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Kaum verwunderlich, dass manch einer angesichts solch mieser Erwartungen zynisch wird. Wie Regisseur Dieter Krockauer und sein Schauspieler-Ensemble: Sie schlagen den Suizid als Mittel der Wahl vor. Am besten so früh wie möglich, um die Rentenkassen zu erleichtern. Dann gibt's auch noch einen schönen Bonus für die Hinterbliebenen.
Krockauers aktuelle Inszenierung "Trainingscamp - Vorbereitung auf ein späteres Drama" im Theater unterm Dach ist der zweite Teil der Trilogie "Familie, Alter, Sterblichkeit und Zukunft". Der erste Teil "Das letzte Abendbrot" wurde mit dem "Theaterpreis der Stiftung Niedersachsen" ausgezeichnet.
Nun erproben die Schauspieler schon mal das Alter, schlüpfen in Seniorenrollen und entwerfen dabei erschreckend realistische Szenarien, von denen viele nur als Live-Videoprojektionen zu sehen sind auf einer weißen Wand, die den direkten Blick aufs Geschehen verstellt: Jürgen etwa (Stefan Mehren) verzweifelt langsam an der Einsamkeit, während Elisabeth (Katharina Bellena) Angst vor dem Verlust ihrer sexuellen Attraktivität hat. Maja (Franziska Dick) fürchtet sich vor sozialer Verelendung und Inkontinenz. Krankenschwester Connie (Mirca Preißler) indes geht über die Nöte ihrer Klientel einfach mit einem Dauerlächeln hinweg.
Obwohl die Performance gelungen ist, schafft es das Bühnenprojekt mit seiner bunten Szenenfolge nicht, der Problematik wirklich neue Erkenntnisse abzugewinnen. Aufgelockert wird die geballte Altersdepression mit ironischen Gesangs- und Tanzeinlagen. Die Akteure hoffen, dass auch der dritte Teil der Trilogie in dem 80-Plätze-Theater über die Bühne gehen kann. Denn der neue Pankower Kulturstadtrat Torsten Kühne (CDU) plant, eine Million Euro einzusparen. Auf der Streichliste steht dabei auch das Kultur-Areal am Thälmannpark. In dem ist auch das Theater unterm Dach untergebracht.
Theater unterm Dach Danziger Str. 101, Prenzlauer Berg, Tel. 902 95 38 17. Vorstellungen: 26.-29.1., 20 Uhr
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