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Berliner Philharmoniker

Das Spitzen-Ensemble Berlins: Die Berliner Philharmoniker

Wenn es ein Orchester in Berlin gibt, das den Ruf der Stadt als Hort der klassischen Musik weltweit begründet hat, dann sind es die Berliner Philharmoniker. Große Dirigenten wie Wilhelm Furtwängler, Herbert von Karajan, Claudio Abbado oder Sir Simon Rattle haben das Ensemble geprägt. Hier ist Berlin Weltspitze.



Die Berliner Philharmoniker – das sind zurzeit 128 Instrumentalisten von Weltniveau. Und man muss dazu sagen: Es sind sehr selbstbewusste Musiker. Das mag mit der Gründung der Berliner Philharmoniker im Jahr 1882 zu tun haben, denn sie geht auf eine Rebellion zurück. Wegen schlechter Bezahlung und einer geplanten Bahnfahrt, für die er die vierte Klasse gebucht hatte, verweigerten die Mitglieder der damaligen „Bilseschen Kapelle“ ihrem Chef Johann Bilse die Gefolgschaft und gründeten ein eigenes Ensemble, das „Berliner Philharmonische Orchester“. Erster künstlerischer Leiter war Ludwig von Brenner, gespielt wurde zunächst zwar überwiegend Unterhaltungsmusik, das änderte sich aber bald, als der Konzertagent Hermann Wolff Abonnementkonzerte mit ausgewählten sinfonischen Werken einführte. Eine Tradition, die sich bei den Berliner Philharmonikern bis heute erhalten hat. Und es wurden weitere Grundlagen des Orchesterbetriebs eingeführt: Es gab Gastdirigenten und populäre Konzerte, mit denen sich die Berliner Philharmoniker bis in die 30er-Jahre hinein finanzierten.

Die Herrschaft der Dirigenten

Von Anfang an kennzeichnete auch die prägende Handschrift von starken Dirigenten die Berliner Philharmoniker. Hans von Bülow (Amtszeit: 1887-1893) führte die Tradition des strengen Übens ein, er machte aus dem reinen Taktgeber einen Dirigenten, der das Werk interpretierte, und er sorgte dafür, dass während der Aufführungen nicht mehr geraucht oder gegessen wurde. Unter Wolffs Nachfolgern Arthur Nikisch (Amtszeit: 1895-1922) und vor allem dann unter Wilhelm Furtwängler (Amtszeiten: 1922-1945 sowie 1952-1954) errangen die Berliner Philharmoniker dann endgültige internationale Geltung. Furtwängler prägte das Orchester mit der Wiener Klassik und der Spätromantik, es gab zahlreiche Uraufführungen und 1929 den denkwürdigen Auftritt des damals 12-jährigen Wunderkindes Yehudi Menuhin unter Bruno Walter.

Herbert von Karajan brachte den Klang des Orchesters bis zur Perfektion

Auf Auslandsreisen festigten die Berliner Philharmoniker ihren großartigen Ruf. Nach dem Intermezzo von Sergiu Celibidache (Amtszeit: 1945-1952) und Furtwänglers Rückkehr wählen die Philharmoniker Herbert von Karajan zu ihrem Chefdirigenten. Er steht am längsten an ihrer Spitze, bis 1989, und feilt den Klang des Ensembles am perfektesten aus. Dazu begründet er die Osterfestspiele in Salzburg, auf denen die Berliner Philharmoniker ihr eigenes internationales Festival ausrichten, er ruft für den Nachwuchs die Orchester-Akademie ins Leben und er spielt unzählige Aufnahmen, vor allem der Wiener Klassik, ein. Er nutzte als erster die neue digitale Technik für die „Alpensinfonie“ von Richard Strauss (1982).

Karajan gilt als Magier am Pult und gleichzeitig als ungeheuer disziplinierter Dirigent. Unter seiner Wirkung entfaltete sich der berühme seidenweiche Klang, der zum Markenzeichen der Berliner Philharmoniker wurde. Und mit Karajan hielt ein gewisser Glamour Einzug in die Welt der Klassik: Er flog Jets, gewann Segelregatten und fuhr Sportwagen.

Claudio Abbado (Amtszeit: 1989-1999) verjüngte das Orchester erheblich und widmete erstmals Spielzeiten bestimmten Themen. Sein Nachfolger wurde der Brite Simon Rattle, ein geradezu charismatischer Dirigent. Er führte die beiden konstitutionellen Standbeine des Klangkörpers, das „Berliner Philharmonische Orchester“, das dem Kultursenator unterstellt war, und die „Berliner Philharmoniker“, mit denen die Musiker lukrative Zusatzeinnahmen aus Tourneen und Plattenaufnahmen hatten, in die „Stiftung Berliner Philharmoniker“ über. Gesponsert wird sie von der Deutschen Bank. Rattle öffnete die Klassik mit dem Erziehungsprogramm Zukunft@BPhil breiteren und vor allem jüngeren Publikumsschichten. „Musik ist kein Luxus, sondern ein Grundbedürfnis“, ist seine Maxime. Damit schlägt er den Bogen zur Gründung der Berliner Philharmoniker und interpretiert dieses Prinzip doch zeitgemäß neu.



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