Der interaktive Fakten-Atlas
Hier finden Sie gebündelt Daten und Fakten zur Stadt und ihren Ortsteilen.
Einwohnerdichte, Ausländeranteil, Wohngebiete
Zwischen Tierpark und Trabrennbahn, Wasserstadt und Villenviertel. Herrschaftliche Villen zwischen prächtigem Grün. Wer Karlshorst, Rummelsburg und Friedrichsfelde besucht, fühlt sich mitten im Osten oft wie im Westen. Mit Ende der DDR zog hier wieder bürgerliches Leben ein.
Karlshorst wird gerne das „Dahlem des Ostens“ genannt. Tatsächlich drängt sich der Vergleich auf, wenn Besucher von der S-Bahn aus am alten Kaiserpavillon vorbei ins Prinzenviertel einbiegen und auf dem Weg zum Seepark an herrschaftlichen Villen vorbeikommen. Wenn sie im Rheinischen Viertel das viele Grün bewundern oder wenn sie das Studententreiben vor der Hochschule für Technik und Wirtschaft und der Katholischen Hochschule für Sozialwesen beobachten.
Ort der deutschen Kapitulation
Die gewachsene Struktur wurde in den vergangenen Jahren so ergänzt, dass heute jeder seinen Platz finden und sich wohlfühlen kann. Es ist nicht Überheblichkeit, sondern der Lauf der Geschichte, der Karlshorst eine gewisse Sonderstellung in der Besiedlung des Berliner Ostens beschert hat. Bereits um 1900 entwickelte sich Karlshorst durch Initiative von Adligen, die sich als konservative Reformer sahen, zu einem begehrten Wohndomizil. Sie hatten ausgedehnte Flächen bebauen lassen, um die Wohnungsnot in Berlin lindern zu helfen. Bürgerliches Milieu bestimmte fortan den Alltag zu beiden Seiten der Stadtbahn und entlang der Treskowallee. Das liberale Miteinander in den Vierteln, die überschaubar blieben und fast dörflich wirkten, funktionierte über Parteien und Konfessionen hinweg bis 1933. Am 8. Mai 1945 bekam Karlshorst seinen Platz in der Weltgeschichte. Im Offizierskasino der Pionierschule I wurde die deutsche Kapitulation besiegelt. Die Sowjetarmee blieb gleich da, vertrieb die Bewohner und erklärte große Teile des Ortes zum Sperrgebiet. Nach 1989 kehrte das von zwei Diktaturen ausgetriebene bürgerliche Leben zurück, befördert durch den Abzug der russischen Truppen 1994. Auf einen Schlag wurden Hunderte Häuser und Wohnungen frei. Viele kamen in Bundesbesitz, wurden saniert, vermietet oder verkauft.
Auch die Nachbarortseile haben sich gemausert: Friedrichsfelde verschönerte seine Plattenbauviertel, Rummelsburg sanierte die Victoria-Stadt. Zu DDR-Zeiten galt die historische Arbeitersiedlung aus der Gründungszeit, in der auch Zille wohnte, als „Zuweisungsgebiet“ für entlassene Häftlinge der Haftanstalt Rummelsburg. Heute tummeln sich Familien und Künstler im Kiez.
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