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Berliner Ortsteile

Tegel

Tegel ist bunt und quirlig
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Die einen fahren zum Shopping nach Tegel, die anderen, weil sie am Wasser und im Wald spazieren gehen wollen. Beides lässt sich gut verbinden, denn die Wege zwischen Natur und Geschäftsmeilen sind kurz. Und dann gibt es dort noch Historisches, Originelles und Kurioses.

 

Nur ein paar Stufen vom U-Bahnhof Alt-Tegel hochgestiegen, und man steht mittendrin: zwischen der Geschäftsmeile Berliner Straße und Berlins erster Fußgängerzone. Wer dem Straßenzug Alt-Tegel folgt, gelangt ans Wasser und blickt auf den Wald. Mit See und Forst haben die Tegeler Naherholung direkt vor der Haustür. An der Greenwichpromenade etwa füttern Anwohner die Schwäne. In Sichtweite liegt ein Ausflugsschiff mit Dampfrädern: die blau-weiße „Havel Queen“. Nahe am Wasser befinden sich „Fisherman’s“, die „Tegeler Seeterrassen“ und „Tillner’s am See“. Ältester Betrieb ist einige Hundert Meter nördlich der „Alte Fritz“, dessen Vorgänger „Krug beim Schlösschen“ 1731 erstmals kartiert wurde.

Das Grab der Humboldts

Ein „Anwohner“ ist viel älter, älter noch als Berlin: die dicke Marie. So heißt die rund 800 bis 900 Jahre alte Eiche am Schlosspark, wo die Gebrüder Humboldt begraben liegen. Sie sollen den Baum nach ihrer Köchin benannt haben – nicht der Höhe wegen. Der Park gehört den Humboldt-Nachfahren, er ist der Öffentlichkeit auf eigene Gefahr hin zugänglich.

 

Die JVA Tegel, die am 2. Oktober 1898 erstmals von 90 Sträflingen bezogen wurde, ist durch Alfred Döblins „Berlin Alexanderplatz“ in die Literaturgeschichte eingegangen. In der benachbarten Siedlung Waldidyll sieht man kaum einen Menschen auf der Straße.

 

In Alt-Tegel, zwischen der Kirche der evangelischen Gemeinde und dem U-Bahnhof, locken besonders in der warmen Jahreszeit insgesamt fünf Eisdielen viele Besucher an. Dazu kommen Bistros und Cafés, eine Apotheke und eine Reinigung. Die Grundversorgung an Obst und Gemüse, Wurst und Käse ist nach einem Besuch in der Markthalle an der Gorkistraße abgedeckt. Sie gilt als eine der besten Berlins. Die Berliner Straße mit ihren Nebenstraßen ist ein Einzelhandelsstandort, der 1999 mit den Hallen am Borsigturm, einem Einkaufszentrum mit 120 Shops, noch einmal gewaltigen Zuwachs bekommen hat.

 

Etwas nördlich der Fußgängerzone thront die Humboldt-Bibliothek wie ein Tempel über dem Hafenbecken. Alles Quirlige, Geschäftige verebbt vor dem Takuja-Haus an der Schlieperstraße 31, einem buddhistischen Zentrum.