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Museen Dahlem

Museen für fremde und vertraute Kulturen

Gleich mehrere Ausstellungen gibt es in den Museen Dahlem zu sehen. In dem Gebäudekomplex, der zu den Staatlichen Museen zu Berlin gehört, sind das Ethnologische Museum, das Museum für Asiatische Kunst und das Museum Europäischer Kulturen unter einem Dach untergebracht.
Ethnologisches Museum Berlin



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Exotisch geht es in den Museen Dahlem zu. Wer durch die Tür tritt, findet sich in einer anderen Welt. Von der Südsee bis nach Afrika, von Asien bis nach Nordamerkia reicht die Themenvielfalt der Museen, die fernab der Museumslandschaft im Zentrum Berlins mit spannenden Ausstellungen locken.

Die Ursprünge des Museumskomplexes, zu dem heute das Ethnologische Museum, das Museum für Asiatische Kunst und die Sammlung des Museums Europäischer Kulturen gehören, gehen auf den Kunsthistoriker Wilhelm von Bode (1845-1929) zurück. Er gründete nicht nur das heutige Bode-Museum auf der Museumsinsel, sondern schuf 1906 auch das Museum für Ostasiatische Kunst – heute ist es das älteste seiner Art in Deutschland.

In Dahlem plante er einen Museumskomplex für außereuropäische Kunst. In dem Neubau, den der Architekt Bruno Paul entwarf, sollten nach Bodes Vorstellungen das Völkerkundemuseum (das heutige Ethnologische Museum) und das heutige Museum für Asiatische Kunst Platz finden. 1914 begann Paul mit dem Bau des ersten Museums, doch es wurde damals nicht komplett fertiggestellt. Nur ein Teil konnte vollendet werden – er diente lange als Magazin. Erst in den Jahren 1969 bis 1973 setzten Fritz Bornemann und Wils Ebert den Bau der Museen Dahlem im Stil der Neuen Sachlichkeit um.

Ethnologisches Museum ging aus dem Völkerkundemuseum hervor

Das einstige Völkerkundemuseum wurde bereits 1873 gegründet. Ursprünglich war es ein Kunst- und Raritätenkabinett der brandenburgischen Kurfürsten. Schon im 17. Jahrhundert trugen sie Kunstwerke aus Europa, aber auch aus fernen Ländern zusammen. Ihre Sammlung wurde später in der Königlich Preußischen Kunstkammer zusammengefasst. 1829 entstand eine „Ethnologische Sammlung“, die 1856 ins Neue Museum auf die Museumsinsel gebracht wurde. 17 Jahre später folgte die Gründung des Völkerkundemuseums, das 1886 in ein Gebäude an der heutigen Stresemannstraße zog. Das Gebäude fiel im Zweiten Weltkrieg Bomben zum Opfer. Deshalb wurden die geretteten Exponate im ehemaligen Magazingebäude in Dahlem untergebracht und zogen nach Vollendung der Museen Dahlem in den neuen Komplex ein. Seit 1999 heißt das Völkerkundemuseum Ethnologisches Museum.

500.000 Exponate sind hier ausgestellt. Werkzeuge, riesige Schiffe und komplette hölzerne Wohnhäuser von Südseebewohnern gibt es ebenso zu sehen wie Kleider oder Schmuck der Indianer Nordamerikas. Ergänzt wird die faszinierende Ausstellung durch eine musikethnologische Abteilung und ein Junior-Museum für Kinder.

Eine echte Teestube im Museum für Asiatische Kunst

Das Museum für Asiatische Kunst in den Museen Dahlem entstand Ende 2006 – hier wurden das Museum für Indische Kunst und das Museum für Ostasiatische Kunst zusammengefasst. Exponate aus dem gesamten süd-, südost- und zentralasiatischen Raum sind hier zu sehen, von der Skulptur bis zur Wandmalerei. Einige Stücke stammen aus dem dritten Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung. Zur Ostasiatischen Sammlung der Museen Dahlem gehören 13.000 Exponate chinesischer, koreanischer und japanischer Kunst. Von der Kunst des Buddhismus geht es bis zu Porzellanarbeiten, Lackkunst, Jade-Objekten, Holzschnitten und Schriftrollen. Eine Besonderheit ist ein vollständig eingerichteter japanischer Teeraum, in dem man regelmäßig an japanischen Teezeremonien teilnehmen kann.

Europäische Lebenswelten Gestern und Heute

Etwa 270.000 Objekte gibt es im Museum Europäischer Kulturen in den Museen Dahlem, dessen Schwerpunkt die europäische Alltagskultur vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart ist. Das Museum entstand 1999, als das Museum für Volkskunde mit der Europäischen Sammlung des Ethnologischen Museums vereinigt wurde. Anfangs residierte es ein Stück entfernt in der Straße Im Winkel, dann zog es in den Bruno-Paul-Bau ein. Das Museum, das zurzeit wegen Bauarbeiten (voraussichtlich bis Spätherbst 2011) geschlossen ist und dessen Exponate in dieser Zeit zum Teil in anderen Museen gezeigt werden, beschäftigt sich mit Lebenswelten in Europa vom 18. Jahrhundert bis heute. Zusammengetragen wurden u.a. Bilderbögen, historische Kinderbücher, Plakate, Möbel, Arbeitsgeräte oder Textilien. Die Ausstellungen zeigen u.a. die Geschichte des Adventskalenders. Ein Themenschwerpunkt ist der Umgang der Menschen mit Religion.

Auch das Thema Essen gehört zu den Schwerpunkten in den Museen Dahlem. So gibt es ein Café und ein Restaurant, in dem regelmäßig Veranstaltungen zum Thema Esskultur angeboten werden – von der Lesung bis zum Kochkursus. Im orientalischen Beduinenzelt wird sonntags zu Märchenlesungen mit zum Thema passendem Buffett geladen. Und im Sommer gibt es einen weiteren Service: Dann wird der Garten der Museen Dahlem immer wieder zum Open-Air-Kino.

Museen Dahlem

Lansstr. 8, Dahlem, Tel. 030/83 01 438. Anfahrt: U3 Dahlem-Dorf, Bus X11, X83 Dahlem-Dorf. www.smb.spk-berlin.de

Geöffnet: Di-Fr, 10-18 Uhr, Sa/So, 11-18 Uhr

Führungen vereinbaren: Tel. 030/266 42 42 42

Restaurant Esskultur: Programm/Infos unter 030/680 89 344, www.esskultur-berlin.de

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