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Waldbühne

Schöne Lichtgestalten

Beim Taschenlampenkonzert kommt der "Lightsman" auf die Bühne
Taschenlampenkonzert

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Taschenlampenkonzert

Es werden Tausende Lichter in den Nachthimmel strahlen, und allein dafür lohnt sich schon ein Besuch beim 14. Taschenlampenkonzert in der Waldbühne. Bei der Veranstaltung am kommenden Wochenende gibt es aber noch eine weitere Attraktion zu sehen. Eine Lichtgestalt in einem Anzug mit 1000 LED-Lampen, verkörpert von Toni Sauer. Seit 1998 organisiert die Berliner Band "Rumpelstil" die Taschenlampenkonzerte für Familien. Seit 2006 finden sie in Berlin in der Waldbühne statt.

 

Ein bisschen nervös ist Toni Sauer schon, wenn er an seinen Auftritt denkt. Er soll selbst als Musiker mit der Band auf der Bühne stehen. Und zwar - sozusagen - bestens beleuchtet. Die Vorfreude ist Toni schon anzumerken: "Für die Band aufzutreten, von der man Fan ist - da bekomm' ich eine Gänsehaut", sagt der 16-Jährige, der mit seiner Familie in Mittenwalde in Brandenburg lebt. Er hat einen weißen Anzug an, der auf den ersten Blick so aussieht wie ein Maleranzug. Doch der Schein trügt: Toni hantiert an den Kabeln herum und Sekunden später leuchten zahlreiche Lämpchen an seinem ganzen Körper - in blau, rot, gelb, grün und weiß. Kaum gewöhnen sich die Augen an die bunten Farben, knipst er auch noch seine schwarze Sonnenbrille an, die in denselben Farben blinkt. Passend dazu hat er noch eine weiße Schirmmütze, eine weiße Maske und weiße Schuhe. Dieses Outfit hat der Berliner Tüftler Dag Büschel entworfen und "Lightsman" genannt. Drei Jahre lang hat er mit einem Ingenieur der TU Berlin daran gearbeitet. In dieser Kluft wird Toni Sauer eine Performance zum Lied "Geklont" aufführen, das der Schlagzeuger von Rumpelstil, Max Vonthien, geschrieben hat. Was genau er machen wird, will Toni nicht verraten. "Es soll eine Überraschung werden."

 

Musikalisch und mutig

 

Toni Sauer ist ständig auf der Suche nach neuen Herausforderungen, sagt er. Deshalb freut sich der Elftklässler schon auf das Publikum in der Waldbühne. Über 14.000 Besucher sind vergangenes Jahr gekommen, mindestens so viele werden auch dieses Jahr erwartet. Sein Mut war auch ein Grund, warum Rumpelstil sich für ihn als Lichtgestalt entschieden hat. "Wir brauchten jemanden, der nicht nur musikalisch ist, sondern auch keine Angst vor einer großen Bühne hat", sagt Brumme, Songschreiber und Gitarrist der Band. Musikalisch konnte sich Max Vonthien selbst ein Bild von Toni machen. Seit drei Jahren ist Toni ein Schüler des Schlagzeugers. Bewundert hat er ihn schon länger. "Ich war ein aufdringlicher Fan", erzählt der Berliner. "Ich bin immer bis ganz zum Ende geblieben und habe so die Band kennengelernt." Brumme muss lachen, als Toni das erzählt. "In diesem Fall ist 'bis zum Ende bleiben' eine Untertreibung. Er ist immer dageblieben und hat beim Abbauen nach den Konzerten geholfen."

 

Der junge Schlagzeuger hat hohe Ansprüche an sich selbst. Nach dem Abitur möchte er am liebsten Musikpädagogik studieren. "Die musikalische Arbeit mit Kindern macht mir Spaß." Für seinen Auftritt formuliert er einen hohen Anspruch: "Er muss perfekt sein." Dafür probt er nicht nur bei seinem Schlagzeugunterricht mit Max, sondern auch bei den zahlreichen Auftritten mit der Band. Einen hatte er bereits am 2. August an der Ostsee vor 1000 Leuten - nur ein Bruchteil des Publikums, das in der Waldbühne sein wird. "Die Vorbereitungen kurz vor dem Auftritt sind das Schlimmste", findet Toni. "Nach fünf Minuten ist alles okay." Aber weiche Knie, die werde er nicht kriegen. "Er darf weiche Knie bekommen, wenn er an den richtigen Stellen stark bleibt", sagt Brumme und klopft dem jüngsten Bandmitglied auf die Schulter. Nach langen Jahren als Fan ist Toni nun ein Teil der Band geworden - zumindest für einen Auftritt. Dem 16-Jährigen macht die Arbeit richtig Spaß. "Das Schönste an dem ganzen Auftritt ist der Wow-Effekt, wenn ich meinen Umhang fallen lasse und das Publikum meine 1000 Lichter sehen kann. Das Blitzlichtgewitter, das folgt, bleibt in Erinnerung."

 

Als Toni an einem Spiegel vorbeigeht, bleibt er stehen. "Ich bin du", sagt er zu seinem Spiegelbild und zeigt mit dem Finger auf seine weiße Nase. Auch bei einer Größe von 182 Zentimetern ist er noch ein Spielkind. Mit drei Freunden hat er vor zwei Jahren die Band "Sixpackk" gegründet, die ausschließlich Rhythmen spielt. "Wir sind vier junge Kerle", erzählt der technische Leiter der Band. Die Mitglieder, die zwischen 16 und 18 Jahre alt sind, proben zwei Mal in der Woche, jeden Dienstag und Donnerstag.

 

Im Fernsehen und im Stadion

 

Ein bisschen berühmt sind die "Sixpackk" schon. Bei dem Fußballspiel Energie Cottbus gegen Alemannia Aachen im Februar dieses Jahres hatten sie ihren größten Auftritt im ausverkauften Stadion vor über 20.000 Zuschauern. Auch bei der Casting-Show "Supertalent" hat die Band ihr Glück versucht, musste sich aber bereits nach der ersten Runde verabschieden "Wir waren einfach zu gut", sagt Toni und grinst. Seitdem haben sie jedenfalls deutlich mehr Aufträge. "Man sieht schon, dass es vorangeht." Übrigens auch mit den Fans. "Ich habe schon Autogramme an Mädels verteilt." Toni Sauer ist eben nicht nur sauer, sondern auch süß.

 



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