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Es ist 13 Uhr. Pünktlich fällt der Startschuss für den ersten von zwei verkaufsoffenen Adventssonntagen in Berlin in diesem Jahr. Doch die erwartete Schlacht an den Kassen bleibt aus. In den Arkaden am Potsdamer Platz herrscht gemütliche Nachmittagsstimmung. Keine qualvolle Enge, kein Geschiebe und Gedrücke in den Geschäften, keine hektischen Rennereien zwischen den Auslagen.
Am Sonntag hatten viele Einkaufscenter, Kaufhäuser und Geschäfte bis 18 oder sogar 20 Uhr geöffnet. Tausende Berliner und Gäste der Stadt nutzten den Nachmittag für Touren über Weihnachtsmärkte, durch Ladenpassagen und Kaufhäuser.
„Wir haben in Ruhe ein paar Kleinigkeiten gekauft und gehen nachher ins Kino“, sagt Jana Schubert. An ihrer Seite steht Tochter Luise. „In zwei Wochen gehen wir noch mal los. Unter der Woche habe ich nicht so viel Zeit.“ Viele andere Besucher lassen es ebenfalls ruhig angehen. Sie trinken Kaffee, essen Eis und wenn es nicht gerade regnet, gehen sie raus auf den Weihnachtsmarkt. „Ich trinke einen Glühwein und dann werde ich ein Geschenk für meine Freundin suchen“, sagt Axel Kranz. „Eilig habe ich es nicht. Ich weiß ja, was sie sich wünscht.“
relatedlinksIn Eile scheint am ersten verkaufsoffenen Adventssonntag niemand zu sein. Türen werden aufgehalten, Höflichkeiten untereinander ausgetauscht, Vortritt an der Rolltreppe gewährt – ganz anders einen Tag zuvor. „Am Sonnabend war hier noch die Hölle los“, sagt eine Verkäuferin.
Das KaDeWe füllte sich hingegen von der ersten Minute nach der Öffnung um 13 Uhr. Das Traditionshaus an der Tauentzienstraße war nach Angaben der Sprecherin wie immer an diesen Tagen sehr gut besucht. „Ohne Ausnahme herrschte in allen Abteilungen große Nachfrage“, sagt Petra Fladenhofer. „Sehr gut lief das Geschäft bei der hochwertigen Kleidung.“
Der Handelsverband Berlin-Brandenburg e.V. ist mit der vergangenen Woche und dem Sonntag „durchaus zufrieden“, auch wenn der Regen den Geschäften an den Einkaufsstraßen einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. „Im Vergleich zum Vorjahr haben wir die gleichen Zahlen erreicht“, sagt Günter Pätz, stellvertretender Hauptgeschäftsführer. „Da wir in diesem Jahr eine längere Adventszeit als im vergangenen Jahr haben, erwarten wir für das Weihnachtsgeschäft insgesamt einen höheren Umsatz.“ Der Sonntag ist der klassische Nikolausgeschenke-Tag. „Es wurden viele „Stiefelgeschenke“ wie Süßigkeiten, kleinere Spielwaren und Parfümprodukte gekauft“, sagt Pätz. „Viele Besucher schauen sich auch erst noch um. Das richtige Weihnachtsshoppen kommt noch.“ Ladenhüter sind derzeit noch Handschuhe, Mützen, warme Stiefel und andere Winterkleidung. „Wir hoffen auf die Vorhersagen der Meteorologen, die Schnee und Frost prognostizieren.“
Das stürmische Regenwetter und die offenen Geschäfte halten dennoch Viele nicht von Besuchen auf den Weihnachtsmärkten ab. „Heute ist verkaufsoffener Sonntag?“, fragt Mandelverkäufer Toralf Jäger auf dem Gendarmenmarkt. „Davon habe ich nichts gemerkt.“ Tatsächlich drängen sich schon am frühen Nachmittag viele Menschen um die Stände. „Manche Leute sind extra aus Brandenburg zum Shoppen gekommen und anschließend trinken sie einen Glühwein“, sagt Händler Marcus Ganswind. Auch Schmuckverkäufer Bernward Breuer fühlt sich nicht beeinträchtigt: „Manche Kunden gehen erst einmal in die Galeries Lafayette, aber danach kommen sie auch zu uns.“
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