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Globale Entertainment-Welt: Da steht ein amerikanischer Comedian im Tempodrom auf der Bühne, und von Anfang an jubeln ihm rund 1600 Fans aller Altersklassen zu. Sie lachen an den richtigen Stellen. Sie hängen ihm an den Lippen, die er kaum bewegt. Dafür hat er seine Handpuppen. Amtssprache: Englisch. Jeff Dunham hat einer klassischen Varieté-Kunst zu neuer Popularität verholfen. Seit mehr als 30 Jahren steht der Bauchredner mit seinen skurrilen Partnern auf der Bühne, 2007 aber wurde er durch eine Figur weltberühmt: Achmed, The Dead Terrorist.
Ein Erfolg, der ohne Satellitenfernsehen und World Wide Web nicht möglich gewesen wäre. 2007 landete seine Achmed-Nummer als Videoclip auf YouTube und wurde mehr als 100 Millionen Mal aufgerufen. Alle Welt lachte über einen Selbstmordattentäter, der sich aus Dusseligkeit selbst in die Luft gejagt hat und nun als Skelett mit Turban und Glubschaugen neben Dunham auf der Bühne sitzt und Sätze wie "Silence! I kill you!" keucht.
Jeff Dunham ist zum ersten Mal in Deutschland. Schnell wird klar, dass sein Popstar-Status bis unter das Tempodrom-Dach reicht. Der Entertainer weiß, dass er hier mit seinen feisten Puppen und seiner politisch höchst unkorrekten Comedy freie Fahrt hat. Seine Lippen stehen still, wenn er seinen Figuren Leben einplaudert, sie nörgeln und lamentieren, brüllen und kreischen, meckern und herumalbern lässt. Walter heißt der erste Charakter, den Dunham aus der Kiste holt. Ein Grantler mit verschrobenen Gesichtszügen. Eine gewaltige Leinwand projiziert die Kleinkunst auf großes Format. Dunham nutzt seine Auslandsreise offenbar, um vor Publikum neue Gags zu testen, die Einzug finden sollen in eine geplante Halloween-Show. Das zieht den Abend erheblich in die Länge. Bubba J., die zweite Figur des Abends, ist ein kleiner, dummer Redneck, der am Berliner Bier Gefallen findet: "Ist wie in Amerika, nur mit Geschmack."
Nach der Pause erscheint endlich unter Getöse der Star des Abends, der skelettierte Suicide-Bomber Achmed. Und schwärmt von seiner Schlankheitskur: "Bumm! 200 Pfund runter in nur 0,2 Sekunden". Doch auch er muss sich schon auf Halloween vorbereiten, bekommt eine Perücke übergestülpt und geht als "blonde bombshell". Der ganze Saal grölt im Chor: "Silence! I kill you!" Es geht ins Finale mit Peanut, einer strubbeligen, bunten Fantasiefigur mit stierem Blick, der zusätzlich noch José Jalapeño zur Seite steht, eine sprechende Chilischote am Stil.
Die Figuren sind großartig, die Bauchrednerkunst famos. Doch viele Gags sind pubertär und unter der Gürtellinie angesiedelt. Jeff Dunham setzt gezielt Geschmacklosigkeiten ein, freilich aus dem Mund seiner putzigen Puppen, um sie schnell wieder zu relativieren. Damit ist er zu einem der bestverdienenden Comedians der USA geworden. Nun liegt ihm auch Berlin zu Füßen.
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