen immer wieder Neulinge die Chance, sich bei einem Auftritt bekannt zu machen. Die „Quatsch Comedy Club“-Show wird regelmäßig im Fernsehsender ProSieben ausgestrahlt.

Zur Berlinale verwandelt sich der Friedrichstadtpalast seit 2009 alljährlich in den größten Film-Palast, und zu dieser Zeit gibt es Prominenz auf der Leinwand wie auf den Sitzplätzen: Stars wie Jackie Chan oder Leonardo diCaprio haben sich hier schon Berlinale-Filmpremieren angesehen.

Friedrichstadtpalast

Friedrichstr. 107, Mitte, Theaterkassen: Mo/So, 10-18 Uhr, Di-Sa, 10-18.30 Uhr, feiertags (wenn Vorstellung) 14-18.30 Uhr. Hotline 030/2326 23 26. www.show-palace.eu

Führungen Di-Fr, jeweils 11 Uhr, Treff: Kassenhalle. Reservierung: Tel. 030/2326 23 26

Quatsch Comedy-Club, Info und Programm: www.quatsch-comedy-club.de, Tickets: 01805/ 25 55 65.

sb

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