Der interaktive Fakten-Atlas
Hier finden Sie gebündelt Daten und Fakten zur Stadt und ihren Ortsteilen.
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Sie sind ganz schön knorrig, die Menschen in Berlins hohem Osten. Hier liegen vier völlig verschiedene Ortsteile: Blankenfelde, Lübars, Rosenthal und Niederschönhausen. Man redet übereinander. Aber man versteht sich trotzdem.
Kommt Blankenfeldern bloß nie mit Lübars. Dem „einzigen Berliner Dorf“, wie es oft heißt. Denn, so Dorfchronistin Maritta Schöne (64): „Blankenfelde ist viel dörflicher, als einziger Ortsteil Berlins rings von Wiesen und Grün umgeben – sechs Kilometer weit bis zum Stadtrand. Und mindestens genauso alt wie Lübars.“ Lübars hatte aber einen Vorteil: Zu Mauerzeiten kamen hier die Sonntagsausflügler aus dem Westen hin. Nach Blankenfelde nur die West-Abwässer, auf die Rieselfelder – bis 1985 roch es manchmal recht streng.
Blankenfelde besteht aus drei Teilen: der Stadtrand-Siedlung, dem Stadtgut und dem harten Dorfkern von 240 Einwohnern.
Detlev Lindner (43) stammt aus der ältesten Familie des Ortes. Nach dem Dreißigjährigen Krieg lebten noch sechs Blankenfelder, darunter die Stammmutter der Neuendorfs/Lindners. Nachbar Werner Neuendorf (73, über die Großeltern mit Lindner verwandt) steht abends vor seinem Gehöft und grüßt die Spaziergänger. Er hat, für Blankenfelder Verhältnisse, eine Exotin geheiratet: Seine Elvira stammt aus Neukölln. Eigentlich heiratete man damals höchstens noch nach Rosenthal.
Rosenthal ist verstädtert
Der Unterschied zu Rosenthal? Lindner: „Die sind verstädtert.“ Werner Neuendorf: „Städter erkennt man daran, dass sie sonntags gern bis zehn schlafen. Und die Straße nicht fegen.“ Alt-Blankenfelder stehen um sechs auf – die Tiere warten ja.
Der Unterschied zum nahen Niederschönhausen? „Das ist doch schon Stadt. Da wohnen eher die feineren Leute, Künstler. Und früher – die anderen.“ Die anderen – das waren Wilhelm Pieck (1876–1960) und seine Genossen. Der erste und einzige Präsident der DDR residierte ab 1949 im Schlossbau von 1764. In den Villen am Majakowski-Ring ließen sich die Ulbrichts nieder.
Werner Otto (60), Tandem-Weltmeister, zurzeit Senioren-Vizeweltmeister bei den Radlern, hat seit 1991 ein Velo-Geschäft am Pastor-Niemöller-Platz. Das Besondere an den Leuten nebenan in Wilhelmsruh? Sportler Otto: „Da sind doch die Fußballer!“
347 Mitglieder hat der Fußballclub Concordia Wilhelmsruh, „der größte reine Fußballverein Pankows“, sagt der Vorsitzende Jan Meißner (36). Der Unterschied zwischen Wilhelmsruh und den Blankenfeldern? „Das sind gar keine Berliner. Wollen die auch nicht sein. Das sind einfach Blankenfelder.“ Bei allen Unterschieden – sie verstehen sich …
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