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Im Stil der 60er-Jahre gehalten -¬ außen dominiert nüchterner Beton, innen prägen große Flure und geschwungene Treppen das Haus – stellt die Deutsche Oper im Gegensatz zu ihrem Pendant, der klassizistischen Staatsoper Unter den Linden, einen nüchternen Zweckbau dar. An seiner Stelle stand von 1912 an das Deutsche Opernhaus in Charlottenburg, eine Gründung der Bürger der reichen und bis 1920 unabhängigen preußischen Stadt Charlottenburg. Mit der Machtübernahme unterstellte Josef Goebbels es seinem Propagandaministerium, die Nazis missbrauchten das Haus für ihre Selbstdarstellung und als Repräsentationsbühne ihres „arischen“ Kunstverständnisses. 1943 wurde das Haus zerstört und geschlossen. Mit Mozarts „Don Giovanni“ wurde es zunächst als „Städtisches Opernhaus Berlin“ am 24. September 1961 wieder eröffnet.
Die Insellage der Deutscher OperDer Mauerbau 1961 bedeutet auch einen kulturellen Riss durch die Stadt Berlin. Und das Haus befand sich plötzlich in direkter Konkurrenz zu seinem sehr viel älteren Rivalen in Ost-Berlin, der „Staatsoper Unter den Linden“. Sie wurde nach Gründung der DDR in „Deutsche Staatsoper“ umbenannt – auch um den Anspruch auf ganz Deutschland auszudrücken. Der Bauherr der Oper an der Bismarckstraße in Charlottenburg, Fritz Bornemann, regte daher die Umbenennung in „Deutsche Oper Berlin“ an. Sie wuchs damit auch im Laufe der Zeit in die Rolle eines Repräsentationsbaus von West-Berlin hinein.
Deutscher Oper für Referenzaufnahmen bekanntDas künstlerische Profil der Deutschen Oper Berlin ist durch die Pflege des großen 19. Jahrhunderts gekennzeichnet (Strauss, Wagner, Puccini, Verdi), und das Orchester genießt einen sehr guten Ruf. Viele seiner Einspielungen gelten als „Referenzaufnahmen“. An der Deutschen Oper führte Hans Werner Henze vieler seiner Stücke der Neuen Musik erstmals auf. Dass der Deutschen Oper auch der Nachwuchs am Herzen liegt, mag man daran erkennen, dass es seit 2008 einen Kinderchor gibt.
In Ansehen und Auslastung steht die Deutsche Oper hinter der Staatsoper Unter den Linden zurück. Ihre zuschauerfreundliche Gestaltung mit dem leicht ansteigenden Hauptraum und vor allem die herausragende Akustik sind aber nach wie vor einzigartig in Berlin.
Die Deutsche Oper in Berlin, 1957 bis 1991 wieder aufgebaut, ist vor der Staatsoper Unter den Linden und der Komischen Oper mit 1954 Plätzen Berlins größtes Opernhaus. Hervorgegangen ist sie aus dem Deutschen Opernhaus in Charlottenburg.
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