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"Wir werden in Deutschland der einzige Flughafen sein, der über einen solchen Marktplatz verfügt, über den alle Passagiere geschleust werden", sagte Flughafenchef Rainer Schwarz gestern. "Überdies nehmen wir eine Nahversorgerfunktion wahr. Schließlich ist der Flughafen mit über 20 000 Mitarbeitern eine kleine Stadt für sich."
Während im Mai bereits die 5800 Quadratmeter großen Gastronomieflächen an 23 Restaurant-, Bar-, Café- und Imbissbetriebe vergeben worden waren, ist jetzt klar, wer den Rest bewirtschaftet. Nach einem aufwendigen europaweiten Vermietungsverfahren, an dem sich mehr als 550 Bewerber beteiligt hatten, wurden nun 69 Flächen für den Einzelhandel und Dienstleistungsunternehmen vergeben.
Airport setzt auf Handelsumsätze
Um den Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg International zum Aushängeschild der Region werden zu lassen, legte die Flughafengesellschaft auch Wert auf regionale Anbieter. So werden neben internationalen Nobelmarken wie Hermès, Boss oder Montblanc auch Felicitas-Schokolade aus der Lausitz, der Berliner Ampelmann-Store, Schokoladen von Fassbender&Rausch, Mode von Evelin Brandt, ein Museumsshop der Freunde der Preußischen Schlösser und Gärten oder Produkte aus dem Spreewald am Flughafen vertreten sein. Die Industrie- und Handelskammer Cottbus hatte extra ein Schulungsprogramm "Fit für den BBI" aufgelegt, um auch kleinen mittelständischen Unternehmen aus Brandenburg die Chance zu geben, sich am Flughafen niederzulassen. Zum Bedauern von IHK-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Krüger haben sich andere Kammern in Brandenburg nicht an dem Programm beteiligt.
Die insgesamt 150 Ladenflächen sollen den Mietern bereits Anfang nächsten Jahres und damit mehr als ein Jahr vor der geplanten Eröffnung des BBI am 3. Juni 2012 zur Verfügung stehen, sagte Flughafenchef Rainer Schwarz gestern. Flughäfen verdienen ihr Geld schon längst nicht mehr nur aus dem Geschäft mit dem Fliegen. Ein nicht geringer Teil der Einnahmen wird über den Verkauf von Waren erzielt.
Am BBI soll jeder zweite Euro aus dem Verkauf von Currywurst, Spreewaldgurke oder Mode in die Flughafenkasse fließen. Ziel ist es, mit Eröffnung des BBI 47 Prozent der Gesamtumsätze über dieses sogenannte Non-Aviation-Geschäft zu erzielen. "Wir wollen mit dem BBI, was das sogenannte Non-Aviation-Geschäft angeht, in die Liga der zehn wichtigsten europäischen Flughäfen aufsteigen", sagte Schwarz gestern. Der Flughafenchef machte auch deutlich, dass der hohe prozentuale Anteil des Non-Aviation-Geschäfts am Gesamtumsatz nötig ist, um den Flughafen refinanzieren zu können und die Gebührenerhöhung für die Airlines "im moderaten Bereich" zu halten. "Andernfalls müssten wir über ganz andere Gebührensteigerungen reden."
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